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Betriebliches Gesundheitsmanagement Magazin 2018

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WAS HALT GIBT IN

WAS HALT GIBT IN UNGEWISSEN ZEITEN IN EINER VON VERÄNDERUNG GEPRÄGTEN „ARBEITSWELT 4.0“ IST EINE AUF VERTRAUEN UND WERTSCHÄTZUNG BERUHENDE UNTERNEHMENSKULTUR DER WICHTIGSTE GESUNDHEITS- UND ERFOLGSFAKTOR. DOCH WIE ENTSTEHT EINE SOLCHE? VON CHRISTOF DOMENIG Der digitale Wandel hinterlässt schon deutliche Spuren in der Arbeitswelt und er wird das noch viel deutlicher tun. Branchen und Berufsfelder entstehen neu, während andere verschwinden. Arbeitsabläufe bedürfen ständiger Anpassung, Lebenszyklen von Produkten werden rasant kürzer. Agilität und die Bereitschaft zur Veränderung sind wichtig wie nie. Der Begriff der „VUCA-Welt“ war bei der heurigen „Corporate Health and Culture“-Tagung von „Business Circle“ in Wien, einer großen jährlichen Tagung zur Betrieblichen Gesundheit, öfter zu hören. VUCA steht für: Volatility (Flüchtigkeit), Uncertainty (Ungewissheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit) und fasst die Gefühlslage in großen Teilen der Arbeitswelt prägnant zusammen. Die Grundthese der Tagung: Um in dieser VUCA-Welt erfolgreich zu sein, braucht es vor allem eines: eine positive Foto: Getty Images 4 BGM

Sicherheit und Vertrauen lassen sich in der Arbeitswelt auch in Zeiten, in denen vieles im Umbruch ist, vermitteln. Unternehmenskultur. Dass gesunde Mitarbeiter motivierter sind, Herausforderungen besser meistern können, weniger Fehlzeiten haben und damit zum Unternehmenserfolg beitragen, ist ja seit Langem bekannt. Wo Menschen miteinander arbeiten, stehen sie in Beziehung zueinander – und die Qualität dieser Beziehungen entscheidet wesentlich über die empfundene Unternehmenskultur mit. Dies ist auch, aber nicht allein eine Frage der Führung, wenn auch von den Führungsebenen eine wichtige Vorbildfunktion ausgeht. Sondern – vereinfacht ausgedrückt: die Summe des Umgangs aller Menschen in einem Unternehmen untereinander. Studien, die aufrütteln Der Schritt von einer vorrangig auf die Physis ausgerichteten Betrieblichen Gesundheitsförderung (Fitness, Ernährung ...) hin zum Fokus auf psychische Belastungen wurde ja schon vor Jahren vollzogen. „Spricht man heute von einer gesunden Arbeitswelt, dann geht es primär um die psychische Gesundheit“, hielt etwa der Unternehmensberater Jürgen Pfeiler („Corporate Culture Consulting“) bei der Tagung fest. „Ein Fitnessoder Sportprogramm wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht angenommen, wenn die psychische Belastung nicht stimmt.“ Und: „Eine gelebte Unternehmenskultur ist der Schlüssel zu einer gesünderen Arbeitswelt“, zeigte sich Pfeiler überzeugt. Er verwies auf einen offensichtlich verbesserungswürdigen Ist-Zustand, der sich aus Studien wie dem Gallup Engagement Index ablesen lasse, der 2014 bis 2016 im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) erhoben wurde: Dabei gaben nur 12 Prozent der befragten österreichischen Arbeitnehmer an, eine „hohe Bindung“ zu ihrem Arbeitgeber zu empfinden – 71 Prozent sprachen von einer „geringen Bindung“. Interessant auch, was die Arbeitnehmerschaft sich von Führungskräften wünschen würde, um ihre Jobzufriedenheit zu steigern: Am häufigsten wurden die Punkte „Aussprechen von Wertschätzung“, „regelmäßiges und ehrliches Feedback“ und „zeigt Interesse an mir als Mensch“ genannt. Pfeiler meint, dass gerade in der ungewissen VUCA-Welt Stabilität und Vertrauen als enorm wichtige Faktoren im Arbeitsleben gefragt wären. Organisationen und Führungskräfte müssten Stabilität vermitteln – denn gerade in Zeiten von „Digitalisierung und Flexibilisierung“ wäre eine stabile Grundhaltung enorm wichtig. Auf dieser stabilen Basis könne man dann von Mitarbeitern auch die nötige Agilität erwarten. Zu dieser Grundhaltung gehöre etwa auch, dass Führungskräfte hinter Mitarbeitern stünden, wenn Fehler passieren. Der Umgang mit Fehlern war bei der Tagung generell immer wieder Thema: In Unternehmen mit einer positiven Fehlerkultur würde die Schuld für Fehler nicht vorrangig bei Personen, sondern in Arbeitsabläufen gesucht. Außerdem könne man Fehler als Chance betrachtet: „Große Fehler haben schon zu großen Erfolgen geführt“, betonte der Berater Pfeiler. Er verwies auf „Fuck Up Nights“ – Events, bei denen Unternehmer und erfolgreiche Manager von eigenen Fehlern berichten und davon, was daraus gelernt werden konnte. Von mehreren Experten wurde betont: Werden nach Fehlern vornehmlich Schuldige gesucht und benannt, dann würden Mitarbeiter Energie dafür verwenden, Fehler zu verbergen. Dass sich so eine Strategie als mehrfach unwirtschaftlich erweist, muss nicht betont werden. Fünf Schlüsselfaktoren Geht es um vorbildliche Unternehmenskultur, werden oft Start-ups genannt. Aus einem solchen ging das oberösterreichische Unternehmen Runtastic hervor. Dessen HR-Verantwortliche Tanja Weidinger gab bei der Tagung Einblicke, wie die Unternehmenskultur bei Runtastic gelebt wird. Sie betonte das Streben nach Exzellenz, das zur Firmenphilosophie gehört – und das auch einen entsprechenden Umgang mit den Mitarbeitern erfordert. „HR“ stünde bei Runtastic für „Human Relations“, erwähnte die Managerin eingangs ein nicht unwesentliches Detail. Weidinger nannte fünf Schlüsselfaktoren für Mitarbeiterengagement. Als Erstes Wertschätzung. Um diese zu fördern, habe man zum Beispiel Kudo Cards eingeführt, erzählte Weidinger – Anerkennungskärtchen, die in allen Büros aufliegen würden. Wolle man jemanden loben oder eine Arbeit anerkennen, könne man so ein Kärtchen verteilen, unabhängig von sämtlichen BGM 5

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