Aufrufe
vor 7 Monaten

Betriebliches Gesundheitsmanagement Magazin 2018

  • Text
  • Sport
  • Gesund
  • Bewegung
  • Arbeitsplatz
  • Menschen
  • Wien
  • Mitarbeiter
  • Unternehmen
  • Gesundheit
  • Arbeit
  • Gesundheitsmanagement
  • Magazin

Hierarchieebenen.

Hierarchieebenen. „Eine Kudo Card zu bekommen, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht – it just makes my day“, erzählte Weidinger, die als zweiten Schlüsselfaktor die Möglichkeit zu professioneller und persönlicher Entwicklung sieht. Karrierepfade müssten (und könnten) nicht immer klassische Führungskarrieren sein: „Bei uns wird oft auch einfach zwischen Teams geswitcht oder es werden im Team Aufgaben umstrukturiert.“ Als dritten Faktor nannte Weidinger Selbstbestimmung – etwa den Arbeitsort betreffend: „Es muss nicht immer Home Office sein, sondern kann auch Standing Desks bedeuten. Oder die Möglichkeit, sich auf die Terrasse zu setzen“. Wenn ein Mitarbeiter sehr gute Ideen habe, müsse man ihm auch die Freiheit lassen, diese Ideen zu bearbeiten. Als ebenso wichtigen vierten Faktor sieht Weidinger Emotionen: Man versuche, die Beschäftigten mit Emotionen abzuholen, etwa um sie von Strategien zu überzeugen. „Nur wenn Mitarbeiter sich wirklich damit identifizieren und daran glauben, können sie sich entfalten“. Spaß dürfe nicht zu kurz kommen – gemeinsames Lachen sei absolut nicht unprofessionell. „Wir verbringen den Großteil der Woche in der Arbeit – dementsprechend sollte dort auch ein gewisser Wohlfühlfaktor herrschen“, brachte die HR-Verantwortliche es auf den Punkt. FIRMENKULTUR| IST WIE EINE| BEZIEHUNG. SIE| BEDARF STÄNDIGER| VERBESSERUNG UND| KOMMUNIKATION.| Ganz oben steht Vertrauen Als wichtigsten Punkt nannte Tanja Weidinger am Ende Vertrauen. Google habe definiert, was ein „High-Performing-Team“ ausmache – ganz weit oben stünde die „psychologische Sicherheit“. Mitarbeiter müssten sich sicher fühlen, Vertrauen in sich selbst und ihre Fähigkeiten haben wie auch Vertrauen in Vorgesetzte. Damit sie Risiken eingehen, Neues ausprobieren, Entscheidungen treffen können; um sich zu trauen, Fragen zu stellen und auch zu kritisieren. Ohne Angst, bloßgestellt zu werden. „Konstruktive Kritik und Feedback gehören zu den wertvollsten Gütern, die eine Führung von Mitarbeitern bekommen können“, sagte Weidinger. Wenn aber Vertrauen nicht gegeben sei, „schwirrt Feedback irgendwo zwischen Mitarbeitern herum, aber es kommt nie zum Management.“ Alle diese Faktoren seien ein Idealzustand, sagte Weidinger abschließend. „Firmenkultur ist wie eine Beziehung und bedarf ständiger Verbesserung und Kommunikation.“ Teamleads müssten gewünschtes Verhalten selbst an den Tag legen – etwa durch das Zeigen von Wertschätzung, direktes und offenes Feedback, authentisches Auftreten oder das Eingestehen von eigenen Fehlern. Stabilität durch Sinn Der Arbeits- und Vitalpsychologe Dr. Bardia Monshi brachte einen Aspekt ein, der als der stabilisierende Faktor schlechthin in unsicheren Zeiten gelten könne: Sinn. Nach Viktor Frankl sei der „Mensch in dem Moment, wo er Sinn erlebt, bereit über sich hinauszugehen“. Monshi ist überzeugt: „Je wandelbarer die organisationale Struktur eines Unternehmens ist, desto stabiler muss das Sinnempfinden sein.“ Fotos: Getty Images, ASZ 6 BGM

GAST KOMMENTAR Mag. Renate Krenn Geschäftsführerin des ASZ www.asz.at Auch der Psychologe bezog sich auf die der Zeit geschuldete Notwendigkeit von Agilität: Würden Arbeitsabläufe verändert, dann würde Mitarbeitern in der Regel zuerst erklärt, was sie zu tun hätten, und, „wenn wir Glück haben“, auch ein wenig darüber, wie sie es tun sollen. „Aber was die Menschen oft nicht verstehen, ist das ‚Warum‘.“ Der Mensch sei aber ein sinnsuchendes Wesen, und sei der Sinnrahmen nicht klar, würde er „Geschichten“ kreieren. „Sinnempfinden“ in einem Unternehmen zu vermitteln sei freilich nichts, das man einmal erledigen und dann ablegen könne: „Es braucht permanente Kommunikation und ständiges neues Aushandeln.“ Als Unternehmer oder Führungskraft müsse man dazu auch verstehen, was der Sinn eines Unternehmens sein könne. Ob sich Menschen in ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Der Umgang im Miteinander ist ein wesentlicher Faktor, der von jedem mitbeeinflusst werden kann. „Gewinn zu machen“, könne mancher einwerfen – der Psychologe will diese wirtschaftliche Notwendigkeit keineswegs gering schätzen: „Gewinn ist der Sauerstoff eines Unternehmens. Aber würden Sie gleichzeitig sagen, der Sinn Ihres Lebens ist Sauerstoffaufnahme?“ Nach Frankl könne man auf zwei Arten ein sinnvolles Leben führen „und damit Komplexität reduzieren: Die eine Art ist, wir finden ein Schaffen, in dem wir aufgehen, eine Tätigkeit, in der wir uns idealerweise selbst vergessen. Die zweite Art ist, für jemanden anderen da zu sein.“ „Hat es einen Sinn?“ werde generell eine noch viel wichtigere Frage in der Arbeitswelt werden, ist Bardia Monshi überzeugt. Wer darauf eine überzeugende Antwort geben kann, wird künftig deutlich im Vorteil sein. GESUNDE UNTERNEHMENS- KULTUR SIE IST DER NÄHRBODEN FÜR WOHL­ BEFINDEN, MOTIVATION UND GESUND­ HEIT VON MITARBEITERN – UND ZUFRIE­ DENE, GESUNDE MITARBEITER RECHNEN SICH BETRIEBSWIRTSCHAFTLICH. Gerade in Zeiten der Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitswelten werden gesundes Führungsverhalten und kulturelle Faktoren zu wichtigen Ressourcen für die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Waren es bisher Zahlen, Daten, Fakten, nach denen Unternehmen großteils geführt wurden, braucht es heute Wertschätzung, Sinnstiftung und einen achtsamen Umgang miteinander. Führungskräfte sind Vorbilder Durch ihr Handeln legen Führungskräfte den Grundstein für eine positive Unternehmenskultur und ein gesundes Betriebsklima. Gesunde Mitarbeiterführung bedeutet, sich für die Gesundheit der Mitarbeiter verantwortlich zu fühlen, auf Warnsignale zu achten und ein gutes Vorbild zu sein, anstatt laufend die Taktzahl zu erhöhen. Diesen kulturellen Wandel in Betrieben herbeizuführen, kann ein komplexes Unterfangen sein. Externe Experten unterstützen Mit Beratungen, Coachings, Vorträgen, Workshops und Teambuilding-Seminaren können Präventionsexperten wie z. B. Arbeits- und Organisationspsychologen äußerst hilfreich dabei sein, den Zusammenhalt und die Einsatzbereitschaft in Unternehmen zu stärken. BGM 7

Magazin

SPORTaktiv April 2016
SPORTaktiv 1 2016
SPORTaktiv Bikeguide 2016
SPORTaktiv Laufguide 2016
SPORTaktiv Winterguide 2015