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Betriebliches Gesundheitsmanagement Magazin 2019

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„SINN IST DER KERN VON

„SINN IST DER KERN VON GESUNDHEIT“ ... SAGT DER TREND- UND ZUKUNFTSFORSCHER MATTHIAS HORX. WAS MAN IN DER BETRIEBLICHEN GESUNDHEITS- FÖRDERUNG DARAUS ABLEITEN KANN, WAS ES IN EINER ARBEITSWELT IN ZEITEN VON UMBRÜCHEN BRAUCHT – DAS WURDE BEI EINEM KONGRESS IN WIEN DEUTLICH. VON CHRISTOF DOMENIG In der Zeit der Industrialisierung wurden die Dampfmaschine oder die „Nachrichtenflut durch tägliche Zeitungen“ in einer Art und Weise als bedrohlich wahrgenommen, dass es frappant an das Heute erinnert. Gefühle chronischer Überlastung, des Immerschneller-laufen-Müssens; Ängste, in einer beschleunigten Welt nicht Schritt halten zu können: Das alles berichten schon über 100 Jahre alte Dokumente. Hans-Peter Kapfhammer, suppl. Vorstand der Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychiatrie in Graz, machte beim Kongress des Fachverbands „Personenberatung und Personenbetreuung“ der Wirtschaftskammer im Oktober in Wien auf diese Parallele Fotos: Getty Images 4 BGM

aufmerksam. Kapfhammer ging bei dem Kongress zum Thema Betriebliche Gesundheitsförderung zunächst der Frage „Macht uns die Arbeitswelt heute wirklich krank?“ auf den Grund. „Ja“, ist man geneigt vorschnell zu anworten, mit Schlagzeilen und Burnout-Zahlen im Hinterkopf. Wie Kapfhammer jedoch darlegte, ist dann doch nicht alles so (schlimm), wie es der oberflächliche Blick zeigt. Zumindest quantitativ: Die Zahl der psychischen Ursachen von Krankenstandstagen steige zwar in Relation der Gesamterkrankungen, gleichzeitig würden körperliche Krankheiten und damit die Absolutzahlen deutlich zurückgehen. Studien, die hohes subjektives Stressempfinden nachweisen, stellte der Psychologe wiederum solchen Untersuchungen gegenüber, die den Menschen eine „hohe Lebenszufriedenheit“ konstatieren. Es kommt eben immer auch auf die Fragestellung an ... Woran aber nicht gerüttelt werden kann: Arbeit überhaupt und die Qualität von Arbeit sind zentral für Gesundheit und Lebensqualität. Das galt gestern und gilt heute wie morgen. Unsere Arbeit bestimme wesentlich, wer wir sind, wie wir uns fühlen, wie wir uns selbst und unsere Position in der Gesellschaft wahrnehmen, so Kapfhammer. Arbeitsverlust wiederum sei (wenn nicht von ganz kurzer Dauer) mit einer Fülle von negativen Konsequenzen für Psyche und Selbstwert verbunden. Und: „Arbeitsunsicherheit“, etwa ein angekündigter Stellenabbau, wirke sich auf das Innenleben von Beschäftigten fast so aus wie echte Arbeitslosigkeit. Es tröstet also nur bedingt, dass nicht jede Befürchtung, die im Zuge der Digitalisierung geäußert wird, einer näheren Betrachtung standhält. Mit dem Klimawandel ist seit diesem Jahr ein weiterer Unsicherheitsfaktor in der Gesellschaft und somit im (Arbeits-)Leben richtig „angekommen“, der nahelegt: kein Weiter wie bisher. Wie aber kann man Menschen in Zeiten von Umbrüchen zuversichtlich, optimistisch – und damit gesund und leistungsfähig erhalten? Wie gelingt es, den Blick auf Chancen statt auf (echte oder vermeintliche) Gefahren zu richten? Welches Umfeld braucht es, in dem sich Kreativpotenziale entfalten können? Auf welche Werte kommt es in Unternehmen an? Für diese Fragen lieferte der Kongress wichtige Impulse. Der Umgang mit Stress 26,1 Tage dauert im Schnitt heute ein Ausfall bei einer psychischen Erkrankung, geht aus dem jüngstem deutschem „AOK Fehlzeitenreport 2018“ hervor. Der Mediziner und Leiter des „Instituts für Integrative Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung“ an der Universität Witten/Herdecke (D), Tobias Esch, widmete sich zunächst der Frage, wie mit Stress umgegangen werden soll. Einen interessanten Aspekt zeigt die AOK-Studie in diesem Kontext: Das Maß an „Sinnempfinden“ in der Arbeit lässt sich in einen direkten Zusammenhang mit der Länge von Krankenständen bringen. Ein Sinn sei im Arbeitsleben nicht per se gesundheitsfördernd, „aber vor allem in Zeiten, die hart sind, wenn eine Krise kommt, schafft Sinnhaftigkeit oder das Fehlen von Sinnhaftigkeit eine Trennung.“ Zurück zum Stress: Der ist über die Herzfrequenzvariabilität messbar, betonte Esch. Diese natürliche Anpassungsfähigkeit des Herzschlages an äußere Einflussfaktoren sinkt unter Stress, während etwa Sport oder auch ein gutes Betriebsklima sie nachweislich erhöhen würden. Stress allein sei aber nicht so sehr das Problem, vielmehr gehe es um ein Gefühl des Kontrollverlustes, das in Verbindung mit Stress problematisch sei: Das Gefühl, abends nicht abschalten zu können, sich als ohnmächtig zu erleben – etwa gegenüber der „häufig unter hohem Zeitdruck zu bewältigenden Arbeitsmenge“. Neben Kontrolle nannte der Mediziner „Wertschätzung“ und „Gerechtigkeit“ als wichtige, gesunderhaltende Werte im Arbeitsleben: Das Gefühl, „der Aufwand steht im Gleichmaß mit meinem Lohn“ sowie „die Firma ist gerecht.“ Was kann jeder Einzelne tun, um mit Stress besser umzugehen? Vier „Puzzleteile“ sind es laut Esch: „Verhalten“ – wie man denke, wie (positiv oder negativ) man auf die Welt schaue. „Bewegung“ – aerober genauso wie anaerober Sport. „Entspannung“ – 20 Minuten täglich solle man sich zum Beispiel für BGM 5

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