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SPORTaktiv 1 2016

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Das neue SPORTaktiv Magazin mit großem Laufguide ist da! Dein Fahrplan bis Ostern! Hol dir die erste Ausgabe des SPORTaktiv-Printmagazins 2016 – inklusive großem Laufguide! Der Frühling ist zwar nicht mehr allzu fern, trotzdem hat sich die Februar/März-Ausgabe von SPORTaktiv dem Thema „Weiße Wochen" verschrieben: Wir haben etwa den Experten des steirischen Lawinenwarndienstes über die Schulter geschaut und die akribische Arbeit hinter einem Lawinenbericht aufgedeckt. Außerdem nehmen wir die beiden Trendsportgeräte Schneeschuh und Tourenski genauer unter die Lupe. Die Februar/März-Ausgabe beschäftigt sich auch mit dem Dilemma der nicht eingehaltenen Fitness-Neujahrsvorsätze! Aber keine Panik: Zusammen mit den Fitnessprofis unseres neuen Kooperationspartners Runtastic helfen wir dir bei der Suche nach dem Training, das wirklich zu dir passt. Und wer einen Blick in die Zukunft wagen möchte, dem sei unsere Auswahl an innovativen und „ausgezeichneten" Sportprodukten ans Herz gelegt, die wir auf unserem diesjährigen ISPO-Spaziergang entdeckt haben. Als großes Extra ist in dieser Ausgabe unser „Laufguide 2016" integriert! Dieses Special bringt nochmal auf den Punkt, wieso das Herumtigern – sei es nun auf Asphalt oder im Gelände – einem Jungbrunnen gleichkommt, schlank macht und ein Naturerlebnis ist. Außerdem erklären wir dir mal ganz genau, was dein Laufoutfit – von der Jacke bis zur Socke – so alles können muss.

OUTDOOR

OUTDOOR Lawinenprognostiker sind die überwiegende Zeit in den Bergen unterwegs – etwa, um sich, wie hier Alexander Pod esser, Schneeprofile anzuschauen. „HIGH NOON“ UM SECHS DER JEDEN MORGEN erscheinende Lawinenlagebericht ist, wie man weiß, die Basis für die Tourenplanung im winterlichen Gelände. Aber wer sind eigentlich diese „Lawinenprognostiker“? Wie entscheiden sie, wann welche Warnstufe herrscht? Und woher nehmen sie selbst ihre Informationen? Wir haben einem Experten des steirischen Lawinenwarndienstes über die Schulter geschaut. FOTOS: Lawinenwarndienst Steiermark TEXT: Christof Domenig 82 SPORTaktiv

Um 6 Uhr Früh läutet im Büro des steirischen Lawinenwarndienstes in Graz zum ersten Mal das Telefon. Dr. Arno Studeregger, oder einer der fünf anderen Lawinenprognostiker, hebt ab. Ab jetzt, bis 7.30 Uhr, herrscht „High Noon“ bei den Lawinenwarnern. Am Apparat ist der erste „Augenbeobachter“. So heißen im Jargon die outdoor-affinen Vertrauensleute in den Gebirgsregionen – Hüttenwirte oder Bergbahn-Mitarbeiter sind es zum Beispiel, die diese Aufgabe für eine minimale Aufwandsentschädigung miterledigen. Täglich geben sie per Telefon durch, was sie in den letzten 24 Stunden beobachtet haben. Ob Lawinen abgegangen sind oder ob sich bloß „Verdächtiges“ ereignet hat; ob es Oberflächenreif gibt oder Hinweise darauf, dass die Schneedecke gut verfestigt ist usw. Zehn solcher Augenbeobachter sitzen in der Steiermark, sechs in Niederöstereich, dem zweiten Bundesland, das von den steirischen Lawinenwarnern mitbetreut wird. Viel Zeit bleibt zwischen diesen Morgentelefonaten nicht. Denn die Schilderungen der Vertrauensleute ist selbstverständlich nur ein kleiner Teil jenes Datenmaterials, das in den täglich aktuellen Lawinenlagebericht einfließt. Da gibt es etwa auch die objektiven Messdaten der automatisierten meteorologischen Stationen, wie Neuschneehöhe, Temperaturentwicklung und Wind – aktuell und in den vergangenen Stunden. SCHNEE, WIND UND WETTER Im Vergleich zu anderen Bundesländern haben die steirischen Lawinenwarner den Vorteil, bei der „Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik“ (ZAMG) angesiedelt zu sein. Also direkt im Zentrum der Beurteilung der vergangenen und vor allem der zu erwartenden Wetterentwicklung. Die Wetterprognose ist eine weitere wichtige Datenquelle, die in die tägliche Beurteilung der Lawinengefahr einfließt. „Für uns ist das ein großer Vorteil im Vergleich zu den anderen Bundesländern, die das nicht haben, weil wir uns mit den Meteorologen gleich im Der Experte DR. ARNO STUDEREGGER ist Lawinenprognostiker beim steirischen Lawinenwarndienst und Bundesreferent für Skitouren bei den Naturfreunden Österreich. KONTAKT: lawine-steiermark.at Haus besprechen können“, erklärt Arno Studeregger – der übrigens, ebenso wie alle anderen steirischen Lawinenprognostiker, kein ausgebildeter Meteorologe ist, wie man vielleicht glauben könnte. Studeregger und zwei weitere Kollegen sind Geografen, die drei anderen Physiker. Einen vorgegebenen Ausbildungsweg zum hauptberuflichen Lawinenprognostiker gibt es also nicht. „Uns allen ist aber natürlich ein Nahbezug zum Thema Berg gemeinsam. Für alle sind die Berge Beruf und Berufung zugleich.“ Muss auch so sein, sind Studeregger und Kollegen doch die weitaus überwiegende Dienstzeit draußen in der Natur unterwegs statt im Büro. Die Tourenski als Arbeitsmittel – gut möglich, dass da der eine oder andere ein wenig neidisch werden könnte. Doch noch hat Arno Studeregger die tägliche Pflicht im Büro lang nicht erledigt: Die Geländeuntersuchungen, die er und seine Kollegen in den Tagen davor an verschiedenen Orten in den steirischen und niederösterreichischen Bergen durchgeführt haben, fließen nun ebenfalls in die aktuelle Prognose ein. „Bei diesen Tests in den Regionen werden ständig Schneeprofile gegraben, der Schneedeckenaufbau untersucht und die Daten und Ergebnisse werden noch nach der Rückkehr ins Büro am Nachmittag oder Abend penibel protokolliert.“ Auch Einträge ins Tourenforum des Lawinenwarndienstes kommen als weitere Quelle für die aktuelle Lagebeurteilung noch dazu: Bergführer, Bergretter oder andere erfahrene „Endverbraucher“ können in diesem Forum der Öffentlichkeit und den Lawinenprofis ihre Beobachtungen oder ihre Einschätzungen mitteilen. „Was auch sehr gut angenommen wird: Bis zu 1.200 Einträge pro Winter haben wir in den letzten Jahren gezählt.“ SCHNELL DENKEN UND TIPPEN Nach 7 Uhr ist es dann täglich so weit: Aus dieser wahren Flut an Informationen wird der aktuelle Lawinenlagebericht erstellt, damit um 7.30 Uhr die Bergführer und -sportler in der Steiermark, und ab 8 Uhr jene in Niederösterreich aktuelle Informationen für ihre Tourenplanung im Internet aufrufen können. „Langes Grübeln beim Formulieren über die richtige Wortwahl ist da nicht drin – aber gleichzeitig dürfen tunlichst keine Fehler passieren“, weiß Studeregger. Es gehört vor allem auch Erfahrung und Gespür dazu, den Lagebericht so zu verfassen, dass ihn einerseits Einsteiger verstehen und verwenden können, andererseits auch Profis alle benötigten Informationen finden. Nur die täglich aktuell ausgegebene Lawinenwarnstufe zwischen „1“ und „5“ hat mit Gespür nichts zu tun, wie Studeregger aufklärt: „Sie ist keine bloße Einschätzung der Experten, sondern ergibt sich nach einem feststehenden Raster aus hieb- und stichfestem Datenmaterial.“ Der erläuternde Text – etwa mit den typischen Punkten „Gefahrenbeurteilung“, „Schneedeckenaufbau“, „Wetter“ und „Tendenz“ – wird täglich individuell an die Situation angepasst in den Computer getippt. „Das ist genauer, aber auch etwas aufwendiger als etwa in der Schweiz, wo einfach Textbausteine verwendet werden“, ergänzt Arno Studeregger. AUF DEN PUNKT BRINGEN Eine Besonderheit der steirischen Lawinenprognostiker sind noch die sechs „W-Fragen“, die rechts oben auf der Webseite zu finden sind und den Nutzern helfen sollen, sich über die bloße Lawinenwarnstufe hinaus rasch einen groben Überblick über die Situation im Gelände zu verschaffen. „WAS ist das Hauptproblem, WO liegt das Problem, WANN tritt das Problem auf, WELCHE Lawinenart wird erwartet, WIE kommt es zur Auslösung, Nr. 1; Februar / März 2016 83

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