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SPORTaktiv April 2016

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Wenn sich die ersten Frühlingsboten zeigen, zieht es viele Sportler wieder nach draußen. Das wissen wir! Darum haben wir uns in der April/Mai-Ausgabe von SPORTaktiv auch intensiv mit den beliebtesten Outdoorsportarten beschäftigt. Weißt du, wie du deine Wander-, Kletter- und Klettersteigausrüstung wieder fit für die Saison machst? Von uns bekommst du die Checklisten für deine komplette Bergausrüstung. Außerdem geben die Naturfreunde-Profis Antworten auf 16 wichtige Fragen für einen guten Start in die Berge. Ebenfalls in der April/Mai-Ausgabe erklärt: das Eigengewichtstraining! Wir verraten dir, wie wirksam und einfach es tatsächlich ist. Und wer schon immer mehr über Eisenpräparat, Vitamin-C-Tablette und Co. wissen wollte, der erfährt im aktuellen Magazin alles über Sinn und Unsinn der Nährstoffsupplementierung.

TOURENTIPP Gedanken

TOURENTIPP Gedanken MMAG.DR. PETER GURMANN ist Sport- und Gesundheitspsychologe sowie Beratungslehrer in Klagenfurt. ... LEIDE WEITER! Der Spruch: „Love it, change it, leave it oder leide weiter“ (also: „Liebe es, ändere es, verlasse es oder leide weiter“) zeigt vier Möglichkeiten auf, mit Frustrationen umzugehen. Beginnen wir mit den leichter zu verstehenden Wegen: „Change it“ bedeutet, Einfluss auf die Situation nehmen zu wollen und sie zu meinen Gunsten zu verändern. Mit „leave it“ ist gemeint, die unangenehme Situation überhaupt zu verlassen. Wirksame Menschen führen selbst einen Wandel herbei, statt zu warten, bis er passiert. „Love it“ bedeutet nicht, die negative Situation unbedingt lieben zu müssen, sondern, dass ich versuche, mich selbst und meine Einstellung dazu zu verändern, um mich besser zu fühlen. Was bleibt uns in der Konfrontation mit Schicksalsschlägen und unheilbaren Krankheiten auch anders übrig? Es versteht sich von selbst, dass dieser Weg des Akzeptierens schwierig und schmerzlich sein kann. Der Holocaust-Überlebende Viktor Frankl etwa betont, dass sich gerade scheinbar ausschließlich negative Situationen längerfristig als Chancen zu innerer Reifung erweisen können. Beim „Weiter-leiden“ nehme ich die machtloseste Haltung ein, befinde mich in der Opferrolle. Es ist der bequemste Weg, sonst müsste ich ja Verantwortung übernehmen und an mir arbeiten. Machen wir alles an einem Beispiel fest: Ich bin begeisterter Marathonläufer und bekomme chronische Probleme mit meiner Achillessehne. Was kann ich tun? Ich schöpfe alle medizinischen Behandlungsmöglichkeiten aus, im Sinne von „change it“. Wenn das nicht hilft, könnte ich aufs Rad umsteigen und dort meine Wettkämpfe bestreiten – „leave it“. Oder: Ich ändere bewusst meine Einstellung, laufe so, wie es mir guttut und verzichte auf Trainingspläne. „Love it“. Natürlich kann ich auch nichts tun, jammern und mit dem Schicksal hadern, also weiter leiden. Es ist letztlich meine eigene Entscheidung, zu welcher dieser Strategien ich in herausfordernden Situationen tendiere. Der Autor ist per E-Mail erreichbar unter peter.gurmann@aon.at Weg retour führt noch ein Abstecher zur Römischen Villa in Perg (original rekonstruiert), wo ein Fußboden mit 3 Millionen Mosaiksteinchen zu bewundern ist. AN DER MOSEL Am nächsten Tag gilt es, von Trier weg den Moselschlingen zu folgen. Auch hier sind Karten unnötig, weil man sich immer entlang des Flusses bewegt. Und es gibt wirklich viel zu sehen: Auf unserem Weg bis zum Zwischenstopp in Bernkastel-Kues folgt in Mehring wieder ein römischer Gutshof (Villa Rustica), der besucht werden will; in Neumagen wartet das „Römerschiff“, das Grabmal eines römischen Weinhändlers); in Piesport eine römische Kelteranlage, und Bernkastel­ Kues ist sowieso eine einzige Sehenswürdigkeit. Auf jeden Fall sollte man dort dem „Spitzhäuschen“ einen Besuch abstatten. Das wurde auf engstem Raum gebaut, einmal, weil Grundsteuer nur für die bebaute Fläche zu zahlen war, und zum zweiten, um in den engen Gassen noch Platz für die Ochsengespanne zu haben. Auch heute noch ist das „Spitzhäuschen“ ein typisches Beispiel moselländischer Winzerhäuser – und der Wein ist, wie man hier sagt, „echt lecker“. Die vorletzte Etappe radeln wir von Bernstein bis Senheim. Wie immer kann man an beiden Ufern der Mosel unterwegs sein; wie immer geht es direkt am Fluss entlang; und wie immer folgt ein interessanter Ort auf den anderen. Traben-Trarbach ist das erste Städtchen, das zum Besuch einlädt, gleich darauf folgt die nächste Moselschlinge, die zwischen Pünderich und Bullay besonders eindrucksvoll ist. Sie umschließt den Zeller Hamm mit der Marienburg, wo es schon eine kelti­ Das „Spitzhäuschen“ in Bernstein ist nur eines der vielen Sehenswürdigkeiten auf der 4-Flüsse-Tour. sche Kultstätte und eine römische Befestigung gab. Gleich darauf kommen wir nach Bremm und zum „Calmonter Klettersteig“. Der Fußsteig liegt im steilsten Weinberg Europas, ist 3 Kilometer lang, mit sechs Leitern, 100 Meter Sicherungsseilen, 22 Trittbügeln und 16 Trittstiften gesichert! EINDRÜCKE UND AUSSICHTEN Die letzte Etappe von Senheim bis Koblenz startet gleich mit einem Stopp in Beilstein, das eines der am besten erhaltenen historischen Ortsbilder an der Mosel hat. Cochem ist der nächste Fixpunkt auf der Reise, es ist der beliebteste Urlaubsort an der Mosel – bei der Burg kein Wunder! Apropos: Auch die Burg Thurandt in Alken sollte man noch mitnehmen. Wir beenden unsere Radtour schließlich wieder am Deutschen Eck und resümieren: Diese 4-Flüsse-Tour ist eine Spitzenroute für alle, die nicht auf Höhenmeter und Kilometerfressen aus sind; es warten unglaublich viele Eindrücke und Aussichten; ans Vorbuchen denken, wenn man in der Hochsaison unterwegs ist. Und ja, der deutsche Wein ist besser als sein Ruf ... 4-Flüsse-Tour Von Koblenz (D) auf acht Tagesetappen entlang der Flüsse Rhein, Ahr, Kyll und Mosel wieder nach Koblenz. GESAMTLÄNGE DER TOUR: ca. 600 km (mit Abstecher von Trier nach Schengen). TAGESETAPPEN: von 70 bis 100 km SCHWIERIGKEIT: großteils flach BESTE REISEZEIT: April bis Oktober ANREISE: per Auto/Zug nach Koblenz KARTENMATERIAL: nicht notwendig, da die Tour praktisch immer entlang eines Flusses geht. 58 SPORTaktiv

TIPPS MACH DICH FIT FÜR DIE 1. TOUR Draufsetzen und losradeln ist eine Sache. Wer Spaßgarantie will, hört auf diese Tipps: FOTO: iStock 1. KURZE RÜCKBLENDE. Erinnere dich an die letzten Touren des Vorjahres: Hat am Bike was „geklingelt“? Hat bei dir was geschmerzt? Hast du dich im Sattel wirklich wohlgefühlt? Jetzt ist Zeit zum Korrigieren – wer will schon bekannte „Lustkiller“ gleich wieder in die neue Saison mitschleppen ... 2. FITNESS-CHECK 1. Stell dir selbst die Gewissensfrage: Hast du in der Winterpause trainiert, deinen Körper in Schuss gehalten? Wenn nicht, solltest du es langsam und gemütlich angehen, die ersten Ausfahrten als Bodytraining nutzen. 3. FITNESS-CHECK 2. Wunder gibt’s nicht. So, wie du dein Rad eingewintert hast, so ist es jetzt auch „in Form“. Nein, sogar schlechter – dank Schmutz und fehlender Luft in den Reifen. Heißt: Eine gründliche Reinigung mit anschließender Pflege sowie ein Service-Check aller Teile ist absolute Pflicht! 4. TECHNIK-TRAINING. Nach Monaten der radlosen Zeit ist auch das Handling etwas eingerostet. Eine Stunde lang Technikübungen (wie Kurvenfahren, Geschicklichkeitsübungen, Bremstests und Schaltabläufe) auf einem Parkplatz oder in einer Nebenstraße geben dir sofort wieder Sicherheit. 5. TOUREN-AUSWAHL. Egal, ob du schon topfit bist oder nicht: Die erste Tour sollte nicht gleich dein Traumziel des Jahres sein! Beide – Bike und Body – brauchen in jedem Fall Einrollzeit. Erstes Motto daher: Lust schlägt Kilometer. 6. DER SITZKOMFORT. Dein Hinterteil braucht zumindest 100 km, um wieder mit dem Druck umgehen zu können. Du machst es ihm aber leichter, wenn du ihm a) eine gute (neue?) Radhose gönnst und b) mit Pflegemitteln hilfst. 7. GEMEINSAM STATT EINSAM. Es macht doppelt Spaß, wenn man seine Eindrücke mit anderen teilen kann. Daher: Mach aus der ersten Tour kein Solo, sondern überrede Partner oder Freunde, mit dir radelnd den Saisonstart zu feiern. Nr. 2; April / Mai 2016 59

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