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SPORTaktiv April 2016

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Wenn sich die ersten Frühlingsboten zeigen, zieht es viele Sportler wieder nach draußen. Das wissen wir! Darum haben wir uns in der April/Mai-Ausgabe von SPORTaktiv auch intensiv mit den beliebtesten Outdoorsportarten beschäftigt. Weißt du, wie du deine Wander-, Kletter- und Klettersteigausrüstung wieder fit für die Saison machst? Von uns bekommst du die Checklisten für deine komplette Bergausrüstung. Außerdem geben die Naturfreunde-Profis Antworten auf 16 wichtige Fragen für einen guten Start in die Berge. Ebenfalls in der April/Mai-Ausgabe erklärt: das Eigengewichtstraining! Wir verraten dir, wie wirksam und einfach es tatsächlich ist. Und wer schon immer mehr über Eisenpräparat, Vitamin-C-Tablette und Co. wissen wollte, der erfährt im aktuellen Magazin alles über Sinn und Unsinn der Nährstoffsupplementierung.

ALLSPORT TIME-OUT! MEHR

ALLSPORT TIME-OUT! MEHR SPORT IM BETRIEB Bei einem Businesslauf – wie hier in Graz – als Firmenteam aufzutreten, ist nur eine Art des Betriebssports. „BETRIEBSSPORT“ KLINGT VERSTAUBT, nach Vereinsmeierei und Verpflichtung. Bewegung statt sportlicher Höchstleistung motiviert aber auch die Unsportlichen. Ein neues Zentrum unterstützt Unternehmen in Österreich bei der Suche nach dem passenden Konzept. Zuerst atmen die Frauen, die im Kreis sitzen, normal ein, halten dann beim Ausatmen den rechten Daumen aufs rechte Nasenloch, atmen nochmals ein und decken beim Ausatmen das linke Nasenloch zu. Dann wird wieder normal geatmet. „Wechselatmung“ nennt man das, eine Yoga-Übung für inneres Gleichgewicht und Konzentration. Diese paar Minuten Entspannung bilden den letzten von drei Teilen eines 15-Minuten-Bewegungsprogramms, das die Stubenfrauen im Hotel „Stefanie“ in Wien jeden Tag absolvieren. Bis zu 15 Frauen beginnen seit Mai letzten Jahres ihren Arbeitstag freiwillig um 8.30 Uhr mit einer Mischung aus Mobilisations-, Kräftigungs- und Entspannungsübungen. Viele waren zuvor noch nie mit Yoga oder Qigong in Berührung gekommen, aber mit ihrer Teilnahme am Betriebssport-Angebot „Start in den Tag“ hat sich das geändert – und bewährt. Dass das Angebot so gut angenommen wird, liegt auch an der Art, wie es die Unternehmensführung der Schick-Hotels Betriebs GmbH umgesetzt hat. So wird das 10- bis 15-minü­ FOTOS: gepa-pictures, Hewlett Packard TEXT: Sonja Burger 64 SPORTaktiv

tige Bewegungsprogramm täglich und während der Arbeitszeit angeboten. HR-Managerin Doris Schweng, die sich auf eigenen Wunsch zur Gesundheits-Multiplikatorin fortbilden ließ, steht voll dahinter. Mit Motivation und Begeisterung führen sie und ein Kollege das Training für die „Stefanie“-Stubenfrauen durch: „Das eigene Interesse daran ist sehr wichtig. Es muss einem Spaß machen, die Übungen vorzuzeigen und sich in der Gruppe zu bewegen“, sagt Doris Schweng. Mit der Aktion „Start in den Tag“ erreicht sie etwa acht Prozent der Hotel-Belegschaft im „Stefanie“. „Gerade die Berufsgruppe Stubenfrau ist permanent auf Achse, ihre Arbeit zählt zu den anstrengendsten in einem Hotel und die körperliche Belastung ist einseitig.“ Die Unternehmensführung hat erkannt, dass Prävention wichtig ist, um gesundheitlichen Folgeerscheinungen entgegenzusteuern. ÜBERZEUGUNGSARBEIT Welche Wirkung bereits 15 Minuten gezielte Mobilisierungs-, Kräftigungs- und Entspannungsübungen täglich haben, lässt sich zwar schlecht in Zahlen (wie etwa weniger Krankenstands tage) fassen – aber Folgen sind durchaus zu beobachten: „Hier im Hotel Stefanie ist der Zusammenhalt im Team besser geworden, die Wertschätzung für die Berufsgruppe Stubenfrau ist gestiegen, Neuzugänge werden schneller integriert.“ Doris Schweng musste anfangs viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit leisten – auf beiden Seiten. „Die Atemübungen zum Stressabbau haben viele belächelt. Heute schätzen sie das sehr und fordern das tägliche Training sogar ein“, ist Schweng stolz auf ihren Erfolg, der bei manchen bis in die Freizeit reicht. Das Beispiel der Betriebssportaktion „Start in den Tag“ im Hotel Stefanie zeigt mehrere Dinge auf: Bewegung am Arbeitsplatz kann so gestaltet sein, dass es sich auch in der Arbeitskleidung durchführen lässt, ist problemlos während der Arbeitszeit möglich und sensibilisiert die Angestellten für mehr Eigenverantwortung in puncto Gesundheit. Umgekehrt ist es für den nachhaltigen Erfolg jeder Betriebssportaktion unumgänglich, dass die Unternehmensführung die klare Botschaft vermittelt: Ja, Sport und Bewegung sind erwünscht! Ohne es aktiv zu kommunizieren, die Mitarbeiter persönlich einzuladen, es zu probieren, trägt das tollste Angebot keine Früchte. Motivation hängt gerade beim Betriebssport stark davon ab, ob die Führungsebene, vom Abteilungsleiter bis zur Konzernchefin, dahinter steht. MEHR INFO, BESSERER AUSTAUSCH Weil aber jedes Unternehmen und sein Team anders „tickt“, ist es im Einzelfall oft schwierig, das passende Betriebssportangebot auszuwählen. Wie es generell um den Betriebssport im Lande bestellt ist, hat der Österreichische Betriebssportverband (ÖBSV) vor vier Jahren erhoben. Die Ergebnis­ Funktionierendes Sport- und Gesundheitsprogramm: Bei Hewlett Packard Austria werden Yoga-Einheiten auch im nahen Erholungsgebiet Wienerberg abgehalten. BEST PRACTICE HR-Managerin Mag. Birgit Kremsner erklärt das Beispiel Hewlett Packard Austria Mitarbeiter von Hewlett Packard halten ja so manche Yoga-Einheit im nahen Erholungsgebiet Wienerberg ab. Stimmt. Beim ganzheitlichen Sport- und Gesundheitsprogramm, das HP Österreich für alle Mitarbeiter/-innen anbietet, haben wir auf Vielfalt geachtet, sodass sich jeder angesprochen fühlt und wählen kann, was am besten passt. Aber alles beruht auf Freiwilligkeit. Was findet während der Arbeitszeit und was außerhalb statt? Die Zeiten sind vielfältig und wir bieten Events, Vorträge, Gesundheitschecks und Sportkurse an. Diversität ist ein wesentliches Element. Natürlich sollte man immer gut überlegen, wann etwas bestmöglich anzusetzen ist. Ein Lauftraining am Vormittag wäre nicht sinnvoll, wenn es keine Duschmöglichkeiten im Office gibt. Was ist nötig, damit sportliche oder gesundheitliche Ziele und Arbeitsalltag vereinbar sind? Definitiv lässt sich hier nichts erzwingen. Die Belegschaft soll nicht das Gefühl haben, dass man das nur anbietet, weil es gerade „modern“ ist. Es muss zu einem Teil der Kultur werden und in ein ganzheitliches Konzept münden – das braucht seine Zeit. Die Säulen unseres Fit&Well-Konzeptes sind Gesundheitsvorsorge, Sport, gesunde Ernährung und Burn-out-Prävention. Und es ist schön zu sehen, welche Dynamik hier entsteht. Was bringen kurze Bewegungseinheiten während der Arbeit? Gerade für sitzende Berufe ist es essenziell, die eigenen Bewegungssequenzen zu intensivieren und kontinuierlich durchzuführen. Das geht am besten mit einfachen, kurzen Bewegungseinheiten zwischendurch. Was denken Sie, sind die Gründe, warum jemand nicht teilnimmt? Es braucht bei jedem den ersten Schritt, um selbst zu erfahren, wie großartig die Möglichkeit ist, am Arbeitsplatz direkt sportliche Angebote vorzufinden. Ein Programm ist immer nur so gut, wie es auf die Bedürfnisse der Allgemeinheit abgestimmt ist. Es ist aber immer freiwillig – und es darf keine Stigmatisierung geben, wenn man nicht mitmacht. Nr. 2; April / Mai 2016 65

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