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SPORTaktiv April 2016

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Wenn sich die ersten Frühlingsboten zeigen, zieht es viele Sportler wieder nach draußen. Das wissen wir! Darum haben wir uns in der April/Mai-Ausgabe von SPORTaktiv auch intensiv mit den beliebtesten Outdoorsportarten beschäftigt. Weißt du, wie du deine Wander-, Kletter- und Klettersteigausrüstung wieder fit für die Saison machst? Von uns bekommst du die Checklisten für deine komplette Bergausrüstung. Außerdem geben die Naturfreunde-Profis Antworten auf 16 wichtige Fragen für einen guten Start in die Berge. Ebenfalls in der April/Mai-Ausgabe erklärt: das Eigengewichtstraining! Wir verraten dir, wie wirksam und einfach es tatsächlich ist. Und wer schon immer mehr über Eisenpräparat, Vitamin-C-Tablette und Co. wissen wollte, der erfährt im aktuellen Magazin alles über Sinn und Unsinn der Nährstoffsupplementierung.

ALLSPORT Der schnellste

ALLSPORT Der schnellste Weg zum Golfsport Das ist der Österreichische Golfverband ÖGV) Gründungsjahr: 1931 Vereine: 156 Mitglieder: aktuell ca. 105.000 Präsident: Dr. Peter Enzinger Generalsekretär: Robert Fiegl Verbandsadresse: Österr. Golfverband, 1030 Wien, Marxerstraße 25 „HELLO KIDS“ ist nur eine der Aktionen, mit denen man in Österreich vermehrt auch die Kinder und Jugendlichen zum Golfsport bringen will. meinem eigenen Sohn gesehen, der als Kind sehr lebhaft war. Da hat ihm Golf geholfen, ruhiger zu werden, weil er sich vor jedem Schlag einfach 20, 30 Sekunden lang voll konzentrieren musste.“ Abschlagen als Therapie quasi. ALLES IST LOCKERER GEWORDEN Überhaupt hat sich im Golf in den vergangenen Jahren viel geändert. „Alles ist zum Glück ein wenig lockerer geworden“, sagt Robert Fiegl, „und das beginnt bei den mittlerweile nicht mehr so strengen Kleidervorschriften. Aber auch die Lehrmethoden haben sich geändert. „Wir haben in den letzten zehn Jahren rund 400 Golfer zu Übungsleitern ausgebildet und ihnen gezeigt, wie man speziell Kindern den Sport näher bringt; dass es keinen Sinn hat, sie nur Golf spielen zu lassen.“ Im Gegenteil: „Sie sollen Fußball spielen, Ski fahren, Basketball spielen – was auch immer. Eine polysportive Ausbildung ist immer gut“, sagt Fiegl. Schließlich gebe es genügend Fälle wo 12-Jährige „Nur-Golfer“ den Ball zwar besser treffen als andere Kinder, beim Laufen aber über ihre eigenen Füße fallen würden. „Die hören dann spätestens in der Pubertät mit dem Golf wieder auf, oder werden von Kindern, die mehrere Sportarten betreiben klar überrundet.“ Auch bei erwachsenen Einsteigern sollten Spaß und Abwechslung im Vordergrund stehen. „Bei den vielen Schnupperkursen, die es österreichweit gibt, gehen die Trainer immer immer auf den Platz und spielen ein Loch.“ Denn nur auf der Driving Range oder dem Puttinggreen spüre man nicht, was den Sport ausmacht. „Darum geht es nämlich: um das Erleben des Ganzen“, sagt Fiegl. „Wir können noch so viele Plakate drucken und Inserate schalten – alles wirkungslos, wenn die Leute nicht selbst erleben, was für ein faszinierender Sport an der frischen Luft und in fast ausnahmslos schöner Umgebung das Golfen ist. Genau dort müssen wir sie abholen.“ FEHLENDE UNTERSTÜTZUNG Nach guten Jahren, was die Neueinsteiger betrifft, hat sich die Kurve deutlich abgeflacht, im vergangenen Jahr gab es sogar seit längerer Zeit wieder einen geringfügigen Mitgliederrückgang um 1,2 Prozent. „Das kann man so und so sehen“, sagt Fiegl. „Wir wissen, dass wir wieder darauf schauen müssen, Leute zum Golf zu bringen. Andererseits: Vor 20 Jahren gab es 5.000 Golfer, heute sind es 105.000. Also sage ich: Wir können schon auch ein bisschen stolz sei, auf das, was wir haben.“ In Wallung gerät das Blut des Generalsekretärs, der selbst ein leidenschaftlicher Golfer ist, nur beim Thema Förderungen. Durch das neue Sportförderungsgesetz sind ihm – und den meisten anderen Verbänden LAUT STATISTIK Laut Statistik der Bundessport-Organisation Österreichs (BSO) von 2015 ist der ÖGV mit rund 105.000 Mitgliedern der fünftgrößte Sportverband des Landes – hinter Fußball, Tennis, Skilauf und Stocksport. Landesverbände gibt es in allen neun Bundesländern. UM AUF EINEM GOLFPLATZ ohne Trainer spielen zu dürfen, benötigt man einen erfolgreich absolvierten „Platzreife-Kurs“, bei dem grundlegende Techniken, Regeln und Etikette vermittelt werden. Um sein Handicap dann verbessern zu können, ist die „Turnierreife“ notwendig. Diese Kurse werden von den Golfclubs angeboten. Um spielen zu dürfen, ist auf den meisten Plätzen auch die Mitgliedschaft in einem Golfclub Bedingung. KONTAKT: ÖGV, Tel.: 01/505 32 45 E-Mail: oegv@golf.at ALLE GOLFPLÄTZE IN ÖSTERREICH Web: golf.at die Förderungen für Nachwuchsprogramme wie „Hello Juniors“ gestrichen worden. „Und zwar mit dem Argument, das sei eine reine Breitensport-Aktion. Unfassbar.“ Denn so würden sich noch weniger Leute bewegen und die Abwärtsspirale sich munter weiterdrehen. „Beim ÖGV sind wir noch in der glücklichen Lage, dass wir unsere Programme auch ohne Förderungen durchziehen können. Aber viele andere Verbände eben nicht. Und die trauen sich dann logischerweise auch nicht aufzumucken, weil sie Angst haben, dass ihnen der letzte Rest auch noch gestrichen wird.“ 70 SPORTaktiv

TALK FOTOS: gepa-pictures, Antenne Schulgolftag DR. PETER ENZINGER ist Präsident des Österreichischen Golfverbandes. Herr Präsident, wie sind Sie selbst zum Golfsport gekommen? Wie so viele andere auch. Freunde haben mich zu meinem ersten Golftag eingeladen, ich war sofort fasziniert. Was auch gleich meine wichtigste Message wäre: Hingehen, ausprobieren und eine der schönsten Sportarten selbst erleben. Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung des Golfsports in Österreich? Wir können sehr stolz auf eine kontinuierliche und äußerst positive Entwicklung sein, restlos zufrieden ist man natürlich nie. Wir zählen heute über 100.000 aktive Golfer und sind damit unter den Top-5- Sportarten Österreichs. Was macht für Sie die Faszination Golf aus? Da gibt es nicht nur eine Antwort. Für die Jungen ist Golf als mittlerweile „athletischer Spitzensport“ interessant, für viele Golfer ist es die Kombination Natur-Bewegung-Freundschaft, für manche die beste „Burn-out Prävention“, und nicht zuletzt ist Golf eine der ganz wenigen Sportarten, die man auch im fortgeschrittenen Alter noch lernen und ausüben kann. Golf ist eine faszinierende „Lifetime-Sportart“. Ist Golfen für einen Durchschnittsverdiener leistbar? Natürlich. Golf ist weder elitär noch teuer, das sind sehr alte Vorurteile. Tatsächlich würde ich Golf als günstig und mit einem sehr guten Preis-Leistungs­ Verhältnis bezeichnen. Keine Spitze ohne Breite. Welche Initiativen gibt’s da? „Hello Juniors“, die Gratisaktion für Kinder, ist eine von zahlreichen Säulen unserer Aktivitäten, ebenso wie die Ausbildung von „Jugend-Übungsleiter“. Und den Erwachsenen möchte ich ans Herz legen, einfach einmal eines der vielen Schnupperangebote der Golfclubs in Anspruch zu nehmen und sich selbst zu überzeugen. Wie gesagt, mit Golf kann man nicht nur im fortgeschrittenen Alter beginnen, es ist eine der besten Entscheidungen, um aktiv, beweglich und gesund zu bleiben. Selbst ÖGV-Meisterschaften tragen wir bis zur Altersklasse 70+ aus – und Nichtgolfer würden sich wundern, wie sportlich und gesellig es dort zugeht. Ihr persönliches Golfmotto lautet? Jeden Tag des Lebens genießen – und möglichst viele davon auf einem der wunderschönen österreichischen Golfplätze. SAG UNS ... DEINE MEINUNG Der Verbandspräsident und der Ex-Tour-Profi über ihre große Leidenschaft, den „ewig jungen“ Golfsport. MARKUS BRIER spielte viele Jahre erfolgreich auf der European Tour. Deine Anfänge als Golfer? Mein Vater war immer schon sportbegeistert und so war es naheliegend, dass die ganze Familie auch einmal Golf ausprobiert, als bei uns in der Nähe ein Golfplatz (GC Hainburg) gegründet wurde. Meine Begeisterung von damals hat sich bis heute nicht gelegt. Welche Voraussetzungen braucht man, um Profi werden zu können? Profi werden kann jeder, die Frage ist eher, ob man davon leben kann. Dafür braucht man eine gesunde Mischung aus Talent, Fleiß und mentaler Stärke. Und es ist sehr wichtig, sich ein gutes Team aufzubauen. Dazu gehört zuerst die Unterstützung in der Familie, aber auch Trainer, Manager und Freunde. Was bedeutet Golf für dich nach der Profikarriere? Golf ist für mich noch immer ein sehr großer Teil meines Lebens. Viele meiner Tätigkeiten haben direkt oder indirekt mit Golf zu tun. Als Coach beim ÖGV bin ich immer mitten im Turniergeschehen, nur eben ein bisschen auf der anderen Seite. Und bei meinen eigenen Golf-Mentalseminaren versuche ich, meine Erfahrungen aus vielen Golfjahren weiterzugeben. Du kennst sicher die schönsten Golfplätze der Welt. Kann Österreich da mithalten? Auf alle Fälle. Landschaftlich bietet Österreich so ziemlich alles, was das Golferherz begehrt. Ein Meer haben wir zwar leider nicht, aber vor allem die vielen Plätze in den Bergen sind faszinierend und jedesmal eine heue Herausforderung. Auch der Zustand der Plätze ist durchwegs auf sehr hohem Niveau, wie man bei den diversen Turnieren immer wieder bestätigt bekommt. Dein persönlicher Rat für verzweifelte Golfer? Das darf man nicht so tragisch sehen. Es gibt viel Schlimmeres als schlechte Golfschläge, und den verlorenen Ball können wir uns hoffentlich noch leisten. Für den Großteil ist Golf ein Hobby – und dementsprechend sollte man nicht zu hohe Erwartungen haben. Golf ist wieder olympisch. Was ist für unseren Topgolfer Bernd Wiesberger möglich? Bernd hat zur Genüge gezeigt, dass er in der Weltspitze mitspielen kann. Wenn er eine gute Woche erwischt, ist ein Top-3-Platz, das heißt, eine Medaille, sicher drin. Aber die Spitze ist im Golf so dicht, dass man so etwas überhaupt nicht voraussagen kann. Nr. 2; April / Mai 2016 71

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