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SPORTaktiv April 2018

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94 SPORTaktiv Fotos: Wünscher

ALTER SCHÜTZT VOR LEISTUNG NICHT Die Voraussetzungen hätten schlechter nicht sein können. Ein Mann in seinen 50ern, 120 Kilogramm, Nichtschwimmer. Zwar viel auf Achse, aber halt eher im Nachtleben. Das alles war einmal. Heute ist Johann Wünscher Triathlet, Ironman-Finisher, Doppel-Ironman-Finisher und 24 Stunden-Radler. Und weil mit 66 Jahren das Leben ja bekanntlich erst anfängt, hat er im Sommer den Triple-Ironman in Bad Blumau auf dem Zettel. Darum kommt er am frühen Vormittag auch schon vom Schwimmtraining. „Eine Stunde Technik, weil ich das immer noch nicht g’scheit kann“, sagt der „Hans“, den die anderen Triathleten, die im Laufe des Tages hier zum Training eintrudeln, alle per Handschlag begrüßen. Einer wie er ist eben bekannt, weil die Ausnahme. Denn, dass jemand mit 50 erst mit dem intensiven Ausdauersport beginnt, ist nicht die Regel. Schon gar nicht mit Triathlon. „Ich war ja bis ins Erwachsenenalter Nichtschwimmer, bis es mir JOHANN WÜNSCHER IST 66 UND TRIATHLET. VOR 16 JAHREN WAR SEIN GEWICHT DREISTELLIG, HEUTE BEWÄLTIGT ER DIE DREIFACHE IRONMAN- DISTANZ. SEINE ZIEL GEHT ABER ÜBER DAS KÖRPERLICHE HINAUS. ER WILL VORZEIGEN, DASS ES NIE ZU SPÄT IST. VON KLAUS MOLIDOR meine Frau einmal ein bissl gelzeigt hat. So, dass ich halt mit dem Kopf über Wasser bin“, erzählt er und lacht. Mittlerweile krault er schon, aber eben lange nicht perfekt. Irgendwann vor 16 Jahren hat er gemerkt: So geht es nicht weiter. Nächtelang unterwegs, ordentliches Übergewicht. „Das war meine Midlife Crisis. Ich war komplett schräg drauf. Da hab ich mir dann gedacht: Jetzt muss sich was ändern.“ Immerhin hatte er da schon dem Rauchen abgeschworen und sich vom ersparten Geld ein Rennrad gekauft, das dann entstaubt wurde. Und so ist es dahingegangen. Erst kleine Runden, dann immer mehr, bis zu 12- und 24-Stunden-Rennen. Über Sohn Andreas, der selbst Triathlet ist, hat er in den für ihn neuen Sport hineingeschnuppert. „Irgendwie hat mich das dann schon interessiert, nur hab ich halt nicht schwimmen können.“ Ausschlaggebend war dann, dass ihm zwei Mal ein 24-Stunden-Rennen abgesagt wurde. „Dafür hab ich aber monatelang hintrainiert. So hab ich es dann einfach probiert.“ Botschafter der Krebshilfe Die Basis war gelegt, Wünscher mit dem Sport infiziert. Auch, weil er dadurch Kilos verloren und Lebensqualität gewonnen hat. Schlüsselerlebnisse haben die Motivation noch beschleunigt. „Zum Beispiel hab ich auf meiner Hausrunde andere Läufer bergauf überholt. Trotz meines Gewichts.“ SPORTaktiv 95

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