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SPORTaktiv April 2019

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TRÄUMEN DARF MAN IMMER!

TRÄUMEN DARF MAN IMMER! AUCH DAVON, MIT ÖSTERREICH DAS VIER- TELFINALE EINER EISHO- CKEY-WM ZU ERREICHEN. FINDET ZUMINDEST PETER SCHNEIDER, TEAM-STÜRMER UND BESTER SCORER DER ERSTE BANK EISHOCKEY LIGA. NICHT DAS EINZIGE, WAS DEN CAPS-STAR ZU EINEM ECHTEN SIEGERTYPEN MACHT. VON MARKUS GEISLER eter Schneider – was für P ein Allerweltsname. Massentauglicher geht es kaum, allein Wikipedia spuckt mehr als 30 Personen aus, die unter diesem Namen Meriten gesammelt haben. „Dafür ist er leicht zu merken und ich bin online schwer zu finden. Ich finde, er hat eher Vorteile“, sagt der Topscorer der heimischen Eishockey-Liga und er hat leicht reden. Denn seit seiner Rückkehr nach Österreich im Herbst 2017 hat sich der 28-Jährige mit Topleistungen einen Namen gemacht, einen richtig guten sogar, einen, der den Verteidigern zwischen Fehervar und Dornbirn allein schon beim Hören die Schweißperlen auf die Stirn treibt. 35 Tore und 34 Assists stehen nach Grunddurchgang und Pick-Round zu Buche (entspricht 69 Punkten in 54 Spielen), eine bärenstarke Ausbeute, die so manchen Legionär der Liga alt aussehen lässt. Dabei hat Peter Schneider klare Vorstellungen davon, warum es heuer bei 150 SPORTaktiv

Im Dress der Caps hatte Peter Schneider heuer gut Lachen – auch im Dress der Nationalmannschaft bei der WM? Fotos: Getty Images, GEPA pictures ihm noch besser läuft als in seiner auch schon starken Premieren-Saison. „Erstens: Ich spiele in einem hervorragenden Team. Zweitens: Nach meiner Rückkehr aus Amerika musste ich mich erst an die größere Eisfläche gewöhnen, daran, dass man sich etwas mehr Zeit nehmen sollte, bevor man den Puck weiterspielt. Jetzt kann ich das Spiel viel besser lesen.“ Und drittens hat der gebürtige Klosterneuburger vergangenen Sommer seine Ernährung radikal umgestellt und ernährt sich seitdem vegan. Nicht aus ethischen, sondern rein aus sportlichen Motiven. „Wenn man das eine Zeit lang konsequent durchzieht, fühlt man sich körperlich besser, frischer, munterer. Die Saison ist schon lang, aber ich habe das Gefühl, immer noch voll im Saft zu stehen.“ Gerade in den derzeit laufenden Playoffs, in denen sein Klub Vienna Capitals derzeit im Halbfinale um den Titel kämpft, ein unschätzbarer Vorteil. Und dann gibt es ja noch ein besonderes Highlight, das vom 10. bis 26. Mai in der Slowakei über die Bühne geht: die Weltmeisterschaft, bei der Österreich dank der erfolgreichen Mission Klassenerhalt 2018 wieder bei den 16 besten Nationen mitspielen darf. „Auch wenn man nach einer langen Saison körperlich und mental leer ist. Wenn die WM beginnt, ist jeder voll da und will das Beste herausholen. Erst recht in einem Land wie Österreich, für das die Teilnahme nicht selbstverständlich ist.“ Aber wenn man schon mal da ist, wollen die ÖEHV-Cracks auch für Furore sorgen. „In einer Best-of-seven-Serie wird sich immer der Stärkere durchsetzen. Aber bei einer WM kann in einem Spiel immer alles passieren, dann können wir auch Nationen wie die Schweiz ärgern, so wie 2018, als wir erst in der Overtime verloren.“ Und auch wenn es in den Bereich der Sensation fiele – den Traum von einem Viertelfinaleinzug will sich Peter Schneider nicht nehmen lassen. „Träumen darf man immer!“ Für den Flügelstürmer sind die Spiele in Bratislava (s. Kasten) auch so etwas wie eine Heimkehr, bei der er sich freut, viele alte Kumpels von früher wiederzusehen. Denn als er 14 Jahre alt und im österreichischen Eishockey-Nachwuchs so etwas wie ein Star war, wechselte er in die slowakische Hauptstadt. Und musste sich dort in einem fremden Umfeld erst wieder nach oben kämpfen. Eine harte Prüfung, wie er verrät. „Ich weiß noch genau, wie mein Vater mich nach Bratislava gefahren und vor der Schule abgesetzt hat, dann ist er weggefahren. Als der Direktor alle Schüler namentlich aufgerufen hat, habe ich meinen nicht verstanden und stand plötzlich ganz allein vor der verschlossenen Schule.“ Eine Erfahrung, die ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Denn Schneider lernte, sich durchzubeißen und widrigen Umständen zu SPORTaktiv 151

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