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SPORTaktiv April 2019

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Tag X rückt näher. Am

Tag X rückt näher. Am 25. Mai werde ich kurz nach Sonnenaufgang am Strand von Puerto del Carmen stehen. Vor mir liegt dann mit dem Ironman Lanzarote der angeblich härteste seiner Zunft. Leider habe ich mir nicht nur vorgenommen, ins Ziel zu kommen. Sondern auch noch Sprüche geklopft: Ich möchte im besten Drittel der Altersklasse M 40–44 landen. Das ist mein Ergebnisziel. Dafür werde ich eine Zeit von unter 12:00 h benötigen. Das ist mein Leistungsziel. Um das zu erreichen, trainiere ich derzeit nicht nur meine physische Konstitution. Ich befasse mich auch intensiv mit meiner Psyche. Denn die – so viel habe ich bereits gelernt – hat’s in sich. Mit meinem Mentalcoach Wolfgang Seidl habe ich einen Schlachtplan ausgearbeitet. So soll es mir gelingen, mich Schritt für Schritt meinem Limit anzunähern. Vor dem Start Jeder Athlet ist anders. Die einen sind vor dem Start nervös, andere vielleicht stoisch ruhig. Jeder muss für sich herausfinden, was gut für ihn ist. In den meisten Fällen wird es allerdings hilfreich sein, den Zustand einer wohldosierten, positiven Anspannung herzustellen. In Wolfgang Seidls Praxis in Wien haben wir hierfür mein Biofeedback betrachtet. Über einen Sensor am Ohrläppchen wird die Balance von Sympathikus (Fluchtmodus) und Parasympathikus (Ruhepol) ermittelt. Dabei wurde offensichtlich: Entspanne ich mich gedanklich, erreicht mein Herzschlag eine gleichmäßige Amplitude; visualisiere ich eine unangenehme Situation, kritzelt der Computer sofort ein hektisches Zickzack auf den Bildschirm. Hirn und Herz sind ein eingeschworenes Team. Um die Zone unserer idealen Leistungsfähigkeit zu erreichen, müssen wir lernen, gezielt auf die beiden einzuwirken. „Mit der richtigen Vorstartroutine können wir uns in einen Zustand versetzen, der uns einen besseren Zugriff AUF ANS LIMIT SPORTAKTIV-AUTOR AXEL RABENSTEIN BEREITET SICH AUF DEN IRONMAN LANZAROTE VOR. HIERFÜR TRAINIERT ER GEZIELT SEINE MENTALE STÄRKE. DAMIT ER SEINEN KÖRPER DAVON ÜBERZEUGEN KANN, GEMEINSAM MIT IHM ANS LIMIT ZU GEHEN. auf unsere Ressourcen ermöglicht“, sagt Wolfgang, der mit Michi Weiß den besten österreichischen Ironman coacht: „Hierfür ist es wichtig, seine Gefühle zu ordnen und Vorfreude zu spüren. Warum stehe ich hier am Start? Weil ich es unbedingt möchte. Dieses Bewusstsein ist wichtig. Außerdem sollte man nicht an verpasste Trainingschancen denken, sondern lieber an eine harte Einheit aus der Vorbereitungszeit. Das gibt uns die Sicherheit, genug getan zu haben.“ Auf unkontrollierte, negative Gedanken folgt Kurzatmigkeit, die einen erhöhten Puls verursacht, der sinnlos viel Energie verfeuert. „Ich sage, wo’s langgeht“, so Wolfgang, „und nicht mein VON AXEL RABENSTEIN Körper.“ Wer nahe bei sich selbst sein möchte, um aus seiner inneren Balance Kraft zu schöpfen, kann das trainieren. Hierfür empfiehlt sich folgende Hausübung: Durch die Nase einatmen, Bauch heben, Gedanken ausblenden, die innere Ruhe genießen, langsam ausatmen; und wenn der Atemimpuls kommt, wieder einatmen. So bringen wir uns in einen ausgeglichenen Zustand. Wer sich jetzt noch selbstbewusst aufrichtet, mit einem ritualisierten Satz die eigene Vorfreude anheizt und mit einem Klopfer auf das Brustbein die Thymusdrüse stimuliert, um das Körpersystem zu aktivieren – der ist bereit für große Taten. Fotos: Ocean Lava Triathlon, Mana4you 82 SPORTaktiv

Das Diagramm zeigt ganz klar und auf den ersten Blick. Unter Stress (oben) wird der Herzschlag aus der ruhigen Bahn geworfen. Sind wir gelassen, pocht das Herz schön gleichmäßig. SPORTaktiv 83

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