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SPORTaktiv April 2019

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ZWEI WOCHEN WIE IM FLUG

ZWEI WOCHEN WIE IM FLUG 1000 KILOMETER UND 54.000 HÖHEN- METER LIEGEN ALS KLASSISCHE WEITWANDERUNG ZWISCHEN WIEN UND DEM BODENSEE. DER OBERÖS- TERREICHER ANDREAS VIEHBÖCK SCHAFFTE DIESE STRECKE DURCH ÖSTERREICHS NORDALPEN IN NUR 14 TAGEN: ZU FUSS UND MIT DEM GLEITSCHIRM. VON CHRISTOF DOMENIG BREGENZ er pedes und per Gleitschirm den Alpenbogen der Länge nach queren? Dieses Konzept könnte einigen bekannt vorkommen. Ähnlichkeiten mit dem „Red Bull X-Alps“ waren bei Andreas Vieböcks „Hike and Fly“-Projekt auch nicht zufällig, sondern erwünscht. Der 31 Jährige wird im Juni den Salzburger Paul Guschlbauer zum zweiten Mal beim Red Bull X-Alps als Supporter begleiten, beim (in der typischen Diktion des Hauptsponsors) „härtesten Abenteuerrennen der Welt“. Selbst einmal zu jenen 32 auserwählten Startern beim X-Alps, dem Wettrennen und -fliegen von Salzburg nach Monaco, zu gehören: „Das wäre ein Traum und darauf arbeite ich hin“, sagt Andreas Viehböck. Es ist allerdings nicht leicht, einen Startplatz zu ergattern, bewerben sich für den alle zwei Jahre stattfindenden Event doch stets mehr als 500 Sportler aus aller Welt. Um überhaupt eine Chance zu haben, braucht es „Erfahrung und Vorzeigbares“, erläutert Viehböck, der erst 2015 mit dem Paragleiten begann und schon mehrmals beim Dolomitenmann als Gleitschirmpilot mit dabei war. 2018 absolvierte er zudem die „Bordair race“- Serie: Bei diesen „Hike & Fly“-Rennen müssen innerhalb von 33 Stunden möglichst lange Distanzen zu Fuß und per Paragleiter zurückgelegt werden. Um die X-Alps-Organisatoren zu überzeugen, helfen aber auch selbst geplante und durchgeführte Projekte: Genau das war ein wesentlicher Grund, warum Andreas Viehböck im letzten September die Nordalpendurchquerung als Solotour mit Gleitschirm vom Osten Fotos: SPORT 2000/C. Hemmelmeir 94 SPORTaktiv

WIEN in den Westen Österreichs versucht hat. Ein Unternehmen, das noch niemand zuvor in dieser Form probiert hat. Ungewissheit als Herausforderung Die geplante Route zwischen Wien und Bregenz richtete sich im Wesentlichen nach dem „österreichischen Weitwanderweg 01“, auch „Nordalpenweg“ genannt. Als Fußmarsch liegen rund 1000 Kilometer und 54.000 Höhenmeter zwischen Wien und dem Bodenseeufer. Wie große Teile der Strecke sich aber fliegend zurücklegen lassen würden und wie genau die Route überhaupt eingehalten werden könne, so etwas lasse sich kaum voraussagen, erklärt der Oberösterreicher. „Die Herausforderung liegt auch in der Ungewissheit.“ Außerdem in den vielen benötigten Fähigkeiten: „Man muss navigieren, braucht geografisches Wissen, Kenntnisse in Wetterkunde und natürlich fliegerische Fähigkeiten. Die wiederum bekommt man nur durch ständige Praxis und viel Routine.“ Viehböck sagt auch: „So schön der Sport ist, so gefährlich ist er auch: weil sehr viele Parameter passen müssen.“ Am 11. September 2018 nahm Andreas Viehböck die Strecke in Angriff. Wer Flugerfahrung besitzt, könnte einwenden, dass ein früherer Sommertermin geeigneter für diese Tour gewesen wäre: Verschiedene Umstände ließen dem im Brotberuf selbstständigen Elektrotechniker keine andere Terminwahl zu. Doch wie die Tatsache, dass die umgekehrte Richtung von West nach Ost (also von den höheren in die niedrigeren Berge) einfacher gewesen wäre, nahm Viehböck auch den Termin bloß als zusätzliche Herausforderung an. SPORTaktiv 95

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