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SPORTaktiv April 2020

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MATTHIAS PILZ ist 30,

MATTHIAS PILZ ist 30, Bergsportler, Ausbildner der Naturfreunde für Klettern, Hochtouren und Skitouren, hält Kurse zur GPS-Anwendung im Outdoorsport www.naturfreunde.at www.tourenportal.at des zugrunde liegenden digitalen Kartenmaterials. Weglänge, Höhenprofil usw. werden automatisch erstellt. Und wieder muss man eigentlich nur noch: Start drücken und dem Weg folgen. In der Praxis stehen viele auch bei dieser Variante bereits draußen am Startpunkt und geben den anvisierten Gipfel ein. So wie im Auto. Weg berechnen, nachgehen, fertig. Ist so einfach, wie es klingt. „Analog zur Navigation im Auto können sich jedoch Probleme ergeben, wenn man die berechnete Route gar nicht hinterfragt. Der Unterschied zum Straßenverkehr: Wo sich dort das Problem beim LKW zeigt, der auf der schmalen Bergstraße steckengeblieben ist, ist im Bergsport das Gefahrenpotenzial größer“, mahnt Pilz. Es wäre schon vorgekommen, dass Wanderer über schwierige Klettersteige geschickt wurden, weil eben der Klettersteig nicht als solcher für die Software erkennbar war. Dazu muss man wissen: Kostenlose Angebote arbeiten in der Regel mit „Open Street Map“. „Diese Karte wird ja von der Community – zahllosen freiwilligen Kartographen gezeichnet. Dementsprechend unterschiedlich ist die Qualität“, weiß der erfahrene Bergsportler. Im Vorteil ist, wer ein wenig investiert und die Bezahlversion nutzt: Beim „Tourenportal Pro“ der Naturfreunde (um 2,50 Euro pro Monat) ist die ÖK-Karte im Hintergrund. Das amtliche österreichische Standard-Kartenwerk ist im Bergsport das Maß der Dinge. Die „Pro“-Version ist aber auch deshalb für alle Unternehmungen in den Bergen zu empfehlen, weil sie die Möglichkeit bietet, die Daten offline zu speichern. Navigation funktioniert dann unabhängig vom Netzempfang. „Ich kann ohne Mobilfunk- und Datenempfang arbeiten. Am besten ist es, das Gerät zur Akkuschonung in den Flugmodus zu schalten“, sagt Pilz. Auf die Möglichkeit des Offline-Speicherns solle man unbedingt achten, sobald man in den Bergen mit dem Smartphone navigieren möchte: Alles andere sei eigentlich nur „zum Testen oder in Tallagen“ ausreichend. 3 GPS-Track querfeldein – als direkte Linie zwischen zwei Punkten. Geht es höher hinauf, wo es keine Wege mehr gibt, oder im Winter auf Skitouren, dann kommt die dritte Möglichkeit der GPS-Anwendung ins Spiel. Eigentlich ist es die älteste, klassische Form: Einzelne Punkt werden per Luftlinie verbunden. Im „Minimalfall“ besteht zwischen Start- und Endpunkt eine direkte Linie – oder man definiert vorab Zwischenziele auf seinem „GPS-Track“. Man kennt dann unterwegs den Abstand und die Richtung zum Ziel und sucht sich im Freien mit Kartenhilfe den besten Weg. „Auch während der Tourenplanung ist es möglich, zwischen automatischer Routenberechnung und direkter Linie umzuschalten. Das ist zum Beispiel auf Hochtouren von Vorteil, wenn man zuerst auf Wegen navigiert – und dann im vergletscherten Bereich ohne Wegenetz.“ Auf der anderen Seite kann es auch einfach beim Schwammerlsuchen sinnvoll sein, einen Weg querfeldein vorausplanen zu können. Mit Pfeil und Sprachführung Bleiben noch zwei Fragen an den Experten. Erstens: Nach dem Sinn von Navigieren nach Gehör, wie man es im Auto kennt. Bringt es outdoor etwas, wenn das Gerät sagt: „Jetzt links abbiegen“ oder: „Wenn möglich, bitte wenden“? Angeboten wird es teilweise schon. „Sprachführung und Abbiegehinweise in Pfeilform sind eine logische Ergänzung der automatischen Routenberechnung“, meint Matthias Pilz. „Da es bisher noch wenige solcher Anwendungen gibt, ist das Potenzial schwer abschätzbar. Ich denke, die Funktion wird ein nettes Gadget bleiben, das beim Radfahren einen Mehrwert bringt. Im alpinen Bereich, auf Bergtouren, Skitouren oder Hochtouren wird der Blick auf das Display und die Karte weiterhin mehr als nur sinnvoll bleiben.“ Zweitens: Soll man die gedruckte Karte weiterhin dabeihaben? Antwort: unbedingt. „Die Basis jeder Tourenplanung oder Outdoor-Navigation ist nach wie vor das Verständnis der Karte – das wird leider oft vergessen. Man sollte die moderne Form der Tourenplanung als Ergänzung zum Basiswissen über Karten verstehen“, sagt Matthias Pilz. So fein die Technik auch ist, empfiehlt Pilz auch immer, einen Ausfall des elektronischen Geräts in der Planung von Outdoor-Unternehmungen in Betracht zu ziehen. Wozu es gehört, die in der Planung ermittelten Daten auch auszudrucken und in den Rucksack zu stecken. Und sollte der Akkustand kritisch werden, lieber rechtzeitig analog weiternavigieren: Es sollte immer eine Stromreserve vorhanden sein, um bei Bedarf einen Notruf absetzen zu können. Fotos: Naturfreunde/Martin Edlinger, Matthias Pilz 84 SPORTaktiv

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