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SPORTaktiv August 2016

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FIT Fit im Wald DAS

FIT Fit im Wald DAS FITNESSSTUDIO WIRD GRÜN! Während andere der Sommerhitze durch Training in klimatisierten Studios ein Schnippchen schlagen wollen, nutzen immer mehr Hobbysportler den kühlen Wald als abwechslungsreichen „Bio-Fitness-Parcours“. Die gute alte „Fitmeile“ feiert ihr Comeback – aufgepeppt durch modernste Trainingserkenntnisse. TEXT: Christoph Lamprecht 26 SPORTaktiv

FOTO: Thomas Polzer Ein Sonntagmorgen im August. Zügig hirscht eine Gruppe junger Läufer durchs Gehölz, duckt sich unter Ästen, balanciert über Stämme, springt über Gräben – und stoppt dann kurz, um größere Steine als Hanteln zu nutzen. Es sind keine Trailrunner, die hier bloß Geländekilometer machen – diese Hobbysportler absolvieren ganz gezielt ein modernes Fitnesstraining! „Diese sogenannten ,Vorgabeläufe‘ in der Natur sind eine spannende Methode, etwas für seinen Körper zu tun“, erklärt Runtastic-Sportwissenschafter Mag. Herwig Natmessnig. „Dabei gibt immer ein Läufer den Weg für die anderen vor und versucht, querfeldein so viele Hindernisse und Aufgaben in die Laufstrecke einzubauen wie möglich. Vor allem in der Gruppe macht dieses Fitnesstraining besonders viel Spaß und ist gleichzeitig auch ein hervorragendes Geschicklichkeits- und Balancetraining.“ Das Repertoire an Übungen wird nur durch die eigene Kreativität begrenzt und kann neben Klassikern wie Liegestütz und Kniebeuge auch nicht ganz alltägliche Trainingsformen wie Baumklettern oder das Springen über Bäche enthalten. Aufwendiges Equipment braucht man dafür nicht – verwendet wird, was gerade vor Ort ist. Wer es braucht, verwendet ergänzend leicht zu transportierende Trainingshilfen wie TRX- oder Therabänder. Ob eine Einheit lauflastig ausfällt oder nicht, ist Geschmackssache und hängt davon ab, in welchen Bereichen man sich verbessern möchte. ALLES SCHON DA GEWESEN Der Trend, beim Freilufttraining unterschiedliche Aspekte der Gesamtfitness zu verbinden, ist alles andere als neu. Vor fast einem halben Jahrhundert wurden in unseren Breiten bereits ähnliche Konzepte wie heute propagiert, um einer Gesellschaft, die zunehmend an Zivilisationskrankheiten zu leiden begann, gesunde Bewegungsalternativen aufzuzeigen. Bereits 1962 war unter dem klingenden Namen „Schweißtropfenbahn“ im westfälischen Münster der erste Fitness-Pfad im deutschsprachigen Raum eröffnet worden. Der Höhepunkt so gearteter Parkours folgte rund zehn Jahre später: Ab Anfang der 70er-Jahre bewegte der (bundes-)deutsche „Sportbund“ mit seiner „Trimm dich“-Initiative Hunderttausende zu mehr körperlicher Aktivität auf eigens geschaffenen Freiluftrouten, wo Freizeitsportler diverse Stationen mit Beschreibungstafeln für effektive Grundlagenübungen wie Klimmzüge oder Einbeinstand absolvierten. Die Idee hinter der großangelegten Aktion unserer Nachbarn kam aus dem hohen Norden. Unter der skandinavisch knappen Bezeichnung „Trim“ wurde in Norwegen schon Ende der 60er-Jahre der breiten Bevölkerung ein vielseitiges Outdoor-Fitness-Konzept nähergebracht. In Anlehnung daran erfreuten sich auch in Österreich die sogenannten „Forst-“ oder „Fitmeilen“ großer Beliebtheit, während in der Schweiz auf „Vitaparcours“ trainiert wurde. Dass die kostenlosen Angebote gern angenommen wurden, war nicht zuletzt der gesundheitlichen Notwendigkeit geschuldet, denn rund 25 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatte sich in Mittel- und Westeuropa bis auf wenige Ausnahmen erstmals eine Wohlstandsgesellschaft gebildet, in der Übergewicht und Herzinfarkte zunehmend zum Problem wurden. DIE LAUFWELLE Zu Beginn der 80er-Jahre stagnierte der Boom um die Fitness-Parkours und kam bald zu einem Ende. Nun war Joggen in Mode, und zahlreiche Freiluftanlagen wurden aufgelassen und verfielen. Der schon 1975 getitelte Slogan „Ein Schlauer trimmt die Ausdauer“ geriet zunehmend zum Mantra der wachsenden Läufergemeinde, während Körperkraft- und Koordinationsübungen für die breite Masse immer mehr zur Nebensache wurden. Aber in den letzten Jahren hat sich dieser Trend wiederum gedreht. Noch immer wird eifrig gelaufen – aber die einstigen „Nur-Jogger“ haben neue Spielarten entdeckt. Trailrunning ist in, vor allem aber freut man sich weltweit bei Abenteuer- und Hindernisläufen wie der Fisherman-Strongman- Run-Serie oder auch dem Grazathlon über steigende Teilnehmerzahlen. Der Hintergrund: Auch hier sind die Strecken von Stationen gesäumt, die den Teilnehmern neben Kraft und Nr. 4; August / September 2016 27

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