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SPORTaktiv August 2016

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ALLSPORT Es liegt an den

ALLSPORT Es liegt an den Eltern! DASS SPORTLICHE BEWEGUNG im Kindesalter das Fundament für ein gesundes Leben ist, darüber muss sicher nicht diskutiert werden. Die Frage, die sich stellt: Ist es die Schule, die den ersten „Baustein“ legen muss? Oder die Politik, der Sportverein? Die richtige Antwort lautet: Die Eltern sind der Schlüssel zum Erfolg! FOTO: iStock TEXT: Gerhard Polzer 82 SPORTaktiv

Warum wir diese Behauptung so ganz ohne Wenn und Aber an den Beginn dieser Geschichte stellen? Nun, zum einen deckt sie sich absolut mit unserer Überzeugung; und zum zweiten gibt es einen aktuellen Anlass, mit dem sich diese These einmal mehr untermauern lässt: Beim „2. Sportforum Schladming“, das Anfang Juni in der obersteirischen Sportstadt stattfand, lautete das zentrale Thema „Eltern im Sport“ – und Ronnie Leitgeb, die treibende Kraft hinter dieser Veranstaltung, hatte eine ganze Reihe anerkannter Experten zusammengebracht, die auf eindrucksvolle Weise die entscheidende Rolle des Elternhauses darstellten und auch begründeten, wenn es darum geht, den Kindern die Freude am Sport und an der sportlichen Bewegung zu vermitteln. Um diesem so wichtigen Thema nicht bloß einem illustren Kreis beim dreitägigen Forum, sondern bei möglichst vielen Eltern Gehör zu verschaffen, geben das Sportministerium und SPORT aktiv hier den wichtigsten Botschaften und Aussagen der Experten eine österreichweite Plattform. „Ohne die Mitarbeit der Eltern geht gar nichts“ DIPL. PÄD. MICHAELA EGARTER IST SEIT MEHR ALS 20 JAHREN ALS LEHRERIN TÄ- TIG, SCHUF VOR FÜNF JAHREN AN IHRER VOLKSSCHULE IN DER STEIERMARK DAS PROJEKT „FIT UND VITAL IN DEN UNTERRICHT“. Bei diesem Projekt haben die Kinder jeden Tag in der Früh eine Bewegungseinheit von 30 Minuten. Danach wird gemeinsam gefrühstückt und erst um halb neun beginnt das Lernen. Und für Michaela Egarter ist ganz klar: „Dieses Projekt mit den Schülern wäre nicht möglich, wenn ich die Eltern nicht miteinbeziehe oder zumindest einiges an Verantwortung an sie weiterleite. Das beginnt schon damit, dass die Eltern den Kindern die richtige Turnbekleidung mitgeben. Richtige Ernährung, genügend Bewegung in der Freizeit, alles das beginnt im Elternhaus!“ Die engagierte Pädagogin weiß aus jahrelanger Erfahrung, dass sportliche Bewegung Kindern auch zu intellektuellen Höchstleistungen verhilft. „Meine Schüler arbeiten nach der morgendlichen Bewegungseinheit konzentrierter und haben eine gesteigerte Aufnahmefähigkeit.“ Daher appelliert sie auch an ihre Kollegen: „Es muss sich einfach jeder Lehrer selbst dazu bereit erklären, mit den Schülern jeden Tag Bewegung und Sport zu machen. „Der eSport ist der Sport der digitalen Generation“ CHRISTOPHER FLATO ARBEITET BEIM GRÖSSTEN ESPORT-UNTERNEHMEN DER WELT UND BEFASST SICH INTENSIV MIT DER ROLLE DES ESPORTS FÜR DIE JUGEND. FOTOS: istock, Sportforum Schladming/gepa-pictures „Dass jüngere Generationen viel Zeit vor PC und Konsole verbringen, ist ein natürlicher Wandel unserer modernen Sozialstruktur. Dementsprechend hat sich auch der eSport in den vergangenen Jahren eine Position innerhalb der jungen, internationalen Gemeinschaft gesichert, die man in dieser Form nicht mehr ignorieren darf und mit der sich Eltern, Gesellschaft und Politik auseinandersetzen müssen. Der sportliche Aspekt von eSport-Turnieren wird dabei häufig unterschätzt – hier müssen wir Aufklärungsarbeit leisten.“ Dass die Jugend über eSport zu motivieren ist, erscheint vorstellbar. Doch wie können die Eltern, die oft von der elektronischen Entwicklung überrollt werden, in diesen Prozess eingebunden werden? „Eltern müssen sich mit den Interessen ihrer Kinder auseinandersetzen, die Faszination hinterfragen und sich selbst ein Bild machen. Warum nicht einfach dem Nachwuchs ein paar Stunden über die Schulter schauen, um das Spiel zu begreifen? Oder selbst ein paar Runden spielen? Manche Eltern wären überrascht, wie zugänglich die Kinder werden, wenn man für ihren Zeitvertreib Interesse zeigt.“ Kinder sollten Sport mit Spaß und Zeitvertreib in Verbindung bringen, nicht jedoch mit einem notwendigen Übel, welches sich zwei Mal die Woche in einer Turnhalle abspielt, sagte Christopher Flato. „Meiner Meinung nach spielt die spielerische Komponente beim Sport eine wesentliche Rolle. Erwachsene Menschen gehen in Fitnessstudios, um gesundheitlich ausgewogen zu sein und der von der Gesellschaft vorgeschriebenen, optimalen Figur zu entsprechen. Kindern sind diese Banalitäten fremd – sie betreiben Sport als spaßige Freizeitbeschäftigung, um sich zu messen und um die eigenen Grenzen auszuloten.“ Nr. 4; August / September 2016 83

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