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SPORTaktiv August 2018

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ROLLENDE| FITMACHER|

ROLLENDE| FITMACHER| INLINESKATES, SKIROLLER, KICKBIKE: DREI SPORTGERÄTE MIT DEM VERSPRECHEN, FIT VOM SOMMER IN DEN HERBST ZU ROLLEN. WIR HABEN DEM FITNESS- UND FUNFAKTOR DER DREI ROLLSPORT- ARTEN AUF DEN ZAHN GEFÜHLT. VON CHRISTOF DOMENIG Ein Spielzeug? Irrtum! Diese „Erwachsenen-Tretroller“, Kickbikes genannt, haben es in sich! In die Spielzeug- oder im besten Fall „Funsport“-Ecke werden oft auch Inlineskates eingeordnet. Dabei eignen sich auch die Skates für ein vollwertiges Fitness-Workout. Der Dritte im Bunde, der Skiroller, gilt wiederum eher als Profi-Gerät. Motto: „Super für die Langlauf-Elite – nix für Hobbysportler.“ Und noch einmal „Einspruch!“ Die Wahrheit ist: Alle drei Rollsportarten sind auch für Freizeitsportler eine tolle Trainingsergänzung und -alternative. Wer jetzt in der zweiten Saisonhälfte schon genug vom Trainingstrott hat, und auch mal neue Reize setzen möchte, sollte einen Blick auf die drei werfen. Noch ein paar Gemeinsamkeiten: Alle drei Sportarten lassen sich relativ rasch erlernen. Und der Materialeinsatz hält sich im Rahmen. Also nicht lang rumgeredet: Wir haben die wichtigsten Antworten zu drei rollenden Fitness-Alternativen gesammelt. Bei Sportlern, die schon damit trainieren – und bei einem unserer SPORTaktiv-Trainingsexperten, der selbst ein Rollen-Fan ist – Sportwissenschafter Herwig Reupichler. INLINESKATEN Dass Inlineskates nicht nur Spaß machen, sondern auch ein wirkungsvolles Trainingsmittel sind, weiß Veronika Windisch. Die steirische Multisportlerin, bis 2014 mehrmals Olympiateilnehmerin im Short Track, hat nach Ende ihrer Profi-Karriere Erfolge in zahlreichen Sportarten, etwa im Rennrad- und Mountainbikesport oder im Treppenlauf eingefahren. Nebenbei ist sie auch Staatsmeisterin im Inline-Speed-Skating. Einmal pro Woche trainiert Windisch mit den Skates: „Das gibt eine ausgezeichnete Basis für viele Sportarten. Man trainiert die Ausdauer, kräftigt den ganzen Körper. Und die Fortbewegung ist auch koordinativ recht anspruchsvoll“, sagt Windisch. Auch Wintersport-Profis verwenden Inlineskates im Sommertraining, weiß die Steirerin – „etwa Skispringer. Oder Skicrosser, die damit gern auf einen Pumptrack gehen“. Ihr Tipp für fitnessorientierte Hobbysportler: „Kleine Tricks ausprobieren. Das erhöht noch den Spaßfaktor.“ Sportwissenschafter und Trainer Herwig Reupichler kann dem Inline - skaten auch viel abgewinnen: „Für eine längere Grundlageneinheit pro Woche eignen sie sich sehr gut; für weniger gut Trainierte sogar besser als Laufen, weil der Puls im moderaten Bereich bleibt. Fotos: Fischer Ski, Kickbike/worldwide, Rollerblade, privat 20 SPORTaktiv

MAG. HERWIG REUPICHLER ist Sportwissenschafter, Lauf- und Triathlontrainer und aktiver Triathlet. www.tristyria.at Skaten ist so gesehen ein idealer Longjog-Ersatz“, sagt Reupichler. Muskulär würden beim Inlineskaten – sofern technisch richtig ausgeführt – vor allem Gesäß und Oberschenkel gefordert. „Der Rückenstrecker arbeitet durch die vorgebeugte Fahrposition ebenfalls mit, was gut ist, weil dieser bei den meisten Menschen abgeschwächt ist.“ Manche skaten mit Stöcken. Kann man – viel Nutzen sieht unser Experte darin aber nicht. Denn die Skates rollen so gut, dass man die Stöcke zum Anschieben nicht braucht: „Wenn, dann lieber gleich mit dem Skiroller.“ SKIROLLER „Skirollern ist die Sommer-Trainingsmethode für Langläufer – wird aber auch zunehmend von Leuten entdeckt, die es als eigene Sportart sehen“, weiß Trainingsexperte Reupichler. Als Wintertriathlet ist er selbst im Sommertraining auf Rollerskiern regelmäßig unterwegs. Wie fühlt es sich an? „Sie rollen schlechter als Inline Skates – und das bewusst, um den Trainingseffekt zu erhöhen.“ Der Nutzen dieses Trainings ist überragend, ein Ausdauer- und Ganzkörper-Muskeltraining in einem, analog dem Langlaufen. „Besonders stark greift das Training für die Bauchmuskeln. Aber auch die Arme – da wiederum besonders den Trizeps – erreicht man sehr gut. Dazu Rücken, Gesäß und Oberschenkel.“ Auch für Triathleten ist der Skiroller als Ergänzung gut geeignet – bzw. überhaupt für alle, die eine der drei Ausdauersportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen ausüben. Einer, der ebenfalls damit trainiert, ist Markus Falgenhauer: Der steirischeTriathlet und Langläufer mit Leistungsambition steht im Herbst bis zu vier Stunden pro Woche auf dem Skiroller. „Ich verwende ihn auch gern für harte Intervall-Einheiten auf der Tartanbahn, die vor allem mit Gleichgesinnten Spaß machen.“ Skiroller gibt es als Skating- und Klassik-Versionen und sie sind ab rund 100 Euro zu haben; um 200 bekommt man sehr gutes Gerät. Dazu benötigt man eine herkömmliche Langlaufbindung und Langlaufschuhe. Helm, Handschuhe und Brille übernimmt man vom Biken. Experte Reupichler sieht die Skiroller insgesamt als „eierlegende Wollmilchsau, die den ganzen Körper trainiert“. SPORTaktiv 21

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