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SPORTaktiv August 2018

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K inder zum Sport zu

K inder zum Sport zu bringen und damit einen – wenn auch noch so kleinen – Beitrag zu leisten, dass die Gesellschaft fitter und gesünder wird: Das ist Grundanliegen von SPORTaktiv. In der Juni-Ausgabe haben wir das Heroes-of-tomorrow-Konzept vorgestellt, das Kindern eine polysportive Basisausbildung bringen soll. Diesmal nehmen wir uns Tennis vor. Arme und Beine, Ausdauer und Kraft, Technik und Taktik – all das braucht man beim „weißen Sport“. Wie aber bringt man Buben und Mädchen wieder zu dem Spiel mit Schläger und Filzkugel? Zeit also für einen Lokalaugenschein in einem der bekanntesten Tennisklubs des Landes. Thomas Muster hat hier gespielt, Dominic Thiem hat hier gespielt, auch Gilbert Schaller. Oliver Marach, Wimbledonsieger im Doppel, sowieso. Und trotzdem war die Situation beim GAK in Graz vor fünf Jahren noch dramatisch und sinnbildlich für die Situation des Tennissports. Knapp 70 Kinder hatte der renommierte Klub noch in seinen Reihen. „Da haben wir gewusst: Wenn wir so weitermachen stirbt der Verein über kurz oder lang aus“, sagt Philipp Hochstrasser. Der 31-Jährige ist heute Geschäftsführer der GAK-Akademie und hat damals reagiert. Gemeinsam mit Dawn Foxhall, einer ehemaligen Profispielerin, hat er ein Schulprojekt ins Leben gerufen. In fünf Volksschulen der Umgebung haben sie in den Turnstunden ein Tennisprogramm absolviert, zwei Monate lang. Damit sind die Kinder erstmals mit Tennis in Berührung gekommen. Es folgte ein Schnuppertraining im Verein und danach das Angebot, mit Trainer im Klub weiterzumachen. Im ersten Jahr NUR NOCH FILZ IM KOPF 34 SPORTaktiv

Foto: istock SPIEL, SATZ, SIEG Drei, vier oder fünf? Welches das beste Alter für Kinder ist, um mit Tennis zu beginnen, lässt sich pauschal nicht sagen, sondern hängt von den körperlichen Fähigkeiten des Kindes ab. Vier Jahre sind aber ein guter Richtwert. Kleinere Schläger, weichere Bälle und mobile, niedrigere Netze ermöglichen Kids einen leichteren und spaßigeren Einstieg in den „weißen Sport“. Apropos: Der Begriff kommt daher, dass früher vor allem Reiche und Adelige Tennis gespielt haben und es in diesen Kreisen als unfein galt, sich mit Schweißflecken in der Öffentlichkeit zu zeigen. Daher trugen sie meist weiße Kleidung. TROTZ DOMINIC THIEM: TENNIS IST IN ÖSTERREICH KEIN SELBSTLÄUFER MEHR. WAS ES BRAUCHT, UM KINDER ZUM „WEISSEN SPORT“ ZU BRINGEN UND SIE SO ZU BEGEISTERN, DASS IHRE WELT EINE GELBE FILZKUGEL IST. VON KLAUS MOLIDOR hat das noch wenig gefruchtet. Hochstrasser hat aber an dem Konzept festgehalten, was sich dann tatsächlich bezahlt gemacht hat. Heute spielen 240 Kinder beim Grazer Klub. Längst reicht die eigene Anlage da nicht mehr aus, werden Plätze in Graz und im Umland angemietet, um dem Andrang Herr zu werden. Für den Winter hat der Klub eine Traglufthalle aufgestellt, damit die Kinder ganzjährig spielen können. Elf Jugendmannschaften sind im Meisterschaftsbetrieb engagiert. „Tennis ist aber kein Selbstläufer mehr“, sagt Hochstrasser. Mit den Aktionen muss es also weitergehen, denn Ablenkungsmöglichkeiten gibt es sonder Zahl. „Da hängt es immer stark von den handelnden Personen ab“, erzählt Hochstrasser. Die gebürtige Engländerin Foxhall war damals für ihn ein Glücksfall. Erstens, weil sie selbst immer noch leidenschaftlich Tennis spielt, zweitens, weil sie Kindern die Freude am Sport vermitteln kann. „Als Native Speakerin an Volksschulen verbinde ich Englisch auch immer ganz viel mit Sport“, erzählt sie. Ihr Geheimnis? Spaß muss es machen und alle müssen sich gefordert, aber nicht überfordert fühlen. „Meine Übungen sind immer so aufgebaut, dass alle sie gleichzeitig ausführen können. So gibt es keine Wartezeiten und keine Langeweile.“ Zudem blödelt sie, motiviert und feuert die Kinder an. „Spaß ist so wichtig“, sagt Foxhall. Trainer, Bälle, neue Netze Nach der Initialzündung braucht es dann aber auch eine gute sportliche Ausbildung, um die Kinder bei Schläger, Netz und Vorhand zu halten. „Wir haben daher auch in gute Trainer wie SPORTaktiv 35

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