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SPORTaktiv August 2018

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FÜNF SCHNELL NOCH

FÜNF SCHNELL NOCH SCHNELLER WERDEN. WENIG AUFWAND BETREIBEN UND DOCH VIEL EFFEKT ERZIELEN, GEHT DAS? WIR HABEN UNS FÜNF THEORIEN ANGESCHAUT, DIE RASCHE STEIGERUNG VERSPRECHEN UND GEFRAGT: MYTHOS ODER WAHRHEIT? VON KLAUS MOLIDOR MAL VON NULL AUF 100 I HIGH-INTENSITY-INTERVALLTRAINING DER MYTHOS Kurze, aber harte Intervalle sollen nicht nur die Geschwindigkeit verbessern, sondern auch die Ausdauer. DIE WAHRHEIT „Das stimmt“, sagt Sportmediziner Robert Fritz. „Der Effekt des HIIT ist nachweisbar. Durch die harten Tempoeinheiten verbessert sich die maximale Sauerstoffaufnahme. Das HIIT-Training funktioniert über eine Verbesserung der Herzfunktion. Der Herzmuskel wird kurz sehr intensiv belastet. Daraus lernt er, wird besser und kann effizienter arbeiten.“ Deine Herzfrequenz wird insgesamt abnehmen. „Eigentlich“, sagt Fritz, „ist es für jeden gut, intensiv zu trainieren. Auch wenn jemand vor längerer Zeit eine Herzerkrankung hatte, ist HI- IT-Training – natürlich unter medizinischer Betreuung – sinnvoll. Das ist medizinisch in Stein gemeißelt.“ Aber: Man ändert damit nichts am Muskelstoffwechsel. Der Oberschenkelmuskel wird durchs HIIT-Training nicht mehr Mitochondrien produzieren oder zumindest nicht lernen, mit Fettsäuren umzugehen, weil er das niemals trainiert. „Das heißt: Die generelle Leistungsfähigkeit verbessert sich, aber du wirst damit keinen Halbmarathon oder Marathon gut laufen können.“ Ganz wichtig auch: Es gibt unterschiedliche Intervalle für unterschiedliche Ziele. Die vom Trainer vorgegebenen Belastungs- und Erholungsphasen sollte man strikt einhalten und nicht die Pausen dehnen oder die Belastung anpassen. „Der Nutzen nimmt stark ab, wenn du zu lange pausierst.“ Foto: iStock 42 SPORTaktiv

III SCHNELLKRAFTTRAINING II PHANTOM ATHLETIC DER MYTHOS Eine Maske, über Nase und Mund getragen, drosselt – stufenweise einstellbar – die Sauerstoffzufuhr. Das erhöht den Trainingseffekt. DIE WAHRHEIT „Ich halte davon wenig, da gehst du voll in den anaeroben Stoffwechsel, versuchst den Körper noch mehr zu belasten. Man kann sich ganz anders intensiv belasten, ohne die Sauerstoffzufuhr einzuschränken“, sagt Fritz. Diese Masken kommen aus dem Hochleistungssport, dort hat es auch Sinn. „Wenn ein Profi sieben Tage die Woche zwei, drei Mal pro Tag trainiert und das ganze Spektrum seiner Herzfrequenz ausnützt, der braucht neue Reize. Und da musst du dir was Neues überlegen. Denn nur durch neue Reize wirst du besser. Davon sind wir im Hobbysport meilenweit entfernt. Solche Masken simulieren auch kein Höhentraining. Da geht es um den Sauerstoff-Partialdruck, den du in der verminderten Höhe hast. Außerdem: Das Prinzip beim Höhentraining ist „train low, sleep high“. Denn in der dünnen Luft ist man weniger leistungsfähig und bringt kein ordentliches Training hin. DER MYTHOS Sprünge von einer Stufe und wieder in die Luft – Stichwort Kängurutraining – machen dich schneller. DIE WAHRHEIT „Finde ich cool“, sagt Robert Fritz. Funktioniert aus medizinischer Sicht auch flott. „Weil sich die intramuskuläre Koordination verbessert. Sprich: Die Muskeln reden mehr miteinander. Es ist halt immer die Frage, wo die Ziele liegen. Für einen Marathon wird es nicht viel bringen, für einen Dirt- Run über drei, vier Kilometer, wo du ständig springen und wieder beschleunigen musst, schon.“ Je länger die Distanz, desto wichtiger wird dann die Muskel ökonomie und desto weniger wichtig wird die Explosivität, die man mit dem Känguru-Training erreicht. Für kurze Distanzen erzielt man damit aber schon nach ein, zwei Wochen Erfolge. „Das geht wirklich sehr rasch. Vorsicht: Wenn man nichts gemacht hat, muss man am Anfang sehr vorsichtig sein, dass man sich nicht überlastet. Aber da gibt es ein Supersignal, das heißt Schmerz. Wenn dir was weh tut, nimm es ernst“, sagt Fritz. SPORTaktiv 43

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