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SPORTaktiv August 2018

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LAUFEN VOM TIEFSTEN ZUM

LAUFEN VOM TIEFSTEN ZUM HÖCHSTEN PUNKT ÖSTERREICHS. HEISST: 500 KILOMETER, 20.000 HÖHENMETER, SIEBEN ULTRATRAILLÄUFE IN SIEBEN TAGEN. BEIM „CROSSING AUSTRIA“- PROJEKT VON KLAUS GÖSWEINER UND MARKUS AMON STEHT ENDE SEPTEMBER AUCH DIE FREUNDSCHAFT IM MITTELPUNKT. VON CHRISTOF DOMENIG 66 SPORTaktiv

IN ALLER FREUNDSCHAFT Foto: Dynafit Großglockner Ultra-Trail, Juli 2015: Nur ein Konkurrent liegt vor Klaus Gösweiner, ein „Amon Markus“. „Der Paragleiter? Kann doch nicht sein, dass der schneller ist“, sagt sich der Steirer. Nach rund 80 von 110 Kilometern treffen sich Führender und Verfolger – und das Missverständnis klärt sich: Es ist nur eine Namensgleichheit. Markus Amon ist Salzburger; nicht Paragleiter, sondern Höhenbergsteiger, der sich übers Trailrunning die Kondition für Expeditionen holt. Gösweiner lässt Amon hinter sich, das wiederum lässt sich der Salzburger nicht gefallen. „Irgendwann haben wir auf der Strecke Frieden geschlossen“, erzählt Klaus Gösweiner drei Jahre danach. Nach 110 Kilometern und 6500 Höhenmetern liefen beide gemeinsam ins Ziel. Mit dem geteilten Sieg nahm eine bemerkenswerte Freundschaft ihren Lauf. Diese mündet im September 2018 ins Projekt „Crossing Austria“. „Die Grundidee trage ich schon länger mit mir herum: vom tiefsten zum höchsten Punkt Österreichs zu laufen“, erklärt Markus Amon. Von Apetlon (114 m Seehöhe) am Neusiedlersee auf den Großglockner (3798 m). Unabhängig davon hat Klaus Gösweiner 2016 sein Laufprojekt „Crossing Styria“ durchgezogen: In 35 Stunden lief er 230 Kilometer und rund 10.000 Höhenmeter von Graz auf den Dachstein. Amons Grundidee und Gösweiners Erfahrung aus Crossing Styria: Aus beidem reifte in gemeinsamen Gesprächen und Unternehmungen das Trailrunning-Projekt „Crossing Austria“. Mehr als 500 Kilometer und 20.000 Bergauf-Höhenmeter wollen Gösweiner und Amon in diesem Herbst gemeinsam laufend in sieben Tagesetappen zurücklegen. Der Freundschafts- und Teamgedanke ist dabei ein wichtiges Thema. „Der erste Plan war, auf der Landkarte einfach eine Gerade zwischen Start- und Zielort zu ziehen und die kürzestmögliche Distanz daraus abzuleiten“, erzählt Amon. Stattdessen ist eine Strecke he- rausgekommen, die reich ist an Wegpunkten, die beide Athleten in ihrem Leben begleitet haben „oder die mit unserer Freundschaft zu tun haben“. Etwa der Schneeberg, weil der dortige Lauf von Hubert Resch veranstaltet wird, der auch den Großglockner Ultra-Trail organisiert. Der Dachstein als Zielort von Crossing Styria. Haus im Ennstal als Gösweiners Heimatort und Bruck an der Großglocknerstraße als Amons Geburtsort. Die Schlussetappe von Kaprun auf den Glockner deckt sich in großen Teilen mit der Strecke des Großglockner Ultra-Trail. „Rechnerisch unmöglich“ Der größte Unterschied von Crossing Austria zu einem Ultralauf wie eben dem Großglockner Ultra-Trail? „Ist einfach, dass wir am nächsten Tag wieder laufen müssen. Wir wissen nicht, wie sich das nach drei, vier oder sieben Tagen anfühlt“, sagt Gösweiner. Sein 35-stündiger Crossing-Styria-Lauf lieferte Anhaltspunkte. Etwa die Ernährung betreffend, die fast ausschließlich mit spezieller Flüssignahrung bestritten wird. „Etwas zum Beißen, ein Riegel zwischendurch ist eher für den Kopf“, weiß Gösweiner. Über die Nahrungsaufnahme und den körperlichen Zustand beider Sportler wird die Sport- und Ernährungsmedizinerin Dr. Silke Kranz wachen, die schon Crossing Styria betreut hat. Dort hat Gösweiner 53.000 Kalorien verbrannt. Bei Crossing Austria werden es, je nach Etappe, bis zu 20.000 Kalorien täglich sein. „Das kann man nicht zuführen. Der Körper muss von Reserven zehren, die aber nicht im Übermaß vorhanden sind“, sagt Gösweiner. Markus Amon: „Rechnerisch ist es nicht möglich. Aber das ist auch das Spannende.“ Dass Körper und Geist zu mehr fähig sind, als es scheint, haben beide schon öfter in sportlichen Grenzerfahrungen erlebt. Auch dazu passt eine Erfahrung Gösweiners aus dem Crossing-Styria-Projekt: „Zwischen SPORTaktiv 67

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