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SPORTaktiv August 2018

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MARATHON IM

MARATHON IM ORF-WETTERMANN MARCUS WADSAK IST SCHON BERUFSBEDINGT SPEZIALIST FÜR HITZE UND BLITZE. IM INTERVIEW ERZÄHLT ER, WANN MAN IM SOMMER TRAINIEREN SOLLTE UND WIE DIE TERMINPLANUNG FÜR LAUFEVENTS IN ZUKUNFT AUSSEHEN KÖNNTE. INTERVIEW: WOLFGANG KÜHNELT Der Klimawandel ist nicht mehr wegzudiskutieren. Temperaturen von 35 Grad Celsius und mehr sind auch in unseren Breiten keine Seltenheit mehr. Beim Vienna City Marathon herrschten schon im Frühjahr sommerliche Verhältnisse. Aber wann ist es am heißesten? Das erklärt uns ORF-Wettermann Marcus Wadsak im Interview. Auch warum Prognosen im Winter schwieriger sind als im Sommer und welche Auswirkungen die Hitze auf den Veranstaltungskalender von Laufevents haben könnte. Und danach? Gehen wir natürlich noch rasch eine Runde laufen, auf Wadsaks Lieblingsstrecke am Neusiedler See. Foto: Thomas Polzer 70 SPORTaktiv

MARCUS WADSAK STARTETE SEINE KARRIERE UNMITTELBAR VOR DEM ABSCHLUSS DES METEOROLOGIESTUDIUMS BEIM RADIO UND LEITET SEIT 2012 DIE ORF-TV- WETTERREDAKTION. MIT SEINER FRAU, EINER PROMINENTEN ATV- MODERATORIN, LEBT ER AM NEUSIEDLER SEE. IN SEINER FREIZEIT FOTOGRAFIERT ER LEIDENSCHAFTLICH GERN UND LÄUFT AM SEE ODER IM WIENER PRATER. Die größten Marathons bei uns sind im April, Mai und im September, Oktober. Nun wissen wir, dass die Temperaturen deutlich steigen. Sollten die Laufveranstalter darauf reagieren? Wir sehen definitiv eine Erwärmung, die in Österreich über dem globalen Schnitt liegt. Vor allem: Es wird früher wärmer. Man wird sich anpassen müssen, auch vonseiten der Veranstalter. Das Problem ist, dass die Veränderungen nicht linear vor sich gehen und es immer wieder Ausreißer gibt. Mittlerweile erleben wir oft Temperaturen im April und Mai, die zumindest für Durchschnittsläufer zu hoch sind. Wenn man jetzt nach vorne verschiebt, was man meiner Meinung nach wird machen müssen, dann geht man halt das Risiko ein, dass es manchmal sogar Frost oder Schnee gibt. „ZU MITTAG SCHEINT ZWAR DIE SONNE AM STÄRKSTEN, DA MUSS ICH MEINEN KOPF SCHÜTZEN. ABER DIE HÖCHSTEN TEMPERATUREN HABEN WIR RUND UM 17 UHR.“ Wie sieht es im Herbst aus, wo in der Wachau und in Graz auch große Veranstaltungen stattfinden? Das ist aus einem ganz banalen Grund die bessere Jahreszeit: Weil die Tage kürzer sind und man auf jeden Fall mit niedrigeren Temperaturen startet. Es kann immer Ausnahmen geben, aber so heiß wie im Frühling wird es vor allem im Oktober in Österreich sicher nicht mehr. Eine weitere Herausforderung ist das Training. Laufen in der Hitze ist wohl kaum sinnvoll. Aber wie soll man das im Sommer vermeiden, wenn man im Marathon-Training ist? Ich laufe regelmäßig um die 10 Kilometer, das ganze Jahr über bei Kälte und bei Hitze. Aber ich kann mir die besten Tageszeiten aussuchen. Wer mehr trainiert, weil er Marathons absolviert, hat oft keine Wahl. Dann sollte man aber die Lüge von der Mittagshitze kennen. Viele denken ja, wenn die Mittagszeit vorbei ist, kann ich wieder laufen gehen. Das ist falsch! Zu Mittag scheint zwar die Sonne am stärksten, da muss ich meinen Kopf schützen. Aber: Die höchsten Temperaturen im Sommer in Österreich haben wir rund um 17 Uhr. Wir haben 250 Wetterstationen in Österreich und sehen das ganz genau. Im Juli und August gibt es für mich sowieso nur eine Möglichkeit: in der Früh laufen. Denn bis sich die Hitze am Abend wieder abbaut, dauert das wirklich lange. Werden eigentlich die Prognosen durch den Klimawandel schwieriger? Es gibt ja immer mehr kleinräumige Gewitter bis hin zu Unwettern ... Ich mache das jetzt seit über 20 Jahren, die Prognosen werden immer besser. Die einzige Ausnahme sind die Gewitter. Wir haben das in diesem Sommer schon oft erlebt: Ein Sturm mit Starkregen oder Hagel betrifft einzelne Bezirke einer Stadt oder noch kleinräumiger sogar nur einzelne SPORTaktiv 71

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