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SPORTaktiv August 2019

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POWER FÜR DIE GELENKE

POWER FÜR DIE GELENKE ERNÄHRUNG, BEWEGUNG UND STRESS­ MANAGEMENT: NUR EINE GANZHEITLICHE BETRACHTUNG DES LEBENSSTILS VER­ SPRICHT „POWER FÜR DIE GELENKE“ – DAS WURDE BEIM „ERSTEN ASPACHER GESUND­ HEITSSYMPOSIUM“ IM GESUNDHEITS­ ZENTRUM REVITAL ASPACH (OÖ) DEUTLICH. VON CHRISTOF DOMENIG Günther Beck, Ex-Biathlet, Sportmediziner und „Hausherr“ im Revital Aspach, eröffnete das erstmals durchgeführte Symposium mit Daten, die wehtun. Nicht nur sprichwörtlich. 83 Jahre werden Österreicher/-innen aktuell im Schnitt alt, doch nur 57 davon gelten als „gesunde Jahre“. Im internationalen Vergleich liegt Österreich hier im Hinterfeld, Schweden etwa verbringen nur acht bis zehn „nicht gesunde“ Jahre. Eine Folgerung daraus: In Österreich stehe die Reparaturmedizin viel zu stark im Mittelpunkt. Prävention, die viel mit Eigenverantwortung zu tun habe, sei stark unterrepräsentiert: „Wir haben kein Gesundheits-, sondern ein Krankheitssystem“, diagnosizierte der Mediziner und Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Revital Aspach, das von Becks Eltern in den 1990er-Jahren gegründet wurde. Chronische Schmerzen betreffen häufig die Gelenke und den Bewegungsapparat – ein „Problemfeld“, auf das das Revital Aspach spezialisiert ist. Kein Zufall also, dass das erste Gesundheitssymposium sich der „Power für die Gelenke“ widmete. Im Mittelpunkt der Expertenvorträge standen Prävention und Eigenverantwortung. Vor allem wurde deutlich: Gelenke lassen sich nicht isoliert betrachten. Ernährung, Bewegung und ein adäquater Ausgleich zu Stressbelastungen sind entscheidend für einen gesunden Lebensstil – und genauso für einen fitten Bewegungsapparat. Ernährung und Bewegung „Gelenke essen mit“, legte Diätologin Daniela Heinzl in ihrem Vortrag gleich einen wichtigen Zusammenhang dar. Über die Nahrung aufgenommene Nährstoffe würden verstoffwechselt und über die Gelenksflüssigkeit zu den Gelenken transportiert. Die Ernährung habe daher einen direkten Einfluss auf die Gelenksgesundheit – und nicht bloß indirekt über ein zu hohes Körpergewicht, das bekanntermaßen den Bewegungsapparat belastet. Nur zwei Beispiele: Omega-6-Fettsäuren – in wenig hochwertigen Ölen – fördern Entzündungen; Zucker – dazu gehören auch die kurzkettigen Kohlenhydrate im beliebten Weißbrot – erzeugt eine Übersäuerung. Man solle stattdessen vermehrt Omega-3-Fettsäuren (z. B. in Leinöl und Meeresfisch) aufnehmen sowie zu Vollkorn- Fotos: iStock, Revital Aspach 40 SPORTaktiv

UNSER KÖRPER HÄLT SCHON WAS AUS. WAS ER NICHT AUSHÄLT, IST DAUERND MIT ETWAS BELASTET ZU WERDEN, WAS ER NICHT BRAUCHT. produkten greifen. Basische Lebensmittel wie Obst und Gemüse würden einer verbreiteten Übersäuerung entgegenwirken. Insgesamt gelten auch für die Gelenke die bekannten Empfehlungen einer gesunden Ernährung, wie sie in der österreichischen Ernährungspyramide zum Ausdruck kommen: Wasser, Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte als tägliche Basis, maximal 2 bis 3 Portionen Fleisch und Wurst pro Woche, mindestens zweimal wöchentlich Fisch, hochwertige Öle. Süßes sollte die belohnende Ausnahme sein. Damit Gelenke mit Gelenksflüssigkeit versorgt werden, ist Bewegung das Um und Auf, machte der Physiotherapeut Stefan Schäfer deutlich. Welcher Art soll die Bewegung sein? „Alles, was Spaß macht“ – man müsse für sich persönlich etwas finden, das langfristig motiviert. Zwei bis drei Bewegungseinheiten pro Woche von rund 45 Minuten Länge wären eine gute Basis. Klar: Bewegung sollte schmerzfrei sein – „bei einer Vorschädigung Revital-Aspach-Geschäftsführer Dr. Günther Beck im Talk mit Lukas Weißhaidinger, Christoph Sumann und Sebastian Schönberger (v. r. n. l.) beim Symposium. muss man sich unter therapeutischer Aufsicht anschauen, was sinnvoll ist.“ Der ärztliche Leiter des Revital Aspach, Robert Danner, plädierte dann neben Ausdauersport auch für ein regelmäßiges Krafttraining, um die Gelenke gesund zu halten: Ein Grund dafür ist, dass Krafttraining Entzündungen entgegenwirkt. Weg der Mitte Nach einem Sporttalk mit Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger, Radprofi Sebastian Schönberger und Ex-Biathlet (sowie SPORTaktiv-Kolumnist) Christoph Sumann, bei dem die wichtige Rolle von Regeneration betont wurde, war schließlich der Linzer Handchirurg und Höhenmediziner Dr. Günther Straub am Wort: „Sehr viele Arten von Schmerzen lassen sich nicht einfach wegschneiden. Man muss also nachdenken: Wo kommt das alles her“, hielt der Mediziner eingangs fest, als er sich im Hauptvortrag dem „unterschätzten Regulationssystem Bindegewebe“ widmete. Dieses „dreidimensionale Netz“, das die Muskeln umspannt, sei im gesunden Zustand klar und durchsichtig. Bei negativen Einflüssen komme es jedoch zu Verhärtungen, Verklebungen und Verfilzungen – und die ließen sich wiederum an drei Hauptfaktoren festmachen: falsche Ernährung, Bewegungsmangel sowie Stressbelastung ohne Ausgleichsphasen: „Heute jagen wir das Mammut 24 Stunden am Tag.“ Straub betonte auch, dass es nicht auf Belastungsspitzen, sondern den alltäglichen Lebensstil ankommt. „Unser Körper hält schon was aus. Was er nicht aushält, ist dauernd mit etwas belastet zu werden, was er nicht braucht“. Und: Extremsport sei ebenso ungesund wie Bewegungsmangel – es gehe um einen „Weg der Mitte“. Der Linzer Mediziner, selbst erfahrener Höhenbergsteiger, wollte seinen Vortrag als „Brandrede“ verstanden wissen, „das Bindegewebe wertzuschätzen“. Auch er plädierte für einen eigenverantwortlichen Lebensstil der präventiven Gesunderhaltung und schloss: „Sport ist ganz sicher eines des besten Gesundheitsmittel. Nur machen muss man ihn schon selbst.“ SPORTaktiv 41

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