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SPORTaktiv August 2019

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SAITEN DER MACHT

SAITEN DER MACHT UNSCHEINBAR, DÜNN, MEIST FARBLOS UND DOCH UNVERZICHTBAR: DIE TENNIS-SAITE. KEIN BALL FLÖGE OHNE SIE JE ÜBERS NETZ. WAS SICH AUF DEM BESPANNUNGSSEKTOR IN DEN LETZTEN 30 JAHREN GETAN HAT UND WARUM POLYESTER HEUTE DIE KUH SCHLÄGT. VON KLAUS MOLIDOR 56 SPORTaktiv

Fotos: iStock. privat rüher, ja früher gehörte das zum guten Ton, wenn man etwas auf sich gehalten hat. Aber wer geht heute schon noch mit drei Kühen auf den Tennisplatz? Zugegeben, mit drei Kühen in natura ist nie jemand auf einen Tennisplatz gegangen. Aber mit einer Bespannung aus Naturdarm. „Und um einen Schläger mit einer Naturdarmsaite zu bespannen, benötigt es die Därme von 3 Kühen“, sagt Andreas Bergen, Experte vom belgischen Saitenhersteller Luxilon. Natürlich gibt es Naturdarmsaiten heute immer noch, aber verwendet werden sie nur sehr selten, weil sie eben so viel teurer sind als alle anderen Produkte. „Von der Qualität her sind sie aber das Beste vom Besten. Extreme Power, extrem gutes Gefühl, super Kontrolle“, schwärmt Bergen. Allerdings eben auch sehr anfällig. Nass durften die Saiten früher nicht werden, oder länger ungeschützt in großer Hitze liegen. „Dann sind sie oft ohne ANDREAS BERGEN ist Produktmanager beim Tennissaiten-Weltmarktführer Luxilon in Belgien www.luxilon.de Fremdeinwirkung gerissen“, erinnert sich Bergen. Heutzutage hat sich das ein wenig verbessert, weil selbst Naturdarmsaiten ummantelt sind. Heute sind also Kunstsaiten das Produkt der Wahl und dabei unterscheidet man zwei weitere grundsätzliche Saitentypen, die sowohl leistbar, als auch spielbar sind: die Filamentsaiten und die Polyestersaiten. Bei den Filamentsaiten unterscheidet man zwischen Mono- und Multifilament. Erstere bestehen aus einem einfasrigen Nylonkern, der dann für Widerstandfähigkeit noch ummantelt wird. Zusätzlicher Effekt: Der allzu rasche Spannnungsverlust wird abgemildet. Bei den Multifilamentsaiten werden mehrere Fasern verdrillt und ebenfalls mit widerstandsfähigen Materialien ummantelt. Der Nachteil: Sie fasern auch recht schnell wieder auf und halten daher nicht so lange wie etwa Nylonsaiten, die im Hobbybereich am häufigsten zum Einsatz kommen. Bleiben noch die relativ jungen Polyestersaiten, die ebenfalls nur aus einer Faser bestehen. Die Haltbarkeit dieser Saiten hat sich über die Jahre stark verbessert. „Und man braucht sie nicht ganz so hart spannen, um dieselbe Kontrolle zu erreichen“, sagt Andreas Bergen. „So erreicht man mit 26 Kilo schon den Effekt, den man mit 30 Kilogramm hatte.“ Der Vorteil daran: Man braucht weniger Kraft für das gleiche Tempo und schont gleichzeitig auch den Arm. Das macht Polyestersaiten gerade für junge Talente besonders interessant. Hergestellt werden solche Saiten mit dem Extrusionsverfahren. Dabei wird – sehr vereinfacht gesagt – der Kunststoff in einem beheizten Zylinder ge- SPORTaktiv 57

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