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SPORTaktiv August 2019

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Insel“ trägt, hätte

Insel“ trägt, hätte Kröll vielleicht schon ahnen lassen können, worauf er sich da einlässt. „Ivica wollte das machen, weil seine Familie auf der Insel ein Haus hat.“ 30 Kilometer nordwestlich von Dubrovnik liegt das 37 Kilometer lange und 3,2 Kilometer breite Eiland. Die Landschaft? Wald – 90 Prozent der Insel sind davon bedeckt. „Er hat mir das so geschildert, als könnte man an der Küste gut über Steine entlanglaufen. Und zwischendurch einmal schwimmen – um Passagen zu überbrücken oder zum Versorgungsboot zu Initiator und Antreiber des Projekts: Kroatiens Ski-Legende Ivica Kostelic kommen.“ Aus den versprochenen ein, zwei Kilometern im Wasser sind dann insgesamt elf geworden. „Einmal sogar vier Kilometer am Stück“, erinnert sich Kröll, wahrlich kein Schwimmtalent. Aber auch die Landpassagen auf der 170 Kilometer langen Strecke rund um Mljet waren alles andere als einfach. „Die Klippen waren messerscharf, die haben die Schuhe regelrecht gefressen. Wir brauchten jeden Tag ein neues Paar, weil sie komplett aufgeschnitten waren.“ Die Hände steckten beim Laufen in Arbeitshandschuhen, um die Kletterpassagen halbwegs unverletzt zu überstehen. „Teilweise mussten wir 80, 90 Meter über dem Meer eine Wand queren.“ Philipp Reiter, selbst Extremläufer und Fotograf, hat das Abenteuer fotografisch und auf Video festgehalten. „Auf einigen Passagen hat er mir die GoPro in den Mund gesteckt, weil wir die Hände zum Klettern frei haben mussten.“ Dann warteten Herausforderungen der anderen Art – wie aus 15 Metern ins Meer zu Klippen, Klettern, Kampf – ein Spaziergang war das Projekt „Run the Rocks of Mljet“ für keinen der Teilnehmer. springen, um sich einen längeren Umweg zu ersparen. „Da hab ich von oben runtergeschaut und zack – hat mich Ivica hinuntergeschupft“, erzählt Kröll. „Er wusste wohl, dass ich nicht springen würde, wenn ich erst einmal gesehen hab, wie hoch das ist.“ Begonnen hat das fünftägige Abenteuer aber noch schlimmer. „Ein Mädel, das in unserer Gruppe dabei war, ist am ersten Tag abgestürzt und im Wasser auf einem Felsen aufgeschlagen. Ich war mir sicher, dass sie das nicht überlebt hat“, schildert Kröll immer noch mit dem Schrecken von damals in den Augen. In der schockierten Truppe reagiert Kostelic als Erster. „Er ist ihr sofort nachgesprungen und hat sie gerettet.“ Per Hubschrauber wird sie in die nächste Klinik geflogen, während die verbliebenen Männer gezeichnet vom Schock in der Hitze sitzen und warten. „Als die Nachricht kam, dass sie mit relativ harmlosen Verletzungen davongekommen ist, ist Ivo sofort aufgesprungen und weitergerannt.“ 64 SPORTaktiv

So haben Lauf- und Handschuhe nach einem Tag ausgesehen. Komplett aufgearbeitet. Wie unwegsam und menschenfeindlich das Terrain ist, auf dem sich Kröll, Kostelic und Co. fortbewegt haben, zeigt auch die Kilometerleistung. „An einem Tag sind wir in 14 Stunden nur 20 Kilometer weit gekommen.“ So kämpfen sie sich weiter. Tag für Tag. Geschlafen wird oft zusammengekauert unter einem Felsvorsprung, manchmal schwimmen sie auch raus zum Boot. Am vierten Tag stehen Kröll und Reiter vor den anderen auf, laufen durch den Wald zu einer kleiner Bäckerei und überraschen die Gruppe mit frischem Frühstücksgebäck. Freude? Dankbarkeit? „Ivo war sauer, weil wir das alleine gemacht haben. So tickt er halt“, erinnert sich Kröll. Nach fünf Tagen – zwei früher als geplant – haben sie das Abenteuer geschafft und die Insel an der Küstenlinie umrundet. Bei all den Strapazen hat der Zillertaler aber auch viel mitgenommen. Die totale Einsamkeit etwa. Auf Mljet leben nur 1100 Menschen. „Getroffen haben wir nur ganz wenige.“ Die Gastfreundschaft und Bodenständigkeit der Kostelics und den Heldenstatus, den Ivica in seiner Heimat hat. „Und in den Nächten unter freiem Himmel haben wir viel geredet. Da lernst, den anderen wirklich kennen“, sagt Kröll. Auf dem Foto, das ihn am Ende der fünftägigen Challenge zeigt, kennt man ihn kaum noch, so haben die Strapazen, die Felsen und mentalen Herausforderungen an ihm gezehrt. Blut, Schweiß und Kostelic eben. Kleine Zeitung Graz Marathon präsentiert von Zur 26. Auflage des Herbstklassikers vom 11.–13. Oktober 2019 ist garantiert für jeden der richtige Bewerb dabei. ``Kleine Zeitung Marathon ``Gigasport Halbmarathon ``Garmin Viertelmarathon ``Frutura Staffelmarathon ``Wiener Städtische City Run 5.0 (auch im 3er Team) ``Nordic Walk (auch im 2er-Team) ``Odlo Junior Marathon ``Knax Klub Bambini Sprint ``Familienlauf Infos und Anmeldung: www.grazmarathon.at WO DER SPORT DIE NR. 1 IST

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