Aufrufe
vor 3 Monaten

SPORTaktiv August 2019

  • Text
  • Tennis
  • Tennis
  • Paddling
  • Siebenkampf
  • Profisport
  • Triathlon
  • Outdoor
  • Biken
  • Laufen
  • Fitness
  • August
  • Magazin
  • Sportaktiv

MAGISTRA ULTRA

MAGISTRA ULTRA TRAILRUNNING IST LÄNGST AUCH WEIBLICH GEWORDEN. DEN BEWEIS DAFÜR LIEFERT ÖSTERREICHS WOHL AKTUELL BESTE TRAILRUNNERIN VERONIKA LIMBERGER. PLUS: DIE BESTEN GELÄNDE-EINSTEI- GERTIPPS FÜR FRAUEN. VON KLAUS MOLIDOR 74 SPORTaktiv

Fotos: Erwin Pils, Rainer Mirau, Dynafit agistra intrat, auctor salutat. So beginnen Lateinbücher in Gymnasien und Hochschulen. „Die Lehrerin tritt ein, der Autor grüßt.“ So beginnt aber auch unsere Geschichte über eine Doktorin der Philosophie, die gerade an ihrer Dissertation in Latein arbeitet und die auch noch Österreichs aktuell vielleicht beste Trailrunnerin ist: Veronika Limberger. Mehr als diese Einsteigerphrasen der Sprache Caesars und Senecas fließen dann aber nicht mehr ins Gespräch ein. „Mein Doktorvater kann Latein aber auch noch sprechen“, sagt Vroni und lacht. Latein und Philosophie sollten eigentlich einmal ihr Berufsleben bestimmen – geworden ist es etwas komplett anderes: das Laufen. Während des Studiums hat sie Ausbildungen zur Lauf- und Fitnesstrainerin gemacht und ist dann mehr oder weniger hineingerutscht in die Kurstätigkeit am Universitäts-Sportinstitut USI auf der Schmelz in Wien-Ottakring. Heute vermittelt sie anderen die Freude daran, was sie selbst begeistert. „Ich hatte auch einen 70-Jährigen in der Laufgruppe, der einen Halbmarathon in zwei Stunden gelaufen ist. Und in der Rückengymnastikgruppe ist der älteste Teilnehmer über 80.“ Trailrunning hat die 33-Jährige schon betrieben, als die Bezeichnung noch gar nicht in Mode war. „Berglaufen oder besser Laufen im Gelände hat es ja schon immer gegeben.“ Über die Berge ist sie auch zum Sport gekommen. Mit Vater und Bruder hat sie in Kindheit und Jugend zahlreiche Gipfel erklommen. „Oft wusste ich gar nicht wirklich, auf welchem Berg wir waren. Erst später dann, als ich von Großvenediger und so gehört hab, ist mir aufgefallen: Dort war ich ja oben.“ Das Laufen im Gelände macht ihr, wie aktuell immer mehr Leuten, große Freude und es ist auch eine gute, ja, nahezu notwendige Abwechslung für Vielläufer. „Du trainierst auf dem unebenen Gelände mehr Muskelgruppen, weil jeder Schritt anders ist. Du musst dich mehr konzentrieren auf den nächsten Schritt“, erklärt sie. Gleichzeitig müsse man viel genauer auf seinen Körper hören, um es bergauf oder bergab nicht zu übertreiben. „Und: Man löst sich vom Druck der Bestzeit, hechelt nicht ständig einer Pace hinterher.“ Darum zieht sie auch viel Kraft aus dem Training. Alleine in der Natur unterwegs zu sein, abzuschalten, den Atem zu spüren und zu hören, das ist es. Gerade in beschleunigten Zeiten ein guter Ausgleich und ein Weg nicht nur weg von der Straße, sondern vom Kopf in die Emotion. So sind auch die Strecken immer länger geworden, bis sie Österreichs beste Trailrunnerin wurde. Zumindest sehen das viele Experten so, Limberger selbst bleibt da bescheiden. „Na, das ist schon übertrieben. Ich bin halt immer da. Nicht jedes Jahr ganz oben, aber konstant.“ Laufen, das macht sie aus Freude und Leidenschaft und nicht getrieben vom Ehrgeiz nach Ergebnissen. „Halte ich durch oder gebe ich auf – auf diesem schmalen Grat bewegt man sich bei Ultraläufen“, erzählt Limberger. Neben der körperlichen Fitness braucht es vor ICH BIN HALT IMMER DA. NICHT JEDES JAHR GANZ OBEN, ABER KONSTANT. SPORTaktiv 75

Magazin

SPORTaktiv April 2016
SPORTaktiv 1 2016
SPORTaktiv Bikeguide 2016
SPORTaktiv Laufguide 2016
SPORTaktiv Winterguide 2015