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SPORTaktiv August 2021

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WIR JÄGER DATEN SIND

WIR JÄGER DATEN SIND DIE NEUE WÄHRUNG. AUCH IM FREIZEIT­ SPORT. WER WILL, KANN MIT SPORTUHREN UND FITNESSBÄNDERN JEDE MENGE ÜBER SICH UND SEINEN KÖRPER ERFAHREN. ÜBER DAS SAMMELN VON DATEN UND DIE JAGD NACH ERKENNTNIS. VON CHRISTOF DOMENIG UND CHRISTOPH HEIGL Ein Seitenblick zum Profisport: Im Fußball etwa sind Daten längst eine äußerst wertvolle Währung. Dabei geht es nicht nur um im Match zurückgelegte Kilometer jedes einzelnen Spielers, um Ballberührungen, (Fehl-)Pässe und Prozentsätze gewonnener Zweikämpfe – also das, was Fans frei Haus geliefert bekommen. „Ich sitze ebenso lange am PC, wie ich am Platz stehe“, verriet etwa ÖFB-U21-Fitnesstrainer Stefan Arvay zu Beginn des Jahres in unserem Magazin (SPORTaktiv 1/2021) über Daten im Profisport. Mit speziellen Shirts ließe sich zum Beispiel im Training aufzeichnen, welcher Spieler wann wie viele Sprints mit welcher Herzfrequenz absolviert habe. „Der gläserne Spieler, keiner kann sich im Mannschaftsgefüge verstecken“, hielt SPORTaktiv-Chefredakteur Klaus Molidor in dem Artikel fest. Andererseits motiviere die Datenauswertung die Spieler auch, in jedem Training ihre Werte zu verbessern. Szenenwechsel: Im Alltag von Freizeitsportlern und gesundheitsorientierten „Normalsterblichen“ ist das Datensammeln ebenfalls angekommen. Die Möglichkeiten, die aktuelle Sportuhren und Fitnessbänder bieten, sind jedenfalls erstaunlich und gehen weit über Herzfrequenzkurven und Trainingskilometer hinaus. Mit einer einfachen Uhr lässt sich die Alltagsaktivität lückenlos tracken. Es geht um Stress- und Energielevel, Regenerationszeiten und den Regenerationszustand, die Schlafqualität und vieles mehr. Wer morgens gerädert aufwacht, kann etwa auf der Uhr oder in der App nachprüfen, woran es in der Nacht gemangelt hat. Das alles kommt anscheinend auch gut an: 400 Millionen Wearables, also Geräte, die Sport- und Gesundheitsdaten auswerten, wurden im Jahr 2020 weltweit verkauft, im Jahr davor waren es noch 345 Millionen, berichtete im Frühling der ORF. Corona hat anscheinend nochmals einen verstärkten Run auf die Wearables ausgelöst. Wie funktioniert das technisch? GPS-Tracking, Bewegungssensoren sowie die optische Pulsmessung am Handgelenk spielen bei aktuellen Sportuhren zusammen. Vor allem die Pulsbestimmung am Handgelenk, die seit rund sechs Jahren möglich ist, hat zum Fortschritt beigetragen. Früher wurden Herzfrequenzdaten üblicherweise nur während des Sports bestimmt. Heute sind 24-Stunden-Messungen bei den Uhren voreingestellt. Wer den 24-Stunden- Wächter nicht will, kann die Funktion für den Alltag natürlich ausschalten. Doch damit entgeht einem möglicherweise einiger spannender Erkenntnisgewinn. Um die Fülle der Möglichkeiten Fotos: iStock, Dr. Kogler, Dr. Malin, Thomas Polzer 22 SPORTaktiv

& SAMMLER auszuloten und aufzuzeigen, haben wir „GERÄTE KÖNNEN stehen, ist nichts Neues. Ganz im Gegenteil, sagt Sportpsychologe Alois Kog- mit zwei aktuellen Sportuhren-Modellen HELFEN, SEINEN KÖRPER von Polar und Suunto rund zwei Monate lang Daten gesammelt, Tag und KENNENZULERNEN“ schaft. Die evolutionäre Geschichte des UND SEINE GEFÜHLSWELT ler: „Es ist eine urmenschliche Eigen- Nacht. Und wir haben zwei Expertenmeinungen zum Trend zum Datensammessens.“ Und dasselbe gilt auch für den Menschen ist eine Geschichte des Ver- SPORTPSYCHOLOGE ALOIS KOGLER meln im Hobbysport und Alltag eingeholt – und zwei interessante, unter- Dass der Mensch Daten sammelt, um Weiter“ ist untrennbar mit dem Messen Sport: Das Credo „Höher, Schneller, schiedliche Meinungen erhalten. sich und seine Umwelt besser zu ver- verbunden. „Was messbar ist, misst der SPORTaktiv 23

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