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SPORTaktiv August 2021

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DR. ALOIS KOGLER

DR. ALOIS KOGLER Sportpsychologe in Graz, betreut viele Spitzen- und Freizeitsportler. www.teamspirit.at Mensch.“ Gleichzeitig wisse er intuitiv, dass man nicht alles messen könne: „Je mehr wir messen, desto größer wird das Feld des Ungemessenen“, sagt Kogler. Trotzdem: Mittels Datensammeln über Sportuhren und Fitnesstracker würden sich erstaunliche Möglichkeiten ergeben, sieht der Sportpsychologe die Geräte überaus positiv. Wobei man unterscheiden müsse zwischen Daten, die zur Veröffentlichung bestimmt sind, etwa Trainingskilometer und Laufzeiten auf Strava. Und solchen, die man für den eigenen Erkenntnisgewinn sammelt, wie Fitness- und Gesundheitsdaten. „Beides hängt mit menschlichen Grundbedürfnissen zusammen“, sagt Kogler – die Gesundheitsdaten mit dem Bedürfnis nach Kontrolle. Ursache und Wirkung lassen sich kontrollieren und in einen Zusammenhang bringen. Man trainiert gezielt statt ins Blaue hinein. Die Präsentation eigener Leistung nach außen wie auf Strava sei nicht minder menschlich, jedoch anders gelagert: „Dabei geht es um den sozialen Vergleich.“ Der Wunsch, besser sein zu wollen als andere, sei ein wesentlicher Antrieb für Fortschritt und uns Menschen angeboren. Jeder Wettkampf im Sport fußt darauf. Die Uhren helfen auch bei der Zielsetzung, sagt Alois Kogler – den meisten Hobbysportlern mangle es an einem konkreten Ziel. Eine Sportuhr könne auch Ersatz für einen Trainingspartner sein, wenn keiner vorhanden ist (aber umgekehrt auch zur Vereinsamung führen). Entscheidend ist für den Psychologen, wie man das Gerät nutzt. Daten zu sammeln und seinen Körper damit besser kennenzulernen, sei nur der erste Schritt. „Entscheidender ist, über den Erkenntnisgewinn auch seinen Körper besser kennen, und letztlich spüren zu lernen. Der ideale Leistungszustand für den Freizeitsportler sollte nämlich der ideale Emotionszustand sein: Wann und wie geht es mir am besten?“, sagt Kogler. Diesen zu finden, dafür kann die Sportuhr ein wertvolles Werkzeug sein. Was nicht sein soll: dass die Uhr und die scheinbare Objektivität der Daten das Gefühl für den Körper überlagern. Wenn der Blick auf Daten wichtiger wird als das Spüren, solle man die Uhr einmal eine Zeit lang weglassen und wieder in sich selbst hineinhören. Wer jedoch die Daten dazu nutzt, um sein Körpergefühl besser einschätzen zu können, und dabei im Kopf behält, dass jede Messbarkeit auch Grenzen hat, der könne sich mit dem elektronischen Helfer auf der körperlichen wie der Gefühlsebene weiterentwickeln. „Das wäre der Idealfall und eine echte Persönlichkeitsentwicklung“, bilanziert Kogler. „EINE NETTE SPIELEREI MIT TECHNISCHEN GRENZEN“ WOLFGANG MALLIN, SCHLAFMEDIZINER Fitnesstracker und Sportuhren sind nicht nur beim Sport fleißige Datensammler, sondern auch dann, wenn wir vermeintlich inaktiv sind, im Schlaf zum Beispiel. Unsere Polar-Testuhr wertet nach einer Nacht aus: 6:57 Stunden Schlaf, davon 3:42 h leicht, 1:09 h tief, 1:42 h REM-Schlaf, 25 Minuten Unterbrechungen. Bewertung: mäßige Schlafmenge, gute Stabilität, gute Regeneration, 77 von 100 Punkten. Ein Blick auf die Suunto-Uhr beim Redaktionskollegen und deren Analyse der letzten Nacht ergibt ähnliche Resultate: 8:28 Stunden Schlaf, Schlafqualität 94 Prozent („gut“), Wachzustand 9 Minuten, Tiefschlaf 2:19 Stunden, Durchschnittspuls 56 Schläge pro Minute. Wir fragen uns: Sind das technische Spielereien der Uhrenhersteller oder realistische, wertvolle Informationen, die einer medizinischen Überprüfung standhalten? Schlafmediziner Wolfgang Mallin hat dazu eine klare Meinung: „Pulsuh ren und Tracker am Handgelenk können die Schlafqualität nicht messen, dazu sind sie technisch schlichtweg nicht in der Lage.“ Mallin, Facharzt für Lungenerkrankungen, langjähriger Präsident der österreichischen Gesellschaft der Schlafmedizin und Experte für Schlafapnoe, hatte selbst auch schon Fitnesstracker am Handgelenk. „Eine nette Spielerei.“ Lieber vertraut er den Erkenntnissen eines professionellen Schlaflabors, in dem mittels aufwendiger Verkabelung die Augenbewegungen im Schlaf (EOG, Elektrookulogramm) und per EEG (Elektroenzephalografie) die Hirnströme gemessen werden. Damit können Mediziner exakt die Schlafphasen wie Leicht-, 24 SPORTaktiv

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