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SPORTaktiv August 2021

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BEWEGUNG PRÄGT FÜRS

BEWEGUNG PRÄGT FÜRS GANZE LEBEN URLAUBSZEIT IST FAMILIEN­ ZEIT. WER SEINEN FAMILIEN­ URLAUB NOCH VOR SICH HAT, SOLLTE DIESEN AM BESTEN GEMEINSAM BEWEGT NUT­ ZEN: BEWEGUNGSERFAH­ RUNGEN PRÄGEN FÜRS GE­ SAMTE LEBEN. UND GERADE BEI VIELEN KINDERN UND JUGENDLICHEN IST BEWE­ GUNG SEIT LETZTEM JAHR ZU KURZ GEKOMMEN. VON CHRISTOF DOMENIG Es waren aufrüttelnde Worte, mit denen sich eine hochkarätige Expertenrunde im März, also noch im Lockdown, für bessere Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche aussprach. Beim „Zukunftstalk“, den der Österreichische Fußballbund und die Sportunion gemeinsam veranstaltet hatten, verwies etwa der bekannte Neurobiologe Gerald Hüther darauf, dass natürliche Bedürfnisse (wie das Bewegungsbedürfnis) bei Kindern schwinden, wenn sie länger unterdrückt werden. „Ein Jahr im Leben eines Siebenjährigen ist wie zehn Jahre für einen 70-Jährigen“, gab Hüther in dem Zusammenhang zu bedenken. Fotos: iStock, privat 28 SPORTaktiv

EIN JAHR IM LEBEN EINES SIEBENJÄHRIGEN IST WIE ZEHN JAHRE FÜR EINEN 70- JÄHRIGEN. Christoph Pieh, Universitätsprofessor für Psychosomatische Medizin an der Donau-Universität Krems, berichtete von einer Studie mit 14-Jährigen: Die Zeit mit Homeschooling, verminderten sozialen Kontakten und Ausfall von sportlicher Tätigkeit habe zu einem besorgniserregenden Anstieg depressiver Symptomatik, gedrückter Stimmung, Angstsymptomen und Schlafstörungen geführt. Auch Reinhold Kerbl, Generalsekretär der österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, nannte neben körperlichen Auswirkungen (wie zwei bis vier Kilo Gewichtszunahme pro Kind) vor allem die gravierenden psychischen Folgen der fehlenden Bewegung. Umkehrschluss: „Bewegung und Sport haben positive Auswirkungen auf alle Lebensbereiche, sie lassen die Lebenszufriedenheit stark ansteigen ebenso wie die Selbstwirksamkeit – dass sich Kinder also selbst vernünftig führen können.“ Kerbl führte auch aus: „Kinder gehen nicht alleine joggen – sie brauchen eine Gruppe und die soziale Umgebung, in der sie Spaß an Bewegung haben“. Ein einleuchtender Grund, warum die Pandemie- und Lockdownzeit für Kinder noch belastender war als für uns Erwachsene. Die Großen konnten ihrem natürlichen Bewegungsbedürfnis im Individualsport nachgehen, wenn etwa Vereinssport nicht möglich war. Für Kinder- und Jugendliche war eine derartige Kompensation deutlich schwieriger. Betreut und angeleitet Das sieht auch Martin Schnitzer, Professor für Sportwissenschaft an der Universität Innsbruck, so: „Kinder betreiben überwiegend in organisierten Einheiten Sport, wo sie betreut und auch angeleitet sind. Diese sind komplett weggebrochen.“ Kinder wollen sich in erster Linie spielerisch austoben, sagt Schnitzer auch. „Zum Beispiel eine Art Biathlon gestalten – eine Runde laufen und dann einen Ball werfen“, wäre eine SPORTaktiv 29

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