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SPORTaktiv August 2021

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AUS PRO BIERT RUN

AUS PRO BIERT RUN WENIGER IST MEHR Schmal geschnitten sind sie und mit meinem hohen Rist nicht gerade kompatibel, die ARC‘TERYX Norvan SL2 (UVP € 150,–), so der erste Eindruck beim Reinschlüpfen oder besser: -zwängen. Ist es einmal geschafft, sitzen die Trailrunningschuhe wie eine zweite Haut, aber leider auch sehr stramm. Das Obermaterial besteht nur aus einem TPU-Netz, das jedoch leider nicht flexibel ist. Jeder Dämpfung oder Polsterung beraubt, ist der Arc’teryx-Schuh ein Leichtgewicht mit 170 g (Größe 42). Er ist wohl auch für schlanke Trailrunner gedacht (und nicht für Freizeitläufer mit schweren Knochen wie mich). Entsprechend ist der Schuh auch nichts für gemütliche Straßenläufe, allenfalls für ganz kurze Anläufe zu einem Trail. Auf weichem Waldboden fühlt er sich dann hervorragend an und starke Läufer können bergauf durch das leichte Gewicht der Schuhe sicher extrem flott unterwegs sein. Auch bei Nässe hält die Vibram-Sohle voll, was sie verspricht. Fazit: Wer einen ultraleichten Minimalschuh fürs Trailrunning sucht und die Kondition hat, die Stärken des Schuhs auch auszunutzen, ist mit dem Norvan SL 2 bestimmt bestens bedient. Schade, dass er mir auf meinen Fuß nicht besser passt: Rein optisch hätte er sich für mich zum Sommer-Freizeitschuh qualifiziert. WIR SUCHEN DEN SOMMERHIT: EXPRESSO UND TSCHIANTI IM OHR, ULTRA LEICHT-SCHUHE UND SKIROLLER AN DEN FÜS- SEN, EINEN AFFEN AM RÜCKEN. VON CHRISTOF DOMENIG UND KLAUS MOLIDOR 62 SPORTaktiv

DA SCHLÄFT DER AFFE Fotos: Thomas Polzer SKATEN IM SOMMER Bei 33 Grad Celsius in die Langlaufschuhe zu schlüpfen, ist schon ein spezielles Gefühl. Wenn dann die vierjährige Nachbarstochter noch fragt: „Was machst du da?“, als ich die Bindungen der Skiroller zuklappe und wackelig die ersten Meter dahinzittere – da will ich eigentlich antworten: Ja, was eigentlich? Sage aber: „Langlaufen.“ Hab ich mir einfacher vorgestellt mit Skating-Skirollern RS 10 Skate von KÄSTLE (UVP € 299.–) über den Asphalt zu gleiten und dabei freudig zu strahlen, weil das meiner Lauftechnik für den Winter zuträglich sein wird. Die ersten hundert Meter ist aber nix von alledem spürbar. Erst nach und nach löst sich die Verkrampfung, kommt ein bisschen Sicherheit in den Schritt. Nach der dritten, vierten Einheit fühlt es sich dann echt wie Langlaufen an. Wer im Winter eine neue Bestzeit bei einem Volkslanglauf aufstellen oder einfach geschmeidiger in die Loipensaison starten will, der kommt um die Roller nicht herum. Was bleibt, ist der Gedanke, was passiert, wenn man doch einmal wegrutscht. Ein Sturz auf Asphalt ist gleich deutlich weniger angenehm als auf Schnee. Ergo bleibe ich in der Ebene, denn die Pflugbremse und das Abschwingen funktionieren auf Schnee, aber nicht auf der Straße. Diese Faktoren machen das sommerliche Langlauftraining für den Einsteiger zur Planungsaufgabe. Eine ebene, gut asphaltierte Strecke mit wenig Verkehr braucht es dazu, um wirklich in den Flow zu kommen. Und ein gerüttelt Maß an Selbstbewusstsein. Als Langläufer auf Skirollern ist man im semiurbanen Umfeld ein echter Exot. Die fragenden bis stark verwunderten Blicke der Spaziergänger und Radfahrer müssen dir egal sein. Trinksysteme gibt es ja zuhauf. Vom Hüftgurt mit kleinen Flaschen bis zu Halterungen für 500-ml-Flaschen, Handschlaufen mit Soft Flasks bis eben zu Trinkrucksäcken. Die sich in Summe doch als die vernünftigste Lösung herauskristallisieren. Ergo haben wir den Vertical 4 Plus des schwedischen Herstellers USWE um 109,99 Euro getestet. Der kommt mit einer 2-Liter-Trinkblase – was auch im Hochsommer für eine sehr große Runde reicht. Das Spezielle an den USWE-Produkten ist die „No dancing monkey“-Technologie, die verspricht, dass die Produkte bei Bewegung nicht herumhüpfen, als würde ein Affe im Rucksack tanzen. Erreicht wird das durch einen flexiblen Verschluss, der circa am unteren Ende des Brustbeins sitzt. Dadurch ist der Bauch frei von einengenden Gurten – sehr angenehm. Damit der Vertical aber auch wirklich gut sitzt, sind die Gurte verstellbar und zwar von einer Größe von M bis XL. Was auch praktisch ist, denn so können ihn mehrere Personen unterschiedlicher Statur verwenden. Einzig, dass er kein Extrafach für Maske, Handy, Schlüsselbund hat, sondern nur ein eingenähtes Fach direkt am Rücken, stört ein wenig. Auch mit 1,5 Litern Wasser sitzt der Vertical sehr hoch am Rücken zwischen den Schulterblättern. Im Grundlagentempo tanzt der Affe tatsächlich nicht. Kein bisschen. Bei schnelleren Schritten blinzelt er vielleicht ein bisschen auf. Tanzen traut er sich aber auch nicht. SPORTaktiv 63

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