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SPORTaktiv August 2021

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Viel Herzblut für den

Viel Herzblut für den Radsport, Süßigkeiten dürfen aber auch nicht fehlen: Donata Schörkmaier (links) und Katharina Stelzer. ZWEI FRAUEN HABEN DIE HOSEN AN 84 SPORTaktiv

WEIL ZWEI STEIRISCHE RADSPORTLERINNEN DIE FÜR SIE PERFEKTE RADBEKLEIDUNG NICHT FANDEN, ENTWARFEN SIE EINFACH SELBST WELCHE. KATHARINA STELZER UND DONATA SCHÖRKMAIER SETZEN VOLL AUF NACHHALTIGKEIT, PERFORMANCE UND ATHLETINNEN. ÜBER DAMENRADSPORT, GANZ WENIG BLÜMCHENMUSTER, ABER GANZ VIEL HERZ. VON CHRISTOPH HEIGL Fotos: Herzblut/Johannes Sommer, Instagram/Schörkmaier Frauen wissen halt besser, wo es Frauen beim Radfahren zwickt.“ Ein Satz von Donata Schörkmaier, der über dieser Geschichte wie ein Subtitel steht, den Kern genau trifft und noch dazu von einem herzhaften Lachen begleitet wird. Katharina Stelzer unterstreicht die Aussage mit einem aufgeregten Schütteln ihrer blonden Mähne. Willkommen bei Kama Cycling. Die Story aus der Grazer Jetzt-Zeit beginnt aber schon viel früher. Katharina war viel mit dem Papa unterwegs und ist als Kind schon Mountainbikerennen gefahren. Zum Rennrad ist sie vor etwa fünf Jahren gestoßen. Auch Donata Schörkmaier ist Bikerennen gefahren, war mit ihrem Mann in der Downhill- und Enduroszene unterwegs und ist dann beim Triathlon gelandet, wo sie 2016 mit den Tri Out Girls den ersten Triathlonverein Österreichs nur für Frauen mitbegründet hat. Zunächst bestätigt sich auch bei den beiden: Die meisten Frauen kommen über Männer zum Radsport, seien es Papas, Freunde, Ehemänner. Was Katharina und Donata aber auch schnell herausgefunden haben: Auch die meisten Radsportprodukte sind männlich dominiert, werden von Männern entwickelt, designt, vermarktet und verkauft. Und so – siehe erster Satz oben – sind beide selbst mit der besten Radbekleidung, die der Markt zu bieten hatte, nie richtig zufrieden gewesen. Es gibt zwar hochwertige Damenradsportmode der renommierten (Männer-)Marken und -Hersteller, „die Damenhosen etwa sind aber oft nur abgeänderte Männermodelle“. Schnitt, Sitzpolster, Träger würden immer noch viele Wünsche offen lassen, „und in den Radsportvereinen wird meistens sogar mit Männerhose gefahren“, schüttelt Donata den Kopf. 2019 entschlossen sich die beiden Steirerinnen, selbst einen Versuch zu starten. Sie trugen alles zusammen, was sie von ihren bisherigen Lieblingsstücken gut fanden („dort das Polster, da die Nähte, hier der Stoff, dort das Bündchen“) und bündelten die Ideen. Katharina war die Erste am Start, hatte mit „Kama“ schon eine eigene Grafik- und Marketingagentur laufen – weshalb eine von vielen Deutungen des Namens Kama auch „Katharina“ und „Marketing“ zulassen würde, aber des Rätsels Lösung soll bewusst offen gelassen werden – und Donata, auch mit einer Marketing-Agentur selbstständig, stieß über ein Gewinnspiel und eine gemeinsame Radtour dazu. Durch ihren beruflichen Background können sie Ideen selbst und schnell umsetzen. Die beiden wollen vieles anders machen als die Großserienproduzenten: Fokus auf Performance und Athletinnen, Produktion in Europa, nachhaltige Stoffe, keine Kompromisse. „Das ist die Ext- SPORTaktiv 85

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