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SPORTaktiv Bikeguide 2016

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Im diesjährigen SPORTaktiv Bikeguide geben fünf Biker Einblicke in die emotionale Zweierbeziehung zwischen Mensch und Rad. Bei den Technikchecks erfährst du die wichtigsten Eckdaten zu den unterschiedlichen „Zweirädern" wie Marathon-, Cross-Country-, und All-Mountain-Bike. Außerdem kommt ein (nach wie vor) brisantes Thema zur Sprache: der Wegestreit zwischen Mountainbikern und Waldbesitzern. Ein Auszug aus der Streit-Chronologie zeigt, wie verfahren der sprichwörtliche Karren zwischen den zwei Lagern ist.

INTERVIEW FOTO:

INTERVIEW FOTO: MERIDA/Daniel Geiger 28 SPORTaktiv-Bikeguide 2016

GUNN-RITA DAHLE FLESJÅ ERFOLG SIE LIEBT DAS MOUNTAINBIKEN, weil sie sich im Sattel so lebendig fühlt. Und diese Leidenschaft hat sie in Erfolg verwandelt. Die Norwegerin Gunn-Rita Dahle Flesjå ist MTB-Olympiasiegerin und zehnfache Weltmeisterin. Sie hat alles gegeben, alles gewonnen – und ist auch mit 43 Jahren noch kein bisschen müde. TEXT: Axel Rabenstein Gunn-Rita, als du im Alter von 22 Jahren mit dem Mountainbiken begonnen hast, wusstest du angeblich sofort: Das ist mein Sport! Warum warst du dir so sicher? Ich bin als Kind viel gelaufen, war beim Hiken in den Bergen, weil ich schon immer gerne meinen Körper beansprucht habe. In meiner Jugend habe ich auf einer Farm gearbeitet, früh morgens schon die Kühe gefüttert. Da war ich es gewohnt, abends total kaputt zu sein. Und ich habe es geliebt! Allerdings verspürte ich auch die Lust auf Adrenalin und Geschwindigkeit, bin Ski oder Motocross gefahren und viel geritten. Als ich dann zum ersten Mal auf einem Mountainbike saß, kam plötzlich alles, was mir Spaß machte, in einer Aktivität zusammen. Das hat mich fasziniert – und sofort überzeugt. Ist es so schön, sich zu verausgaben? Für mich sind schmerzende Muskeln ein wunderbares Gefühl. Du hast engen Kontakt zu deinem Körper, bist nahe bei dir selbst. Wenn dann noch Adrenalin hinzukommt, fühle ich mich einfach lebendig. Ist das die Fähigkeit, die Ausdauerathleten benötigen, um erfolgreich zu sein? Sich vom Schmerz zu lösen und Lust an der Verausgabung zu empfinden? Du musst in der Lage sein, dich immer weiter zu pushen. Dabei arbeitest du monatelang auf einen Zustand hin, den du als Topathlet vielleicht einoder zweimal im Jahr erlebst: Plötzlich fühlst du dich wie eine Maschine, die niemand mehr schlagen kann. Dann läuft’s. Und tut nicht mehr weh? Oh doch! Aber es sind zwei verschiedene Arten von Schmerz. Momentan bin ich fit, trotzdem nicht perfekt in Shape. Wenn ich jetzt im Training an meine Grenzen gehe, habe ich diesen typischen Schmerz von Anstrengung, den ich übrigens auch sehr gern spüre. Bin ich allerdings auf meinem absoluten Peak, dann wird aus diesem Schmerzgefühl eine Art Erregung. Es ist wie ein Kick, der dich immer weiter nach vorne treibt. Ein geniales Gefühl, für das es sich lohnt, Wochen und Monate zu trainieren. Es ist der Tag, an dem du fliegst – der Tag für große Erfolge. Der Körper macht die Arbeit und der Kopf treibt ihn an. Wie siehst du die Beziehung dieser beiden Teamplayer auf dem Weg zum Erfolg? Es ist ein schmaler Grat, immer wieder zwischen Körper und Geist zu 29

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