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SPORTaktiv Bikeguide 2016

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Im diesjährigen SPORTaktiv Bikeguide geben fünf Biker Einblicke in die emotionale Zweierbeziehung zwischen Mensch und Rad. Bei den Technikchecks erfährst du die wichtigsten Eckdaten zu den unterschiedlichen „Zweirädern" wie Marathon-, Cross-Country-, und All-Mountain-Bike. Außerdem kommt ein (nach wie vor) brisantes Thema zur Sprache: der Wegestreit zwischen Mountainbikern und Waldbesitzern. Ein Auszug aus der Streit-Chronologie zeigt, wie verfahren der sprichwörtliche Karren zwischen den zwei Lagern ist.

BIKETRAINING BIKERS

BIKETRAINING BIKERS BODYCHECK Saisonstart im Labor: Welchen Nutzen auch Hobbybiker aus einem professionellen Leistungstest ziehen, beweisen wir mithilfe des SpoWiMed-Institut. Dass Trainingspläne mithilfe professioneller Leistungsdiagnostik individuell und so effizient wie nur möglich gestaltet werden können, hat sich nicht nur in der Laufszene manifestiert, sondern mittlerweile auch unter motivierten Hobbyathleten aus der Bikebranche herumgesprochen. Weil wir aber wissen, dass es schon hieb- und stichfeste Beispiele braucht, um noch mehr Berg radler vom Nutzen dieser (im Vergleich zu diversen Materialanschaffungen sehr günstigen) Investition zu überzeugen, haben wir Günther Wagner, 34, einen ambitionierten Mountainbike-Wettkämpfer aus Graz, bei seinem leistungsdiagnostischen Test im Grazer Sportmedizinischen Institut der Sportunion begleitet. Günther hat viel vor in der heurigen Saison, und um sich auf die kommenden Rennen optimal vorbereiten zu können, unterzog er sich einem umfangreichem Check mit Beweglichkeitstest, Spiroergometrie und psychologischem Screening. Wir können es vorwegnehmen: Die erhobenen Daten (siehe rechts) bescheinigen dem Hobbyrennfahrer durchgehend gute Fitnesswerte und Bewegungseffizienz, zeigen aber auch auf, in welchen Bereichen noch Luft nach oben besteht – die optimale Trainingsmotivation. Was das jetzt im Konkreten für Günther und seine Saisonplanung bedeutet und welche Schlüsse jeder andere Hobbyradler für sich daraus ziehen kann, das findest du im Kasten auf der rechten Seite. Die Diagnostiker DAS SPOWIMED-TEAM mit Testathlet Günther: (v.l.) Leiter Dr. Werner Gröschl, BSc. Benjamin Pesendorfer (Bewegungsanalyse), Mag. Dr. Stefan Rinnerhofer (Leistungsdiagnostik) und Psychologin MMag. Petra Jopp. KONTAKT: 8010 Graz, Gaußgasse 3 TEL.: 0 316/32 44 30 71 E-MAIL: office@spowimed.at WEB: spowimed.at FOTOS: Thomas Polzer TEXT: Christoph Lamprecht 38 SPORTaktiv-BIKEGUIDE 2016

Im Keller der Union-Schwimmhalle in der Grazer Gaußgasse nimmt das Team von SpoWiMed regelmäßig Profi- wie Hobbyathleten unter die Lupe. Unser Mann im Test: seine Körperwerte und ihre Aussagekraft Der SPORTaktiv-Test zeigt auf, was man bei einer Leistungsdiagnostik alles herauslesen kann. GÜNTHER WAGNER, 34, ist Techniker an der Technischen Universität Graz, ambitionierter Hobbybiker und Vater eines kleinen Sohns. Sein Trainingspensum mit professioneller Planung beläuft sich auf 10 bis 13 Stunden pro Woche – die zum größten Teil auf dem Weg zur Arbeit und retour bestritten werden. Das Highlight in Günthers bisheriger MTB-Karriere war die Teilnahme an der Cape Epic 2014 in Südafrika. Zudem bestritt er vergangenes Jahr die Centurion MTB-Challenge; heuer stehen schnelle Kurzdistanzen auf dem Wettkampf-Plan. BEIM FUNCTIONAL MOVEMENT SCREEN (FMS) werden anhand von sieben grundlegenden funktionellen Bewegungsmustern die Mobilität wie auch Stabilität der Testperson bestimmt und mit einem Score von 0 bis 3 bewertet. Günther, der auch in diesem Bereich trainiert, erzielte mit 16 von 21 zu erreichenden Punkten ein für Hobbysportler durchaus respektables Ergebnis. Bei einem Wert unter 14 Punkten bestünde (wissenschaftlich erwiesen) erhöhte Verletzungsrisiko. Tester Benjamin Pesendorfer: „Beim FMS geht es nicht darum, andere punktemäßig zu übertreffen, sondern individuelle Schwachstellen aufzudecken, um sie gezielt verbessern zu können. Gerade für ambitionierte Sportler ist dieser Test aber nur der erste Schritt. Danach sollte sportartspezifisch weiter ausdifferenziert werden.“ Günther wurden jedenfalls vom Sportwissenschafter u. a. Übungen zur gezielten Kräftigung der Hüftaußenrotatoren empfohlen. BEI DER SPIROERGOMETRIE am Radergometer lag die Startbelastung bei 40 Watt, die pro Minute um jeweils 20 Watt gesteigert wurde. Neben der Atemgas- Analyse (Sauerstoffaufnahme & Kohlendioxidabgabe) wurde die Herzfrequenz mittels EKG überwacht und am Ende jeder Belastungsstufe Kapillarblut aus dem Ohrläppchen zur Laktatbestimmung entnommen. Daraus ergaben sich folgende relevanten Trainingsdaten: HERZFREQUENZ: Günthers HF liegt an der aeroben Schwelle (LTP1) bei 126 S/min, an der anaeroben Schwelle bei (LTP2) bei 160 S/min und die maximale HF bei 179 S/min. Aufgrund dieser Schwellenwerte können Günthers individuelle Trainingsbereiche genau festgelegt werden. SAUERSTOFFAUFNAHME: Als wichtigster leistungsbestimmender Parameter wurde bei Günther eine relative maximale Sauerstoffaufnahme von 56,4 ml/kg/min gemessen. Für den Wettkampf sollte sich dieser Wert mittels „Polarized Training“, einer Mischung aus umfangreichem Grundlagen- und intensivem Intervalltraining, auf über 60 ml/kg/min steigern. DER MAX. LAKTATWERT wurde bei Günther mit 13,7 mmol/l bestimmt. Dieser kann individuell stark variieren und ist u. a. abhängig von den Anforderungen einer Sportart. Eishockeyspieler mit kurzen hochintensiven Belastungsphasen erreichen Werte von 16–17 mmol/l. LEISTUNGSMÄSSIG schaffte Günther 360 Watt. Mit dem entsprechenden Training erreichen sehr gute Hobbysportler in Wettkampfform Maximalwerte von 420 bis 450 Watt. Für Günther bedeutet die erreichte Leistung einen relativen Wert von 4,48 Watt pro Kilogramm – dieser sollte bis zum Rennen bei über 5 W/kg liegen, was u. a. mit einer Gewichtsreduktion von 3 kg zu erreichen ist. BIOFEEDBACK dient in der sportpschologischen Diagnostik der Analyse der Entspannungsfähigkeit nach einem mentalen Stressreiz. Anhand der Messwerte empfiehlt MMag. Petra Jopp: „Das Üben von Atemtechniken und das Erlernen von Entspannungsverfahren ist für Günther außerordentlich sinnvoll, da bei erhöhten psychischen Anforderungen eine gute Psychoregulation über Erfolg und Misserfolg maßgeblich entscheidet.“ 39

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