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SPORTaktiv Bikeguide 2016

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Im diesjährigen SPORTaktiv Bikeguide geben fünf Biker Einblicke in die emotionale Zweierbeziehung zwischen Mensch und Rad. Bei den Technikchecks erfährst du die wichtigsten Eckdaten zu den unterschiedlichen „Zweirädern" wie Marathon-, Cross-Country-, und All-Mountain-Bike. Außerdem kommt ein (nach wie vor) brisantes Thema zur Sprache: der Wegestreit zwischen Mountainbikern und Waldbesitzern. Ein Auszug aus der Streit-Chronologie zeigt, wie verfahren der sprichwörtliche Karren zwischen den zwei Lagern ist.

E-MOUNTAINBIKE Harry

E-MOUNTAINBIKE Harry Hirsch: „Wow, das ist ja richtig geil!“, denke ich und wechsle lieber auf die Straße, da der Radweg etwas unübersichtlich wird. Dann höre ich hinter mir ein fernes Rufen – Guido ...! Klar, der hat mit seinem auf 25 km/h beschränkten Downhiller keine Chance, länger mitzuhalten. Grinsend warte ich auf ihn. „Ned schlecht, oder?“, meint er und ich kann nur nicken. Und was hat das E-Mountainbike sonst noch für Vorteile? „Na, wenn ich downhill fahren will, macht es mich vom Lift unabhängig“, weiß Guido. Und selbst da, wo es Bergbahnen gibt, ist das E-MTB vorne, erzählt der Elektro-Botschafter: „Vor Kurzem war ich beim After-Office-Ride im Bikepark Samerberg. Der Lift dort braucht 14 Minuten, bis du oben bist. Wenn du anstehen musst, noch länger. Aber wenn du die gleiche Strecke mit dem E-Bike hochfährst, bist du in sechs Minuten oben.“ In eineinhalb Stunden habe er an diesem Tag mit einer Akkuladung sechs Fahrten rauf und runter gemacht, erinnert sich Guido: „Wer liftelt, schafft in der Zeit maximal drei Fahrten. Du kommst definitiv mehr zum Fahren! Klar, am Ende war ich fix und fertig, weil ich 90 Minuten lang Vollgas gegeben hatte.“ AUSGLEICHSWIRKUNG Aber nicht nur zum Vollgas-Geben sind E-Mountainbikes geeignet. Eine weitere ihrer Stärken liegt darin, Leistungsunterschiede zwischen Partnern oder innerhalb von Gruppen auszugleichen. „Sicher, der Stärkere kann auch warten. Aber wenn der Schwächere gut mithält, macht es beiden mehr Spaß“, sagt Helmut Schreiber, Apotheker in Bad Goisern und seit zwei Jahren E-Bergradler: „Auch wenn sich ein Biker aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu stark belasten darf – Stichwort Herzfrequenz – ist ein E-Bike eine echte Hilfe. Und zudem kann ein E-MTB ein sonst zu weit entferntes Bike-Revier gewissermaßen näher heranholen. Reichweiten-Verlängerung sozusagen.“ Am meisten schätzt der passionierte Tourenfahrer jedoch den Flow: „Mit einem Elektro-Mountainbike erreiche ich den schon beim Uphill, wo Downhill-Enthusiasten brauchen mit E-Mountainbikes keinen Lift ich mir sonst, ohne Unterstützung, eher schwertue.“ Und noch ein Vorteil fällt Helmut Schreiber ein: „Unter unseren Freunden sind sportliche Eltern, die gern mit ihren Kindern im Anhänger unterwegs sind. Die müssen sich mit dem E-Mountainbike nicht mehr auf Asphaltstrecken in der Ebene beschränken, sondern können auch mal mit uns in die Berge – zumindest, solange der Weg breit genug ist.“ UNNÖTIGE SCHWARZMALEREI Die Argumente pro E-Bergräder finden mittlerweile selbst bei den „echten“ Bikern Anerkennung. So haben die Leser des Magazins „Mountainbike“ im vergangenen Jahr das E-getriebene Haibike Xduro Nduro bei der Wahl zum „Mountainbike des Jahres“ auf Platz zwei gehievt. Aber die Unkenrufe bleiben: Es werde in den Bergen bald von E-Radlern wimmeln, die ihre Grenzen überschreiten und dann nicht mehr herunterkommen. Für den Fachjournalisten Gunnar Fehlau vom „Pressedienst Fahrrad“ ist das nichts Neues: „Wer sich daran erinnert, wie die ersten Fullys mit effektiven Dämpfer-Systemen auf den Markt kamen, hat ein Déjà-vu: Da wurde auch von ,altgedienten Bikern‘ behauptet, dass jetzt so ungefähr jeder in den Bergen fahren kann und sich die Unfälle häufen werden. Und was ist passiert? Wenig – außer dass bald die meisten Fullys fuhren.“ Bemerkenswert sei zudem, so Fehlau, dass E-Mountainbikes einerseits als „Krücken“ für unsportliche, übergewichtige Senioren dargestellt werden, dann aber im selben Atemzug als brandgefährliche Boliden für Adrenalin-Junkies, die den Ruf der unmotorisierten Sportler gefährden. „Zugegeben, in beiden Stereotypen steckt ein wahrer Kern“, sagt der E-Bike-Experte, „E-Bikes ermöglichen auch weniger trainierten Fahrern anspruchsvolle Touren. Aber es ist ohne Motor viel wahrscheinlicher, sich zu überschätzen. Ist es da nicht besser, nach einem Anstieg aus eigener Kraft noch genügend körperliche Reserven für die Abfahrt zu haben?“ Ein „mörderisches“ Tempo erreicht man mit Motorkraft sowieso nicht: Im Wald sind nur Bikes zugelassen, die bei 25 km/h die Unterstützung abriegeln. Allenfalls lässt sich bergab das Mehrgewicht in zusätzliche Geschwindigkeit umwandeln. Dafür erfordern technische Passagen auf dem E-Mountainbike durch das höhere Gewicht aber mehr Geschick – wenn auch der durch den Mittelmotor tiefe Schwerpunkt im Gelände Vorteile bringt. „Hier wird offensichtlich versucht, den Schwarzen Peter für Konflikte mit Wanderern pauschal an die E-Mountainbiker weiterzureichen“, meint Gunnar Fehlau: „Dabei ist Rabaukentum eine Frage der Einstellung und nicht des Antriebs. Man fährt ja nicht nur mit den Waden Fahrrad, sondern auch mit dem Kopf.“ In diesem Sinn: Ride on – ob mit oder ohne E-Antrieb. Und wer ihn noch nicht kennt: ausprobieren! An eure erste Fahrt werdet ihr euch sicher lange erinnern ... FOTO: Haibike 78 SPORTaktiv-BIKEGUIDE 2016

TEST TARN- KAPPEN- BOMBER Im Bikebusiness gilt Specialized als Innovationsmotor. Das gilt jetzt auch fürs E-Mountainbike-Segment: SPORT aktiv- Bike-Experte Arnold Pauly durfte das neue „Specialized Turbo Levo“ testen. Zusatzfeature: Mit der App „Mission Control“ haben Besitzer von Specialized Turbo-Modellen volle Kontrolle über alle Technologien ihres Bikes. ANZEIGE / FOTOS: Thomas Polzer Auch wenn’s paradox klingt: Auf den ersten Blick fällt auf, wie unauffällig, stabil und ästhetisch der Mittelmotor und der Akku in den Rahmen dieses Bikes integriert sind. Der tiefe Schwerpunkt und die Bauart des Rahmens weisen auch aus technischer Sicht zwei wesentliche Vorteile auf: ein direktes Fahrverhalten und einen nahezu geräuschfreien Betrieb. Tatsächlich wird das Specialized Turbo Levo von Außenstehenden nur schwer als E-Bike enttarnt. Das Geheimnis aller Specialized- Bikes hat auch das Turbo Levo in seinen Genen: Schon bei der ersten Sitzprobe hat man das Gefühl, seit Jahren mit dem Bike vertraut zu sein. Die erste Runde auf dem Parkplatz – spätestens jetzt ist Schluss mit „unauffällig“: Der Motor schiebt gewaltig, der direkte Antrieb und die harmonische Entkoppelung gefallen auf Anhieb. Also ab ins Gelände: Dank seiner kurzen Kettenstreben fetzt das Turbo Levo wendig wie kein anderes E-Bike über die verwinkelten Trails. Das Handling des Bikes fühlt sich leicht und agil an – fast lässt es den Fahrer vergessen, ein E-Bike unterm Hintern zu haben. Die 3,0er-Fattie-Reifen unseres Testbikes erweisen sich schnell als die goldene Wahl für diese Art Bike. Neben einer perfekten Traktion in allen Lagen bieten sie ein spürbares Plus an Dämpfung, ohne aber behäbig zu wirken. INNOVATION UND PERFORMANCE Apropos Dämpfung: Specialized arbeitet mit den Herstellern der Federelemente zusammen und reagiert auf die speziellen Anforderungen der schweren E-Mountainbikes mit einer bikespezifischen Druckstufendämpfung sowie einer optimierten Zugstufendämpfung. In der Praxis funktioniert das gesamte Paket einfach problemlos in jeder Situation. Das höhere Gewicht des E-Bikes fühlt man am ehesten beim Bremsen, was aber dank der 4-Kolben-Bremszangen von SRAM locker beherrschbar ist. Unser Fazit: Nicht nur technisch, sondern auch optisch ist das Specialized Turbo Levo ein echter Leckerbissen. Der Motor schiebt kraftvoll und zugleich perfekt kontrollierbar an, erstaunt hat uns die geringe Geräuschentwicklung. Das Turbo Levo vereint in einzigartiger Form Innovation und Fahrperformance – kurz: ein E-Mountainbike für echte Mountainbiker. Specialized Turbo Levo FSR Expert 6Fattie RAHMEN: M5 Premium Aluminium AKKU: Custom Specialized, 504 Wh MOTOR: Brose 250 Watt DÄMPFER: Custom FOX Float Factory GABEL: RockShox Pike RC, 140 mm Travel BREMSEN: SRAM Guide RS 200/180 mm AUSSTATTUNG: SRAM X1 und X01 REIFEN: Specialized 6 Fattie 650bx3,0“ GEWICHT: 19,5 kg PREIS: € 6.499,– specialized.com 79

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