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SPORTaktiv Bikeguide 2017

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BIKEGUIDE TEXT:

BIKEGUIDE TEXT: Christoph Lamprecht 32 TERMIN BEIM „RADDOKTOR“ SCHWERPUNKT ERGONOMIE. Das richtige Bike, die optimale Sitzposition, die individuell passenden Bauteile und die Bekleidung. Viele Bausteine sind es, die über helle Freud und schmerzhaftes Leid beim Biken wesentlich mit entscheiden. Die folgenden Seiten sind dem Thema „Bike-Ergonomie“ gewidmet – beginnend mit einem Besuch beim Bikefitter. FOTOS: Thomas Polzer 32 TEXT: Christof Domenig SPORTaktiv-BIKEGUIDE 2017

Das Wissen darum, wie sinnvoll ein Bikefitting nicht nur für Profis, sondern auch für Freizeitbiker ist, verbreitet sich immer mehr. Auch, weil immer mehr Händler ein solches Fitting anbieten. Die Vorteile einer professionell ermittelten Sitzposition am Rad überzeugen ja auch wirklich. Noch einmal für alle, die sich bislang nicht mit dieser Thematik beschäftigt haben: Sportliche Fahrer profitieren, weil sich so die Kraftübertragung aufs Pedal verbessern lässt. Der zweite, noch wichtigere Grund: Schmerzen und Überlastungen aller Art lassen sich eliminieren. Und das ist wirklich für jeden, der Rad fährt, interessant. „MENSCH“ UND „TECHNIK“ „Was aber beim Thema Sitzpositionsoptimierung oft untergeht, ist die Rolle, die der Fitter spielt“, meint Jürgen Knausz, SPORT aktiv-Experte fürs Thema Bikefitting und Radhändler im obersteirischen Pöls. „Oft wird es auf die Technologie dahinter reduziert. Es kommt bei der Qualität eines Fittings aber wesentlich auf Erfahrung und Wissen an – und nicht nur darauf, welches Equipment zur Verfügung steht.“ Knausz hat sich als Fitter einen Namen gemacht. Rund 150 Analysen führt er jährlich durch. Den „Raddoktor“ nennen ihn manche seiner Kunden mittlerweile, erzählt er. Und der Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt. Beim Arzt zählt schließlich auch nicht nur die technische Ausstattung der Ordination. Am Wichtigsten sind Wissen und Einfühlungsvermögen. Andererseits stößt auch ein herausragender Medicus an seine Grenzen, wenn er eine Untersuchung mangels technischem Gerät nicht durchführen kann. Raddoktor Knausz ordiniert selbst mit High-Tech-Unterstützung. Neben dem verbreiteten Fitting-System von „Radlabor“ nutzt er auch ein Videoanalysesystem, bei dem die Sitzposition dynamisch, also im Pedalieren unter die Lupe genommen werden kann. Der Experte JÜRGEN KNAUSZ ist Radhändler und Inhaber von „Sport2000 Knausz“ in Pöls (St). Er führt rund 150 Bikefittings jährlich durch. Wichtig: Da ein Fitting Zeit in Anspruch nimmt (im Schnitt 80–100 Minuten), vorher einen Termin vereinbaren. Das Fitting ist beim Kauf eines Rads gratis, sonst kostet es € 90,– KONTAKT: Tel.: 0 35 79/200 90 bzw. 0676/97 04 723 E-Mail: j.knausz@ainet.at www.radsportknausz.at man auch sein eigenes Bike mitbringen und sich die Sitzposition optimieren lassen. Doch wenn zum Beispiel die Rahmengröße nicht wirklich zu den Körperproportionen passt, wird auch die beste Einstellung letztlich nur ein Kompromiss. Das „Fitting-Gespräch“ beginnt ebenfalls fast wie ein Arztbesuch: Mit einer „Anamnese“. Knausz befragt seinen Kunden eingehend nach dessen Bike-Gewohnheiten. Wie oft biket er, wie lang, wie intensiv? Welche Ziele verfolgt er, fährt er Rennen? Welche Distanzen? Hat er schon einmal Probleme mit chronischen oder akuten Schmerzen gehabt? Diese Informationen sind auch nützlich, wenn es darum geht, erstmals das passende Rad zu finden. Selbst Kaufentscheidungen, die mit der Sitzposition vordergründig nichts zu tun haben, gehören für Knausz zum „Gesamtpaket“. Einfache Fragen wie: die Entscheidung zu einer Laufradgröße, zum Carbon- oder Alurahmen oder zur Einfach-, Zweifach- oder Dreifachkurbel. „Es geht schließlich darum, dass der Kunde zu 100 Prozent Freude an seinem Rad hat“, sagt Knausz. KRAFT UND BEWEGLICHKEIT Die Vermessung der Körperproportionen mit dem „Radlabor“-System ist ein wichtiger Schritt. Innenbeinlänge, Unterschenkellänge, Armlänge oder Brustbeinhöhe werden mithilfe eines Bodyscanners ermittelt und in der Radlabor-Software erfasst. Menschen lassen sich jedoch nicht auf Zahlen reduzieren. Mindestens ebenso wichtig ist die Analyse des muskulären Zustands, insbesondere der Rumpfkraft und der Beweglichkeit. Mit verschiedenen Übungen kommt Knausz dem körperlichen Zustand des Kunden auf die Spur. Wieder ein wichtiges Puzzleteil, das am Ende das Gesamtbild ergibt. „Ohne fundierte Kenntnisse in funktioneller Anatomnie ist keine professionelle Sitzpositionsanalyse möglich. Nicht nur die Beinmuskeln spielen beim Radfahren eine Rolle, sondern die Muskulatur des gesamten ES BEGINNT BEIM RADKAUF Ein Bikefitting beginnt idealerweise schon mit dem Radkauf. Zwar kann Am Video lässt sich die Pedalier-Bewegung in Einzelbilder zerlegen und analysieren. 33

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