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SPORTaktiv Bikeguide 2017

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BIKEGUIDE WOMAN SERIE

BIKEGUIDE WOMAN SERIE LADYLIKE AM BIKE PRÄZISER. ANALYTISCHER. ZURÜCKHALTENDER. Frauen biken gerade als Einsteigerinnen anders als Männer. Kein Grund, den Herren der Schöpfung das Mountainbike- Feld zu überlassen: Im zweiten Teil unserer SPORTaktiv- Woman-Serie wollen wir Vorurteile ins rechte Licht rücken und verraten zudem, mit welchem zweirädrigen Untersatz „frau“ heute ins Gelände fährt. TEXT: Claudia Riedl 58 SPORTaktiv-BIKEGUIDE 2017

MIT UNSERER WOMAN-SERIE WOLLEN WIR DAS BE- WUSSTSEIN FÜR DEN SPORTLICHEN GESCHLECHTER- UNTERSCHIED SCHÄRFEN. DENN MÄNNER TRAINIE- REN ANDERS. FRAUEN AUCH. „ADAM“ UND „EVA“ GE- HEN SCHLIESSLICH MIT UNTERSCHIEDLICHEN ANA- TOMISCHEN VORAUSSETZUNGEN, ABER AUCH MIT VERSCHIEDENEN ERWARTUNGSHALTUNGEN AN SPORTLICHE HERAUSFORDERUNGEN HERAN. Frauen schätzen das Risiko beim Biken anders ein als Männer. „Unter sich“ fühlen sich viele Bikerinnen deshalb wohler als in gemischten Gruppen. FOTOS: Martina Siebenhandl, Martina Weinzettl, Liv Cycling/Giant Dass Männlein und Weiblein mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen, aber auch mit verschiedenen Motivationsstrategien an den Sport herangehen, wissen wir seit der letzten SPORTaktiv-Ausgabe, in der wir unsere „Woman“-Serie gestartet haben. Münzen wir das Ganze nun mal aufs Mountainbiken um: Biken Frauen auch anders als Männer? Aber ja! Das heißt freilich nicht, dass sie besser oder schlechter biken. Doch zunächst die Feststellung: Die Zahl der bikebegeisterten Ladies nimmt stetig weiter zu – wie auch Ludi Scholz, Brand Manager bei der Damen-Radsportmarke Liv, bestätigt: „Mountainbiken wird bei Frauen immer populärer. Dieser Sport ist längst keine Männersache mehr, sondern es ist bereits eine riesige Frauen-Bike-Community entstanden.“ Wie nun die Radsportindustrie auf diesen Umstand reagiert und wodurch „frau“ sich vom männlichen Biker-Pendant abhebt – wir klären im Folgenden die brennendsten Fragen. MEISTER IM „ZERDENKEN“ Der Unterschied zwischen dem bikenden Mann und der bikenden Frau beginnt ganz klar schon bei der Anatomie. „Da die Herren sich über ein Plus an Muskelmasse freuen dürfen, sind die Kraftverhältnisse von Vornherein anders verteilt. Bei den Damen sind außerdem spezielle Tendenzen wie ein kürzerer Oberkörper im Vergleich zum Unterkörper, kleinere Hände oder schmalere Schultern zu beachten. Auch dass wir Ladies einen anderen Beckenknochen haben als die Herren der Schöpfung, ist kein Geheimnis“, erklärt uns Ludi Scholz. Dies sind aber nur die äußeren Merkmale, die uns vom Mann differenzieren. Auch mental ist das weibliche Geschlecht anders gestrickt, speziell was die Risikobereitschaft betrifft. Soll heißen: „Die Damen ‚zerdenken‘ und ‚überanalysieren‘ viele „Frauen ‚zerdenken‘ und ‚überanalysieren‘ viele Situationen, sie sind dadurch oft zu vernünftig.“ LUDI SCHOLZ, BRAND MANAGER BEI LIV GERMANY Situationen, sie sind dadurch auch oft zu vernünftig. Oder um es hart zu sagen: einfach zu ängstlich“, so Ludi. Man kann also einerseits davon ausgehen, dass Männer im Mountainbiken gerade als Anfänger im Vorteil sind, da sie sich selbst mehr zutrauen. Andererseits beschäftigt sich die Bikerin aber länger mit kleinen, anfänglichen Schwierigkeiten, um einen soliden Grundstock für die Fahrtechnik aufzubauen. Frauen fahren demnach also vorsichtiger als Männer, setzen sich am Anfang erreichbarere Ziele und haben mehr Respekt vor der Technik und vor Trails. Und mit der Routine kommt die Sicherheit – bei Frauen wie bei Männern! Und wie ganz generell gilt auch beim Biken: Nicht jeder Mann ist per se ein Draufgänger beziehungsweise nicht jede Frau automatisch „übervernünftig“. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel! DAS BIKE FÜR SIE Auch die Radsportindustrie hat die Bikerin schon länger als wichtige Zielgruppe erkannt und geschlechterspezifische Mountainbikes (wie auf S. 54–57 gezeigt) auf den Markt gebracht. Und ebenso Bike-Zubehör, das ganz auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten ist. Ein pinker Rahmen mit ein paar Blümchen verziert macht aus einem Rad aber noch keineswegs ein Damen-Bike: Durch unterschiedliche Geometrien, andere Komponenten und moderne Designs versucht etwa die Radsportmarke Liv, gezielt auf die Wünsche von Frauen einzugehen: „Bei unseren Mountainbikes haben wir auf eine kompakte und etwas aufrechtere Haltung beim Fahren gesetzt. Gerade als Anfängerin fühlt man sich so gleich sicherer am Rad“, betont Ludi Scholz. Bei der Sattelwahl ist zu bedenken, dass Frauen durchschnittlich einen weiteren Sitzknochenabstand haben als Männer, wodurch auch ihr Schambeinbogen deutlich tiefer liegt. Den daraus resultierenden unange- 59

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