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SPORTaktiv Bikeguide 2018

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Postingzahlen sind Blogs

Postingzahlen sind Blogs und Zeitungen garantiert, die sich mit dem Thema befassen. Wobei hier langsam, aber sicher ein Umdenken zu beobachten ist: Man wird als E-MTB-Fahrer in der Szene nicht mehr pauschal als „dick und unsportlich“ kategorisiert. Bike-Hotels, die mit Spaß, Freude und Kompetenz E-MTB-Kunden entsprechend abholen, können sich kaum vor Buchungen retten. „Mehr als 165 E-MTB-Touren mit E-MTB-Gruppen“ hat der Südtiroler Mountainbikeund E-MTB-Pionier Kurt Resch 2017 selbst für sein Hotel geguidet. Ins selbe Horn stößt sein Kollege Martin Pirhofer vom Jagdhof aus Latsch. „Langweilig wird uns nicht, E-MTB-Touren gehen sehr gut, da kommt immer mehr Nachfrage.“ In Asien produzieren die Rahmenhersteller E-MTBs, dass die Schweißnähte glühen und die Fertigungslinien der großen Zulieferer sind mehr als ausgelastet. Gleichzeitig nimmt der Anteil an konventionellen Mountainbikes in der Produktpalette kontinuierlich ab, Entwicklungsbudgets werden zum E-MTB hin verschoben. 26 Motoren-Hersteller (Mittelmotor, Nabenmotor und andere DESIGNENTWURF FÜR EIN E-MTB 2020 Integrierte Batterie und Stoßdämpfer in einem superleichten Carbonrahmen, Platz für eine Trinkflasche oder Ersatzbatterie für extreme Tagestouren über 2500 Höhenmeter Batterie über Bodendeckel herausnehmbar, Kapazität 750 Wh Minimalmotor, klein und leicht Upside-Down-Gabel mit Doppelbrücke aus Carbon: superleicht und sehr steif, sensibel ansprechend 200 mm elektrisch verstellbare Sattelstütze mit Neigungsausgleich für steile Auffahrten Elektrisches Schaltwerk mit Längsschlitten = weniger exponiert, exakte Positionierung der Schaltrolle am Ritzel Konzepte) zählte die Eurobike-Messe 2017, und alle entwickeln schon an der nächsten Generation 2020. „Skandalöse Fälle“ von unerfahrenen E-MTBern machen in der Presse und am Stammtisch die Runde, die von der Bergwacht „gerettet werden müssen“, doch auch das wird sich beruhigen und einpendeln. Wenn mehr Menschen E-Bike fahren, steigt auch der Anteil derer, die in der Natur, bei der Tourenplanung und Ausführung ihre Erfahrungen machen und besser werden. Eine Entwicklung, die wir Biker alle auch schon mitgemacht haben. Technologisch gesehen tritt das E-MTB in eine neue Phase, in der es nochmals einen enormen Entwicklungsschub bekommen wird, der praxisorientierter denn je sein wird. Bisherige „Jugendsünden“ der letzten drei Jahre: zu niedrige Tretlagerhöhen Motoren, die schlecht dosierbar sind mangelhafte Geometrien und unausgewogene Federwegsverteilungen falsche Reifenwahl zu schwere Bikes über 22 kg schwache Bremsen mangelhafte Akkureichweiten INTERVIEW MIT LUTZ SCHEFFER Du bist Mitgeschäftsführer von„Electric Mountain“. Was macht ihr genau? Wir sind eine Ideenschmiede zum Thema E-MTB, leben und atmen das Thema. Mit unseren langjährigen Kontakten beraten wir Mountainbike-Hersteller beim Thema E-Zubehör, testen Motoren, Schaltungen, aber beraten beispielsweise auch Tourismusverbände und Regionen. Wir wissen sehr gut, was der sportliche E-MTB-Tourenfahrer will, weil wir selbst extrem viel biken. Wir haben die Berge Garmischs und Innsbrucks vor der Haustür. Was ist an Entwicklung in den nächsten Jahre zu erwarten? Die Fahrdynamik und der Fahrspaß mit dem E-MTB setzen einen modernen Mittelmotor und eine Vollfederung voraus. Andere Konzepte haben keine Bedeutung mehr. Was sich in den nächsten Jahren verfeinern wird, ist die noch bessere Drehkraft- und Kurbelumdrehungsmessung, um die Schnittstelle Mensch-Maschine noch feinfühliger zu machen. Das Bike kann einige Situati- Fotos: Lutz Scheffer 24 SPORTaktiv

Er kennt die Szene: Lutz Scheffer (u. a. Rotwild, Centurion, Bergwerk, Canyon) aus Garmisch ist Kreativkopf, Designer, Entwickler und Vordenker. würden rein physikalisch betrachtet das Rennen dominieren. Schwerere Fahrer müssen eine Zeitbonifikation (Punktesystem) bekommen. onen noch nicht richtig erkennen und reagiert verzögert und ruppig. Was leider nicht zu erwarten ist, ist, dass die Batterietechnik sich in den nächsten fünf Jahren eklatant ändern wird. Die aktuellen Lithium-Ionen-Akkus werden noch längere Zeit Stand der Technik sein. Zukunftsbatterien, die auf dem Prinzip Lithium-Luft oder Lithium-Schwefel basieren, brauchen noch Jahre oder Jahrzehnte bis zur Serienreife. Zusätzlich werden größere Batterien bis 1 kW Einzug halten. Das Mehrgewicht wird durch Leichtbau mit Carbonrahmen ausgeglichen. Das E-MTB der Zukunft wird unter 20 kg wiegen. Zusätzlich wird es E-MTBs light mit kleinem Motor unter 15 kg geben (Anm: siehe Studie links). Kann das E-MTB am Wettkampfsektor das „normale“ Biken ablösen, wie viele befürchten? Klassische MTB-Wettbewerbe wird es auch in Zukunft geben. Das richtige Format für ein E-MTB-Rennen muss noch gefunden werden. Ich persönlich fände es spannend, eine offene Profiklasse ohne Leistungs- und Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen. Nur eine einzige Regel muss streng vorgegeben werden: Die Rennmaschine darf nur maximal ein Drittel des Körpergewichts wiegen. Damit würde ein ungeahnter technologischer Wettbewerb einsetzen. Große Batterien und leichte Fahrer Wann wird das Thema E-MTB das Emotionale und Hitzige in der öffentlichen Diskussion verlieren? Neue Sportarten und neue Technologien stoßen am Anfang immer auf Skepsis oder gar Ablehnung in der breiten Masse. Am Beispiel Ski: Ski fahren in den Bergen war vor 100 Jahren auch ein geächteter Schmarrn. Mit Brettern an den Füßen im Winter in die Berge? Oder generell Freizeitvergnügen in den Bergen? Vor 200 Jahren gehörten die Berge den fürstlichen und königlichen Jagdgesellschaften. Freizeitvergnügen in den Alpen gab es nicht. Ich hoffe, dass das E-MTB die Menschen wieder näher zur Natur bringt – weg von Liftanlagen und Massentourismus. Sanfter naturnaher Tourismus ist mit dem E-MTB absolut möglich. Meine persönliche Beobachtung ist: Je mehr Breitensport es wird, desto mehr Akzeptanz in der Bevölkerung hat das E-MTB. Einzelne „Schimpfer“, die sich in ihrer sportlichen Ehre gekränkt fühlen, wird es auch in Zukunft geben. Und es wird immer Menschen geben, die jegliche Fremdkraftunterstützung im Sport ablehnen. MOVENTOR UNTER - WEGS IM GELÄNDE Anspruchsvolle Trails und fahrerisches Können verlangen nach optimalen Schutz. Der Moventor sorgt abseits der Straßen für Fahrspaß pur – und dank seiner innovativen Technologien auch für die notwendige Sicherheit. abus.com SPORTaktiv 25

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