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SPORTaktiv Bikeguide 2018

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EIN STRECKENNETZ DURCHS

EIN STRECKENNETZ DURCHS GANZE LAND VIELE REGIONEN STELLEN SICH IN DIESEM BIKE GUIDE VOR. DOCH WIE IST DER STATUS QUO IM MOUNTAINBIKE- TOURISMUS UND WOHIN GEHT‘S? ABGESEHEN VON DESTINATIONEN- ENTWICKLER DARCO CAZIN (SIEHE SEITE 12) HABEN WIR WEITERE INSIDER IN ÖSTERREICH UND BAYERN UM IHRE EINSCHÄTZUNG GEBETEN. VON CHRISTOF DOMENIG 1. WER IST ZURZEIT DER MOUNTAINBIKE-GAST? Genauso wenig wie den einen Biker gibt es den typischen Mountainbike-Gast. „Die Zielgruppe ist definitiv breiter als das Skisegment“, meint Hari Maier, Organisator des „Österreichischen Mountainbike Kongresses“. So breit gestreut wie das Bikesegment sind auch die Angebote von Regionen, die um den Biker als Gast werben. Einige Anhaltspunkte gibt es aber schon: „Der Mountainbike-Gast kommt vielfach aufgrund herausragender, einmaliger Infrastruktur wie den Petzem-Flow-Trail zu uns – oder er betreibt den Mountainbikesport im Zuge seines Aufenthalts, weil er von Strecken und Trails gehört hat“, weiß der Kärntner Radkoordinator Paco Wrolich. Daniela Schilling von der Region Bayerischer Wald sieht den Biker als Multisportler: „Unseren Gästebefragungen nach interessieren sich Biker oft auch für andere Outdoor-Sportarten.“ 2. WAS SIND DIE GÄSTE-ERWARTUNGEN BETREFFEND TRAILS UND TOUREN? Eines geht nicht ohne das andere. „Ein legales, attraktives Touren-Streckennetz ist die Basis. Trails sind das Salz in der Suppe. Um als MTB-Destination wahrgenommen zu werden, bedarf es eines starken Trailangebots für jede Leistungsschicht“, meint Paco Wrolich. Ob dieses dann tatsächlich von allen Gästen genutzt werde, sei zweitrangig. Derzeit werden ja vielerorts Flow Trails gebaut – „im Denkansatz richtig“, meint Hari Maier, „aber auch eher eine Ghettoisierung. Der Gast will Natur und Abenteuer erleben – und dazu braucht es ein attraktives, destinationsübergreifendes Wegenetz.“ Foto: Saalbach-Hinterglemm/Klemens König 46 SPORTaktiv

PACO WROLICH ist Radkoordinator des Landes Kärnten. DANIELA SCHILLING ist Marketingleiterin der Region Bayerischer Wald in Bayern und Projektleiterin der „Trans Bayerwald“. HARI MAIER ist Veranstalter des Österreichischen Bike Tourismus Kongresses in Saalbach-Hinterglemm (S). Termin 2018: 25.–27. September. www.mountainbike-kongress.at 3. GEHT’S NUR MIT BERGBAHNEN – ODER AUCH OHNE? Bergbahnen sind gut, aber keineswegs zwingend. Vielmehr gehe es darum, welchen Bikegast man ansprechen will. „Für Performer, die in erster Linie Trails erwarten, ist die Beförderung mit der Bergbahn unabdingbar. Außer man setzt aufs E-Bike als Thema“, sagt Wrolich. „Für ein gutes Mountainbikeangebot geht es nicht vorrangig um die Bergbahn. Sondern eher um Wegevielfalt, Naturerlebnis, leckeres Essen. Und dass sich Biker willkommen fühlen“, weiß Schilling. 4. WIE VIEL NEUEN SCHWUNG BRINGT DAS E-MTB IN DEN TOURISMUS? Maier prognostiziert auch: „Dem künftigen E-MTB-Gast werden die gebauten Trails nicht reichen.“ Im Bayerischen Wald ist eine durchschnittliche Tagestour von Gästen 35 km lang und hat 1500 Höhenmeter. Drei- bis Vier-Tagestouren sind am gefragtesten. „Das Naturerlebnis steht an erster Stelle. Dafür braucht man ausgeschilderte Strecken mit hohem Trailanteil“, sagt Daniela Schilling. Für Hari Maier ist die Sache klar: „E-MTB ist der Megaboost. Das wird uns überrollen. Meiner Einschätzung nach wird in zehn Jahren das Verhältnis MTB/E-MTB 20:80 sein – mindestens.“ – „Ja, das E-MTB ist ein Wachstumsfaktor – weil die Einstiegshürde gering und die Reichweite mit dem E-Bike groß ist“, bestätigt auch Daniela Schilling. Und auch für Wrolich ist klar: „Der E-Bike-Boom steht erst am Anfang der Reise. Wo diese hinführt, ist noch nicht absehbar. Aber der Verkauf von E-Bikes wird im Vergleich zu dem von herkömmlichen Bikes überhandnehmen – und man kann sich ausmalen, was das auch für den Tourismus bedeuten kann.“ Auch der Verleih ist für Wrolich ein wichtiges Thema: „Da sind wir mit unserem neuen und einmaligen, flächendeckenden Verleihsystem ‚Kärnten rent e-Bike‘ auf einem sehr guten Weg.“ SPORTaktiv 47

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