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SPORTaktiv Bikeguide 2020

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ALS SICH DER NEBEL

ALS SICH DER NEBEL VERZOGEN HATTE ALS SICH DER NEBEL VERZOGEN HATTE, WAR ES SOMMER.WARME SONNENSTRAHLEN ERHELLTEN DIE VOM GESCHÜTZFEUER DER VERGANGENEN MONATE UMGEPFLÜGTEN SCHÜTZENGRÄBEN. AUF EINMAL WAR ES RUHIG GEWESEN. DIE GESCHÜTZE WAREN VERSTUMMT. EINE UNWIRKLICHE RUHE LAG ÜBER DEM SCHLACHTFELD. VORSICHTIG ERHOBEN SICH DIE ERSTEN KÖPFE DER ÜBERLEBENDEN, ZAGHAFT RUNDUM BLICKEND. DIE BLICKE FRAGTEN: WER IST NOCH DA? GASTKOMMENTAR VON JÜRGEN PAIL Kann man diesen Artikel so beginnen? Kann man eine weltweite Pandemie mit einem Weltkrieg vergleichen? NEIN, kann man natürlich nicht. Zitierend ohne den Erstverfasser zu kennen, sei das Bonmot trotzdem erwähnt: Unsere Eltern oder Großeltern wurden in den Krieg geschickt. Wir auf die Couch. Oder wie das „Profil“ titelte: Ein Notstand ohne Not. Wir sind das erste Mal in unserem Leben mit einer Situation konfrontiert, in der das Ausleben unserer eigenen, manchmal „sehr eigenen“ Freizeitbedürfnisse mit allen daran haftenden Egoismen und Befindlichkeiten zeitweise nicht mehr möglich ist. Um uns den Unterschied zwischen Schützengraben und Couch zu verdeutlichen, sollten wir beim großen österreichischen Poeten Ernst Jandl (1925–2000) nachschlagen oder besser nachhören. Sein lautmalerisches Gedicht „schtzngrmm“ erschließt uns kurz und prägnant die Realität eines wirklichen Krieges. (Auf YouTube unter „ernst jandl schtzngrmm“ vom Dichter selbst vorgetragen.) Lassen wir also alle Kriegsvergleiche das sein, was sie in Wirklichkeit sind: unpassend. Nach dem Stand der Dinge beim Entstehen dieses Textes (24. 3. 2020) wird es etwa bis zum Sommer dauern, bis so etwas wie vorsichtiges Foto: Salzkammerguttrophy/Erwin Haiden 40 SPORTaktiv

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