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SPORTaktiv Bikeguide 2020

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etwas schwerer als ihre

etwas schwerer als ihre gleich großen Straßen-Pendants. Federleicht-Bikes aus der Grazer Edelschmiede von Alexander Friedl fahren, was Gewicht (z. B. 24 Zoll: 6,6 kg), aber auch den Preis betrifft, in einer eigenen Liga. Sie sind etwa so kompakt konstruiert, dass Kinder schon früher mit größeren Laufrädern unterwegs sein können und von den Vorteilen profitieren, die für die Erwachsenen bei Einführung der 29-Zoll-Räder oft genannt wurden, sagt Friedl. Die Komponenten sind vielfach Eigenkonstruktionen. Schon kurz angesprochen: Brauchen Kinder eine Federgabel? „Jein“, antwortet Christian Bezdeka von woom. Am Beispiel der Marke lässt sich auch ablesen, dass die gefederte Front aufs Gewicht drückt: Das woom Off mit Carbon-Starrgabel in 24 Zoll spart im Vergleich zum gefederten „Off Air“ 1,5 kg ein. „Wer bergab über Wurzeln fährt, nimmt das Bike mit Federgabel. Wer auf leichten Singletrails, Pumplines oder Forstwegen unterwegs sein will, ist mit dem leichteren Rad besser dran.“ Als Elternteil weiß man aber auch: Wenn das eigene Bike gefedert ist, braucht es Überzeugungskraft, um dem Kind zu erklären, warum es das nicht braucht. Auch eine Frage: Scheibenbremsen – oder tun es auch V-Brakes? Der Trend geht deutlich zu den Scheibenbremsen, „wobei es eher um die Dosierbarkeit und Adjustierbarkeit geht“, sagt Pucher. Dass Hebel in Kinderhände passen müssen: Auch das war früher nicht selbstverständlich und hat sich gebessert. Kurbeln sind ein wichtiges Ergonomiethema – was Länge und Breite betrifft. Alexander Friedl empfiehlt, dass die Kurbellänge in mm in etwa der Körpergröße in cm entsprechen sollte. Auch Lenkerbreite und Vorbau sind wichtige Bauteile, an denen sich ergonomisch die Spreu vom Weizen trennt. DIE TOTGESAGTEN LEBEN LÄNGER BEI ERWACHSENEN IST 26 ZOLL AUS DER MODE GEKOMMEN. ABER BEI DEN KIDS FEIERT ES EINE WIEDERGEBURT. UND BEI BASTLERN. VON CHRISTOPH HEIGL Die Erfolgsgeschichten von Woom, Federleicht und Vpace zeigen es vor: Große Ideen kommen oft aus kleinen Bastelkellern. Sie werden von talentierten Papas soweit vorangetrieben, bis alle Nachbarn und Freunde auch so ein „Ding“ für ihre Kleinen wollen, ein Kinder-Mountainbike, das was taugt. Zur Serienreife ist es zwar ein weiter Weg, aber eines hilft ambitionierten Bastlern: Weil die 26 Zoll-Reifendimension bei Erwachsenen de facto ausgestorben ist, gibt es eine Unmenge an Teilen, die in Werkstätten und auf Onlineplattformen lagern, oder sich mit irren Rabatten hinterm %Sale%-Button im Onlineshop verstecken und auf ein „second life“ warten. Diese Teile, oft von hochwertigster Qualität, sind den Komponenten vieler normaler Kinderbikes weit überlegen. Mit etwas Expertise lassen sich Kinderräder mit einst teuren Leichtbaukomponenten toll aufpimpen oder gleich selber bauen. Bei Kleinkindern (14, 16, 20 Zoll) macht es noch wenig Sinn, aber von der Volksschule bis zur Firmung und ab Körpergrößen von etwa 130 cm kann man Kids auf 26 Zoll setzen und ihnen so etwas wie den „29er-Effekt“ bei Erwachsenen bieten. Wichtig: Die Rahmen müssen extrem klein und kurz sein, weshalb sich in erster Linie Rahmen für Jugendliche und kleingewachsene Frauen für Bastel- Fotos: Federleicht Bikes, iStock 54 SPORTaktiv

Seit Kurzem gibt es auch E-Mountainbikes für Kinder. Daran scheiden sich die Geister – mehr noch als bei den Erwachsenen-E-MTBs. Federleicht-Gründer Alexander Friedl meint: „Kinder sollten die Möglichkeit bekommen, Körpergefühl, etwa auch ein Gefühl für Steigungen, entwickeln zu dürfen. Mit dem E-Bike geht das nicht. Da kommt leider auch die Bequemlichkeit der Erwachsenen zum Ausdruck: Richtiges Biken mit Kindern besteht zu Beginn eben einmal auch aus Warten.“ Mario Pucher von Gigasport meint dagegen: „Es gibt aktive Eltern, die für sich den Vorteil von E-MTBs im Vergleich zum Mountainbike erkannt haben. Etwa: mehr Lächeln im Gesicht, wenn du rauffährst. Warum soll man Kindern nicht das Gleiche bieten?“ Von woom gibt es ganz neu ebenfalls ein E-MTB, das „Up“. Christian Bezdeka sagt: „Wir haben schon überlegt, ob wir das wollen. Aber es gibt gute Argumente dafür.“ Das vielleicht wichtigste: „Egal, welches Kind das Up Probe gefahren ist: Es war nicht mehr herunterzukriegen.“ RE-THINK, RE-CYCLE, RE-RIDE VAUDE Men’s Virt Shirt und Men’s Virt Shorts sind großteils aus recyceltem Polyester hergestellt. Nachhaltigkeit neu interpretiert – bei bestmöglicher Funktion im Abfahrts-Flow. Fotos: Vaude projekte eignen. Gewicht ist das zentrale Thema. Leichte Laufräder und superleichte Reifen helfen den Kleinen enorm: Tipp: „altmodische“ Semislicks wie Schwalbes Thunder Burt (nur 400 Gramm). Mit normalen Kurbeln (wichtig: kurze Kurbelarme) und Zahnkränzen lassen sich kindertaugliche Übersetzungen kreieren. Kurze, negativ gedrehte Vorbauten sorgen für passable Sitzpostionen, Bremshebel von alten V-Brakes (z.b. XT oder XTR) lassen sich bestens auf Kinder einstellen, Luftfedergabeln genauso. Und keine Sorge: Wer das nicht schafft, weiß, wo er die Profi-Papas von Woom und Federleicht findet. 87 Prozent des beim Men’s Virt Shirt und bei der Men’s Virt Short verwendeten Polyesters sind recycelt. Ein Wert, der richtungsweisend ist und zeigt, dass es möglich ist, funktionale und komfortable Radbekleidung herzustellen, die zum Großteil aus nachhaltigen Materialien besteht. Um Funktionseigenschaften und MEHR INFOS: www.vaude.com Elastizität zu optimieren, ist ein Anteil von 13 Prozent Elastan dem Material beigefügt. Beim Schnitt von Shirt und Hose haben die Designer auf einen legeren, entspannten Schnitt Wert gelegt: Der kommt den Bewegungsabläufen beim Freeriden und beim All-Mountain-Einsatz ideal entgegen. SPORTaktiv 55

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