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SPORTaktiv Bikeguide 2021

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FÜR DAS HIRN AUF DEM

FÜR DAS HIRN AUF DEM HELMSEKTOR WIRD AKTUELL VIEL GEFORSCHT. EIN SAFETY-WETTLAUF DER SYSTEME MIT EINEM ZIEL: DAS GEHIRN BEI FAHRRAD-STÜRZEN NOCH BESSER ZU SCHÜTZEN. VON KLAUS MOLIDOR uf dem Helmsektor wird gerade sehr viel Köpfchen verwendet, um eben jenes im Falle eines Sturzes bestmöglich zu schützen. In den letzten Jahren hat sich das sehr viel verändert, um nicht nur Brüche am Kopf, sondern vor allem auch Gehirnerschütterungen zu verhindern. Die können schon passieren, wenn der Kopf noch heil ist und vielleicht auch der Helm nicht einmal zu Bruch geht bei einem Sturz. Verantwortlich dafür sind die Drehkräfte, die das Gehirn sogar ohne direkten Einschlag erschüttern können. Vor einigen Jahren schon hat MIPS begonnen sich des Themas anzunehmen und Helme mit einer zweidimensionalen Plastikeinlage zu versehen, um die Drehkräfte zu minimieren. Die Firma WaveCel des Amerikaners Dr. Steve Madey und des gebürtigen Deutschen Dr. Michael Bottlang ist noch Fotos: Sam Needham, Klaus Molidor, Thomas Polzer 50 SPORTaktiv

In der Helm-Entwicklung tut sich einiges – damit Kopf und Hirn im Falle eines Sturzes geschützt werden. JEDER HELM BIETET EINEN AUSGEZEICH- NETEN SCHUTZ VOR KOPFVERLETZUNGEN, VERGLICHEN MIT EINEM STURZ OHNE HELM. einen Schritt weitergegangen und hat ein 3-dimensionales System auf den Markt gebracht, das das Gehirn auch bei schwereren Stürzen effektiv vor den Drehkräften schützen soll. WaveCel besteht aus einem speziellen Co-Polymer und wird in einer Zellstruktur in die Helme verbaut. „Bei einem Aufprall verformen sich die Zellen dann seitlich, um Reibungskräfte zu reduzieren, die durch Redaktionskräfte entstehen“, erklärt Biomechanik-Ingenieur Michael Bottlang. „Dann komprimieren sich die Zellen und absorbieren die Energie wie die Knautschzone eines Autos. Letztlich kann sich die WaveCel strecken und dehnen wie ein Akkordeon, um Energie zu verteilen und vom Kopf wegzuführen.“ Weil sich das Material über das gesamte Innere des Helms erstreckt, funktioniert die WaveCel-Technologie sowohl bei frontalen, seitlichen und hinteren Einschlägen. Durch den breiten Temperaturkorridor des Co-Polymers behält das Material seine Eigenschaften unabhängig von der Außentemperatur. Bontrager auf dem Bikesektor und Anon auf dem Skisektor nutzen diese Technologie bereits, im Lauf des Jahres sollen mehrere Hersteller dazukommen. Einen ähnlichen Weg geht der Bikeausrüster Endura mit dem Material Koroyd, das auch in dreidimensionaler, herkömmlicher Wabenstruktur im Helm verbaut wird. „WaveCel hat eine patentierte Struktur mit einer kleinen Falte in jeder Zelle, die die Steifigkeit reduziert“, erklärt Michael Bottlang den Unterschied. Außerdem könne die WaveCel- Einlage in der Helmschale gleiten, um die Drehkräfte zu vermindern, während das bei anderen Herstellern nicht möglich ist, weil die Einlagen in mehreren Fenstern in der Schale festgehalten werden. Aber egal, ob MIPS, Koroyd, WaveCel oder ein herkömmlicher Helm. „Jeder Helm bietet einen ausgezeichneten Schutz vor Kopfverletzungen, verglichen mit einem Sturz ohne Helm“, sagt Bottlang. Er freut sich aber, dass es jetzt einen Wettlauf unter den Systemen gibt. „Ich hoffe, dass die Forschung dazu beiträgt, objektive Vergleiche zwischen den verschiedenen System zu erstellen, damit SPORTaktiv 51

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