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SPORTaktiv Bikeguide 2021

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WIE GUT BIN ICH AUF DEM

WIE GUT BIN ICH AUF DEM BIKE? WER SICHER UNTERWEGS SEIN UND STÜRZE VERMEIDEN WILL, SOLL KRITISCH MIT SEINEM KÖNNEN UMGEHEN. DENN BEIM MOUNTAINBIKEN MACHT DIE RICHTIGE FAHRTECHNIK VIEL AUS. DAZU HABEN WIR UNS VON BIKE-PROFI STEFAN SCHLIE TIPPS FÜR ANFÄNGER GEHOLT. DIE BESTEN RATSCHLÄGE FÜR DIE PRAXIS MIT E-MOUNTAINBIKES GIBT’S OBENDRAUF. VON CHRISTOPH HEIGL Mountainbiken ist ein herrlicher Sport, für alle leicht zu erlernen und zu beherrschen. Stimmt? Ja und Nein. Ein paar wesentliche Dinge muss man schon beherzigen, um im Gelände mit Freude und Sicherheit herumzukurven und nicht Teil der alarmierenden Unfallstatistiken zu werden, die im Sommer wieder so sicher kommen wie das Amen im Gebet. Speziell E-Mountainbikes und die gestiegene Anzahl von Stürzen, Unfällen und sogar Toten gaben in den letzten Jahren Anlass zu Schlagzeilen. So weit darf es gar nicht erst kommen. Deswegen sind unsere Fahrtechniktipps heuer Basisübungen und Tricks für Anfänger und Einsteiger, die vielleicht seit dem Vorjahr oder heuer das erste Mal am Mountainbike sitzen, vielleicht erstmals ein E-MTB kaufen werden und sich auf der Forststraße oder beim Einstieg zum leichten Familientrail im Urlaub die Frage stellen: Moment, wie gut kann ich eigentlich biken? DER TECHNIK-SELBSTTEST Schaffst du das? Wir haben mit Stefan Schlie ein paar einfache Übungen für den Selbstcheck zusammengestellt, damit du dein Bike sicher beherrschst und auf Forststraßen und leichten Trails zurecht kommst. Schlie war Trialprofi, ist seit mehr als drei Jahrzehnten Fahrtechnikexperte, Markenbotschafter und Mitentwickler bei Bosch-Antrieben und sogar Autor von Fahrtechnikbüchern. Für SPORTaktiv brechen wir sein Wissen auf die Basics herunter. Hast du noch Probleme mit diesen vier Übungen? Dann fleißig weiterüben, bevor es ernst wird. Sicherheit geht vor. 1. SCHOTTERBREMSE Fahr auf einen Schotterweg oder Parkplatz mit losem Schotter als Untergrund. Versuche, bei Schrittgeschwindigkeit nur die Vorderradbremse zu betätigen Fotos: Markus Greber 66 SPORTaktiv

ÜBUNG 1: DIE SCHOTTERBREMSE „SCHLIEOLOGY“ und sanft zu dosieren. Dann blockiere die Bremse voll und lass deinen Vorderreifen im Schotter blockiert und ganz bewusst rutschen. Halte dabei die Balance und tritt unbeirrt geradeaus weiter. Öffne und schließe die Vorderbremse nun abwechselnd und provoziere vorsichtige „Rutscher“. Das solltest du sicher, ausbalanciert und sowohl mit als auch ohne Motorunterstützung schaffen. Hintergrund: „Die Vorderbremse übernimmt einen Großteil der Arbeit“, weiß Schlie. „Wer vorne sicher und wohldosiert bremsen kann, fährt besser.“ Ein zweiter Teil zur Übung, schon für Fortgeschrittene: Auf Schotter mit etwa 15 km/h anfahren und dann gut dosiert nur mit der Vorderbremse zum Stillstand kommen. Später in der „echten“ Geländepraxis bremst man natürlich auch zusätzlich mit der Hinterradbremse. 2. DIE BALANCEÜBUNG Lehne dich mit dem Rad an eine Wand oder Mauer, z. B. indem du den Ellbogen ausfährst und dich abstützt. Nimm eine zentrale, stehende Position am Bike ein und versuche, dein Gewicht ausbalanciert zu halten. Nicht treten, nur in leichter Grundposition und mit waagrechter (!) Pedalstellung stehen. Jetzt die Frage: Ist dein rechter oder dein linker Fuß vorne? „Wie beim Snowboar- Mit Pedalmanagement bezeichnet Stefan Schlie den bewussten Umgang mit der Stellung der Kurbelarme bzw. der Pedale, ein Überbegriff für Pedaltiming, Pedalstellung und Trittabfolgen. In der Grundposition bergab sollten die Kurbelarme waagrecht stehen, bei Kurvenfahrten abwechselnd oben und unten. Entscheidend ist die Pedalstellung auch beim Anfahren im steilen Gelände und bei Spezialtechniken wie dem „Tippeln“. Mit „Tippeln“ meint Schlie nicht das komplette Pedalieren, sondern das nur ansatzweise Druckgeben aufs Pedal ohne eine komplette Umdrehung der Kurbel zu vollziehen. Man „tippelt“ nur am Pedal, kann sich mit diesen Druckstößen aber über unwegsames Gelände wie z.B. Wurzeln drüberpushen – eine Technik schon für Fortgeschrittene. SPORTaktiv 67

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