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SPORTaktiv Dezember 2016

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LANGLAUF-SPECIAL Kein

LANGLAUF-SPECIAL Kein Langläufer sammelte in seiner Karriere so viele Medaillen wie er. Und trotzdem kann Bjørn Dæhlie auch als fast Fünzigjähriger nicht genug kriegen vom Langlaufen. Es war eine gute Kombination aus beidem. Natürlich habe ich das Ziel verfolgt, ein erfolgreicher Sportler zu werden und übrigens nie daran gezweifelt, das Richtige zu tun. Aber die Grundlage haben meine Eltern gelegt. Wir waren im Sommer wie im Winter aktiv, beim Langlaufen oder Wandern in den Bergen. Sie haben mich nie zu etwas gedrängt, wir haben einfach kurze Touren unternommen und hatten immer Spaß dabei. So haben sie mir einen leichten Start in meine Karriere ermöglicht. Bist du heute immer noch so aktiv? Na klar! Gerade war ich eineinhalb Stunden beim Joggen. Das brauche ich. Und wenn es nur eine halbe Stunde ist, Hauptsache, ich habe was getan. Nach ein paar Tagen ohne Sport fühle ich mich schlecht, fast schon krank. Und wie oft bist du heute noch auf Langlaufski unterwegs? Im Winter vier oder fünf Mal in der Woche … Was fasziniert dich so am Langlauf? Erst einmal ist es ein Work-out für den ganzen Körper. Gerade bei der Diagonal-Technik nutzt du viele deiner Muskeln gleichzeitig. Der Trainingseffekt ist großartig und verschafft mir persönlich ein gutes Gefühl. Dazu kommt die Schönheit der Natur, die du auf Langlaufskiern auf einzigartige Weise erkunden kannst. Auf Schnee kommst du in Gebiete, die im Sommer vielleicht unter Wasser stehen oder von Gestrüpp bedeckt sind. Blauer Himmel, minus zehn Grad ohne Wind und zwei Meter trockener Schnee – das waren einige der besten Tage meines Lebens. Glaubst du, dass Ausdauersportler erfolgreicher in ihrem Leben sind? Ich denke, es hilft einem schon. Dort draußen lasse ich mir auch mal ein Business-Meeting durch den Kopf gehen, überlege mir Lösungen für bestimmte Projekte und habe das Gefühl, dass ich sehr klare Gedanken fassen kann. Wenn ich dann zurückkomme, schreibe ich nieder, auf was ich gekommen bin. Das funktioniert sehr gut! Außerdem fühle ich mich durch den Sport generell besser. Früher war es der Sport, heute bist du als Geschäftsmann erfolgreich. Du hast Immobilienprojekte realisiert und eine eigene Sportbekleidungsmarke etabliert. Was treibt dich die ganze Zeit nach vorne? Ich habe immer von Erfolgen geträumt und wollte, dass sie in Erfüllung gehen. Später wollte ich meiner Familie einen schönen Lebensstandard sichern und habe mir da immer wieder neue Ziele gesetzt. Ich hatte aber nicht immer einen fixen Plan. Wenn du aktiv bist und Dinge versuchst, kommen automatisch neue Gelegenheiten. Plötzlich eröffnen sich Chancen, die du nur noch nutzen musst. Wichtig ist, dass du auf Menschen zugehst. So wurde ich immer wieder von Geschäftspartnern in deren Projekte integriert – weil sie gemerkt haben, dass ich offen bin. Deine Offenheit zeigte sich auch in einer berühmten Szene bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998. Damals entstand eine besondere Verbindung zum kenianischen Langläufer Philip Boit. Kannst du uns kurz erzählen, wie das zustande kam? Es war einer meiner schwierigsten Wettkämpfe. Vor dem Start lagen die Temperaturen unter null und so wurde auch gewachst. Später regnete es, der Schnee klebte nun an den Skiern. Es herrschte Chaos und war extrem schwer zu laufen. Ich gewann das Rennen und wartete dann, bis Philip als Letzter ins Ziel kam. Den Anblick werde ich nie vergessen: Er war klitschnass und vollkommen leer gepumpt. Ich klatschte ihn ab und gratulierte ihm – der Mann hatte zwei Jahre zuvor das erste Mal Schnee gesehen! Es muss unfassbar hart für ihn gewesen sein ... Und der Kontakt zu Philip ist bis heute nicht abgebrochen … Ja, das ist toll! Wenige Monate nach diesem Rennen in Nagano erzählte er mir, dass er seinen Sohn nach mir benannt hat: Dæhlie Boit. Das war eine große Sache in Norwegen, Philip wurde bei uns sogar in eine TV-Show eingeladen. Und inzwischen war ich mit dem jungen Dæhlie sogar beim Langlaufen. Warst du auch schon in Kenia? Nein, das will ich demnächst mal unterbringen. Wo zieht’s dich sonst noch hin? Wir haben eine norwegische TV- Serie zum Thema „Hiking“ in 50 Teilen produziert, da war ich eine Menge unterwegs, in Alaska, im Iran oder in Kasachstan. Aber es gibt natürlich viele spannende Orte. Südafrika interessiert mich sehr, und ich will unbedingt mal zum Lachs fischen nach Sibirien. Du bleibst also auch in den kommenden Jahren auf deine Weise aktiv? Auf jeden Fall! Vielleicht werde ich ein wenig ruhiger und verbringe mehr Zeit in meinem Haus auf Gran Canaria, wo ich gut entspannen kann. Auf jeden Fall will ich fit und gesund bleiben … damit ich auch mit 75 Jahren noch zum Langlaufen gehen kann. FOTOS: Bodytec/Bjørn Dæhlie 48 SPORTaktiv

Das größte Etappenrennen in Österreich EIN WINTER, WIE ER FRÜHER WAR ... Karen Goepel diplom-designerin (fh) www.farbzwerg.at 1. Tour de Kärnten 16. bis 18. Juni 2017 Das ultimative Laufevent KARIKATUR: Petar Pismestrovic DAS LANGLAUFEN hat sich in meiner Kindheit ganz von selbst ergeben. Zehn Meter neben meinem Heimathaus in Frojach, im steirischen Bezirk Murau, führte die Loipe vorbei. Außerdem war auch mein Vater schon, genau wie ich später, Olympia-Biathlet. Somit waren bei uns daheim die Langlauflatten das größere Thema als die Alpinski. Zu Weihnachten sind oft neue Langlaufski unterm Christbaum gelegen. Im Verein waren ambitionierte Leute am Werk, die immer gleich frisch gespurt haben, kaum dass es geschneit hatte. Das Dahin gleiten in der Loipe war folglich eine Riesengaudi. Obwohl ich auch als Kind schon vielseitig sportlich interessiert war, hab ich die Wintermonate vorzugsweise in der Loipe verbracht. An meiner Freude an der Sportart hat sich bis heute nichts geändert. Aber eines hat sich schon geändert, nämlich das Wetter. Gerade, was die letzten Winter betrifft, waren bei uns daheim die Verhältnisse eigentlich nie mehr so, wie ich es von früher gekannt habe. Und da muss ich gar nicht bis in meine Kindheit zurückschauen, auch als Profi hab ich früher regelmäßig im Heimatort meiner Kindheit (wo ich heute wieder wohne) trainiert. Wäre allerdings damals, in den 1980er-Jahren, die Schneelage schon so gewesen wie jetzt in den letzten, wäre ich aber eher nicht beim Langlaufen, sondern vielleicht beim Radfahren gelandet. Ehrlich, das stimmt mich schon nachdenklich. Und auch ein bisserl wehmütig. Auf jeden Fall mache ich mir Sorgen um „meine“ Sportart. Denn das Langlaufen selbst ist großartig. Wenn ich heute fürs Fernsehen mit dem Biathlon-Weltcup unterwegs bin, hab ich die Langlaufski immer mit. Durch eine verschneite Winterlandschaft zu gleiten, zum Beispiel am Holmenkollen, das ist ein Traum. Aber andererseits gibt es auch im Weltcup heute Stationen, wo Nr. 6; Dezember ‘16 / Jänner ‘17 gerade einmal die Rennloipen präpariert sind und rundherum von weißer Landschaft nicht viel zu sehen ist. Im Norden droben liegt auch eines meiner großen sportlichen Ziele, das ich mir als nunmehriger Freizeitsportler gesteckt habe: der Wasalauf. Dafür müsste ich mich freilich entsprechend vorbereiten. Dort ist ja, anders als im Biathlon, der klassische Stil gefragt. Mit einer regelmäßigen Vorbereitung spießt sich die Sache dann schon wieder, denn dafür müsste ich mir erst die Zeit freischaufeln, um regelmäßig in ein Trainingsgebiet zu fahren, was sich heuer mit meinem Terminkalender eher nicht vereinbaren lassen wird. Klar, der Wasalauf rennt mir nicht davon, aber auch da wird es mir einmal mehr bewusst: Ein Langlauftraining gleich vor der Haustür – wann war das zuletzt einmal möglich? Ramsau, Seefeld, Obertilliach und wie sie alle heißen: Natürlich gibt es in Österreich noch immer traumhaft schöne und auch schneesichere Langlaufdestinationen. Bei uns daheim aber war es mit dem Wetter wie verhext: Es fehlte weniger an den tiefen Temperaturen – es gingen einfach die großen Niederschläge regelmäßig an uns vorbei. Jetzt hoffe ich eben, wie wahrscheinlich zig tausende andere Hobbylangläufer, heuer auf einen tief verschneiten Traumwinter – und auf viele Langlaufkilometer praktisch gleich vor der Haustür. Auf einen Winter wie früher halt. Rausgehen, loslaufen – auch was, was diesen Sport so faszinierend macht. Aber ehrlich, ich fürchte: Die Luft, oder besser gesagt, die Schneelage wird für uns Langläufer leider immer dünner ... CHRISTOPH SUMANN war als Biathlet viele Jahre Weltklasse. Nun ist er selbst aktiv in der Hobby sportszene unterwegs – und notiert hier für die SPORTaktiv-Leser seine Erlebnisse, seine Eindrücke und seine Tipps. 49 510 m Start Ossiach 0 > 20% Grüne Lacke Aichelburg 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Anmeldungen ab 6.11.2016 unter: www.tourdekaernten.at Frühbucherrabatte bis 30.4.2017 37 Kilometer 1.500 Höhenmeter 3 Laufbewerbe Halbmarathon • Trail • Berglauf Wir ermitteln den Champion aller Läufer. Stelle Dich der Herausforderung! 650 m Ziel www.Affenberg.com km

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