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SPORTaktiv Dezember 2016

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ALLSPORT Auch der

ALLSPORT Auch der Sportminister sagt, dass unser Sportsystem ohne die 500.000 Vereinsfunktionäre, die ehrenamtlich, also ohne Bezahlung, arbeiten, nicht aufrecht zu erhalten wäre. Absolut richtig. Ich bin überzeugt, dass es ohne ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, viele davon auch entsprechend ausgebildet, das Sportsystem im Breitensport und auch einen großen Teil des Leistungssports nicht geben würde. Lob und Anerkennung sind eine Sache. Aber was würden Sie sich als „lebenslanger“ Funktionär noch vom Sportland Österreich wünschen? Das ist schnell gesagt: Dem Breitensport in der Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit den Stellenwert geben, den er sich verdient! Der Vereinssport übernimmt mit den ausgebildeten Trainern und Übungsleitern nicht nur die Betreuung auch im Breitensport, er bietet den Menschen in der heutigen Zeit Gemeinschaften mit allen positiven sozialen Auswirkungen auf die Gesellschaft. Der Vereinssport leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden. Viele Meinungsbildner sind zu sehr mit dem Zählen der Olympiamedaillen beschäftigt, ihr Blick ist nur auf den Medaillenspiegel fokussiert – und die große und wichtige Bewegung des Breitensports wird übersehen! Viele Vereine haben Nachwuchssorgen, vor allem auf Funktionärsebene. Was müsste aus Ihrer Sicht passieren, damit man mehr junge Menschen für Vereinsarbeit gewinnen kann? Wie schon vorher gesagt: den Stellenwert des Vereinssports erhöhen und damit öffentlich attraktiv zu positionieren. Aber ich glaube, so schlecht ist es mit dem Funktionärsnachwuchs gar nicht bestellt. Mit Motivation, mit Fortbildungsangeboten und mit dem Übertragen von Aufgaben und Verantwortung können auch heute junge Menschen für eine Funktionärstätigkeit gewonnen werden. Und ich mache selbst immer wieder Werbung bei den Jungen für diese Arbeit! Ich versuche, Vorbild zu sein, erzähle von den vielen positiven Erlebnissen und ermuntere sie, es ganz einfach zu probieren. Denn Sportfunktionär zu sein ist nicht nur eine Ehre, sondern auch eine große Bereichung im Leben! DIENST AN DER FITNESS 14.000 SPORTVEREINE gibt es in Österreich, verteilt mit unzähligen Sportarten auf mehr als 60 Fachverbände und drei Dachverbände. Was aber wieder fast alle unter einen Hut bringt: Die meisten Vereine haben sich längst nicht mehr nur dem Leistungssport verschrieben, sondern der Dienstleistung – an der Fitness der Menschen. Drei von zigtausenden guten Beispielen wollen wir hier vorstellen. TEXT: Sonja Burger FOTOS: ©Weninger/Lunak, UWW 96 SPORTaktiv

KEIN GRUND FÜR INAKTIVITÄT! Speziell im städtischen Raum wird die Zahl der inaktiven Menschen immer größer. Diese Personengruppe zu mehr Aktivität zu motivieren, ist eine Herausforderung – der sich die UNION Westwien mit großem Einsatz stellt. Die Ausreden vieler Menschen, warum sie keinen Sport betreiben, sind vielfältig. In Wahrheit aber nehmen ihnen die Sportvereine in Österreich den Wind aus den Segeln. Denn mit der hohen Qualität, mit der Leistbarkeit, der Flexibilität und vor allem mit der Vielfalt, die unsere Sportvereine quer durchs Land bieten, verblasst ziemlich jedes Gegenargument. Das sieht auch Thomas Dworak so, ehemals Trainer im Kunstturnen und seit 2005 umtriebiger Obmann von UNION West-Wien, einem der größten der rund 4.100 Vereine, die die SPORTUNION als einer der drei Breitensportverbände unter ihrem Dach vereint. „Aber was hilft‘s, wenn das Angebot stimmt – bei rund 60 Prozent Inaktiven ist noch immer genug Aufklärungsarbeit zu tun“, sagt Dworak. Die große Zahl der Inaktiven ist aber nur eine von vielen Herausforderungen für die Sportvereine. Kommerzielle Fitnessangebote, die Abhängigkeit von Sportstätten an Schulen und generell der geringe Stellenwert des organisierten Sports machen es auch für Thomas Dworak und seiner UNION West-Wien nicht einfach, ihrem Auftrag für die Gesellschaft nachzukommen. „Und trotzdem: Über Kooperationen mit Ärzten und Krankenkassen, mit vielen Schulen und mit den Angeboten zur betrieblichen Gesundheitsförderung positioniert sich West- Wien als engagierter Förderer von Gesundheit und Bewegung – und zwar vom Junior bis zum Senior“, sagt der Obmann. GEPRÜFTE ANGEBOTE Als Erwachsener ist man bei UWW im Segment Freizeitsport mit den Mitgliedschaften „Basic“ und „Special“ günstig unterwegs. Denn damit ist man berechtigt, so viele Kurse wie man möchte, zu belegen. Für einzelne Sportarten wie Jumping Fitness zahlt Der Verein UNION West-Wien THOMAS DWORAK (Bild) und sein Team betreuen bei UNION West-Wien 15 Sektionen im Leistungssport, aber immer stärker werden im Bereich Freizeit- und Gesundheitssport, beginnend vom Kleinkind bis zum betagten Senior, eine große Zahl unterschiedlichster Fitness- und Sportkurse angeboten. KONTAKT: UNION West-Wien, Linzer Straße 431, 1140 Wien, Tel. 01/813 64 80, E-Mail: office@westwien.at, WEB: westwien.at man pro Einheit. „Das wurde notwendig, um einerseits dem Anspruch an Flexibilität seitens der Kunden gerecht zu werden“, sagt Dworak, „und andererseits, um steuerlichen Gegebenheiten zu entsprechen“. Das Ex traservice: Wer unsicher ist, welche Sportart die richtige ist, kann seine Favoriten mit dem „Gratis-Schnuppergutschein“ erst einmal unverbindlich kennenlernen. Natürlich setzt auch UNION West-Wien bei der Mitgliederbetreuung auf die Qualitätsoffensive, die von der Gesellschaft „Fit Sport Austria“ eingeleitet wurde. Mit dem „Qualitätssiegel für gesunde Bewegung und Sport im Verein“ wurden bisher österreichweit bereits 6.487 Bewegungsangebote ausgezeichnet, die alle vorgegebenen Qualitätskriterien erfüllen und die Thomas Dworak aufzählt: „Qualitätssiegel heißt, dass die Übungsleiter fachlich und sozial geschult sind, die qualifizierten Angebote Freude am Sport vermitteln und die Gesundheitskompetenz fördern.“ Für eine Verlängerung des Qualitätssiegels muss der Club Fortbildungen nachweisen. Damit wollen drei Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION, die in „Fit Sport Austria“ vereint sind, gewährleisten, dass ihre Bewegungsangebote qualitätsgeprüft sind und Mindeststandards erfüllt werden. „Was das Qualitätsmanagement betrifft, da orientieren wir uns mittlerweile an den Strukturen in der Privatwirtschaft“, sagt Dworak. EIN SOZIALER AUFTRAG Über den Kontakt mit den Übungsleitern und über Gespräche mit den Menschen im Umfeld holen sich Thomas Dworak und sein Team wichtiges Feedback zu den Vereinsleistungen. So zeigte sich etwa, dass moderate Mitgliedsbeiträge allein mitunter nicht ausreichen, um sozial Schwachen die Teilnahme an qualitativen Bewegungsangeboten zu ermöglichen. „Derzeit erarbeiten wir ein Modell speziell für betroffene Kinder, das teils von den Krankenkassen finanziert werden soll. Einkommensschwache erhalten bei uns auch eine Ermäßigung auf den Mitgliedsbeitrag“, erklärt Thomas Dworak. „Wir haben einen sozialen Auftrag und versuchen, dementsprechend auch allen einen Zugang zum Sport und damit zu mehr Fitness und Gesundheit zu ermöglichen“. Im Sportjargon gesagt: Vereine wie UNION West-Wien mit ihrem umfassenden Sport- und Fitnessangebot haben den Ball aufgenommen und weitergespielt. Jetzt liegt‘s an den Menschen, den Querpass auch zu verwerten ... Nr. 6; Dezember ‘16 / Jänner ‘17 97

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