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SPORTaktiv Dezember 2016

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ALLSPORT ALLEIN ODER

ALLSPORT ALLEIN ODER DOCH GEMEINSAM? Sportvereine sind unkomplizierter, als man denkt. Das „Wir-Gefühl“ lässt sich nämlich auch durch Neugierde wecken, und Offenheit haucht den „Klassikern“ des Vereinsleben neues Leben ein. Ein Lokalaugenschein bei WAT Brigittenau. Allein im Dunkeln zu laufen, ist nicht jedermanns Sache. Nasses Laub, Wurzeln und herumliegende Äste tragen das ihre dazu bei, dass es in der kalten Jahreszeit kaum noch Läufer ins Freie zieht. Selbst an Lauf-Hotspots wie der Prater-Hauptallee in Wien ist es nun abends ziemlich ruhig. Das Laufband im Fitnesscenter? Für Outdoor-Fans keine Option. Gut, dass es Alternativen gibt. Und Vereine wie WAT Brigittenau: „Unsere Laufbahn und die neue Calisthenics-Anlage sind für jeden frei zugänglich, auch für Nicht-Mitglieder“, verrät Werner Brunner, Funktionärs-Urgestein des WAT Brigittenau (siehe Interview 96). Bis abends um 21 Uhr kann man im ASKÖ-Sportzentrum Brigittenau sicher und gut beleuchtet seine Runden auf der Laufbahn drehen. Oder mit dem eigenen Körpergewicht an der Calisthenics-Anlage trainieren. ATTRAKTIVE KOMBINATION Ob man es nun vorzieht, allein und ohne Trainer zu sporteln, oder es doch mal mit einem Kurs versucht, das bleibt jedem selbst überlassen. Diese Ungezwungenheit wirkt anziehend, lässt mitunter die Hürde „Vereinszugehörigkeit“ überwinden und kann letztlich sogar in einer Mitgliedschaft münden. Der WAT Brigittenau zielt dabei auf keine spezielle Zielgruppe ab, sondern will mit einem breiten Sportangebot möglichst viele erreichen. Vom Kind bis zum Senior ist jeder willkommen. „Die Stärke unseres Vereins ist die Kombination aus modernem Equipment mit kompetenten Übungsleitern zu einem erschwinglichen Preis“, betont Brunner. Unabhängig vom einzelnen Trainer sollen gerade beim Gesundheitssport alle die gleichen Mindeststandards in puncto Qualität erwarten können. „Zu diesem Zweck wird nicht nur in Technik, Der Verein WAT Brigittenau, ASKÖ GEMEINSAME AKTIVITÄTEN, ob in der Sporteinheit oder im Vereinsleben, sind ein absoluter Schwerpunkt im Programm des WAT Brigittenau. Dementsprechend groß ist auch das Breitensport-Angebot: Gezählte 70 verschiedene Sportaktivitäten und Kurse sind auf der Homepage aufgelistet. KONTAKT: WAT Brigittenau (ASKÖ) Forsthausgasse 5, 1200 Wien, Tel.: 01/332 51 88, E-Mail: info@wat20.at WEB: wat20.at sondern auch in Fortbildung investiert. Denn von der fachlichen und sozialen Kompetenz der Übungsleiter hängt die Qualität des Bewegungsangebots entscheidend ab.“ Dementsprechend setzt auch bei WAT Brigittenau das Qualitätssiegel der „Fit Sport Austria“ die Maßstäbe, um das Sportangebot ständig zu optimieren. Gerade für Erwachsene sind die Angebote bewusst niederschwellig konzipiert, unabhängig vom Leistungsniveau sollen erste Erfolgserlebnisse rasch sichtbar sein. Beim WAT Brigittenau kann man auch schnuppern und es gibt eine temporäre Mitgliedschaft. Neue Mitglieder sind aus Vereinssicht zwar wichtig, um Menschen an mehr Sport und Bewegung heranzuführen, aber nicht der einzige Weg. Wer sich doch vom Semestersportprogramm überzeugen lässt und Mitglied wird, profitiert beim WAT Brigittenau auch von einem aktiven Vereinsleben. Sowohl Klassiker wie etwa der Wanderausflug, als auch Sportevents wie der „Movemberlauf“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Im Unterschied zu kommerziellen Fitnessanbietern kann durch das Miteinander im Verein aber auch Neues zum Wohle anderer, die in irgendeiner Form benachteiligt sind, entstehen. So entstand hier aus dem Wissen, dass übergewichtige Kinder beim Schulsport oft verspottet werden und sie dadurch Sport noch mehr meiden, die Idee für ein Schulprojekt, das der WAT Brigittenau an einer Volksschule im 20. Bezirk durchführt. „Indem die übergewichtigen Kinder zusätzlich, aber separat betreut werden, finden sie wieder Freude an Sport und Bewegung und es stärkt ihr Selbstbewusstsein“, weiß Werner Brunner. VEREINSEIGENER HILFSFONDS Weil aber auch Geldprobleme den Zugang zu Sport und Bewegung verhindern können, schuf der WAT Brigittenau einen eigenen Fonds. Kommt einem Übungsleiter zu Ohren, dass sich eine Familie die Teilnahme an einer Veranstaltung oder einem Kurs für ihre Kinder nicht leisten kann, springt im Bedarfsall der Fonds ein. Und die Vereinsmitglieder tragen den sozialen Anspruch des Vereins mit, indem für den Fonds gespendet wird. So stärkt das „Wir“ das „Ich“ – ein Benefit, den man im Fitnesscenter wohl vergeblich sucht. FOTOS: WAT Brgittenau, Allgemeiner Turnverein Graz 98 SPORTaktiv

SAG „JA“ ZU BEWEGUNG! Einen positiven Zugang zu Sport und Bewegung sollte man möglichst früh erreichen. Je älter, desto schwieriger. Ein Sportverein ist die beste Motivationslokomotive, um (wieder) in Bewegung zu kommen. Zum Beispiel im ASVÖ-Verein ATG in Graz. Die einen sind jenseits der 60 oft noch gut in Form. Man begegnet ihnen in Radgruppen, sieht sie bei Lauf-Events über die Ziellinie rennen, stemmt im Fitnesscenter neben ihnen Gewichte oder schwitzt gemeinsam bei Zumba, Pilates & Co. Andere dagegen fanden aus diversen Gründen nie einen Draht zu Bewegung und Sport. Sie zählen zur schon genannten großen Gruppe der „Inaktiven“. Für sie ist die Hürde, damit anzufangen, gerade wegen ihres Alters besonders hoch. „Meist beginnen sie sehr spät und häufig erst auf Anraten des Arztes mit Gesundheitssport. Diese Zielgruppe ist schwer erreichbar, weil viele nicht mit Sport und Bewegung als Teil eines gesunden Lebensstils sozialisiert wurden“, weiß Mag. Bernd Pazolt, Geschäftsführer und sportlicher Leiter beim „Allgemeinen Turnverein Graz“, kurz ATG, einem Verein des ASVÖ. GEZIELTE WERBEMASSNAHMEN Der Verein mit Sitz in der Grazer Innenstadt will deshalb nicht nur junge Menschen möglichst früh begeistern, sondern auch ältere Menschen ins (sportliche) Boot holen. Dieses Ziel erfordert viel Engagement und Beharrlichkeit. Daher kombiniert der ATG ein vielfältiges Angebot im Gesundheitssport mit zielgruppenspezifischen Werbemaßnahmen: Weil für Senioren etwa Geld (wieder) ein Hemmnis sein kann, können Interessierte derzeit drei Angebote aus dem Bereich „Gesundheitssport“ kostenlos testen. Zugleich wartete der Verein aber nicht darauf, dass die Zielgruppe von allein den Weg in die Kastellfeldgasse 8 findet, sondern ging in der Grazer Innenstadt aktiv auf sie zu. „Dieser niederschwellige Erstkontakt, der finanzielle Anreiz sowie die Unverbindlichkeit des Schnupperns sollten motivieren, dem Sport eine Chance zu geben“, erklärt Pazolt. Der Verein ATG GRAZ, ASVÖ BERND PAZOLT (Bild) ist nicht nur selbst begeisterter Familiensportler, sondern initiiert als Geschäftsführer des ATG in Graz mit seinem Team neben dem Leistungssport in sieben Sektionen auch eine Vielzahl an Trainingseinheiten und Kursen im Bereich Breiten- und Gesundheitssport. KONTAKT: Allgemeiner Turnverein Graz (ATG), Kastellfeldgasse 8, 8010 Graz Tel: 0 316/82 43 45-1 E-Mail: office@atgraz.at WEB: atgraz.at; tanzfabrik.at „In den Gesprächen merkten wir dann aber, dass trotz der vielen Anreize das soziale Umfeld die Entscheidung am stärksten beeinflusst.“ ALLE DABEI Deshalb ist es auch so wichtig, gerade Kinder und Jugendliche möglichst früh für den Sport zu begeistern. Nicht ohne Grund ist dieses Alterssegment neben den Senioren die wichtigste Zielgruppe – auch für den ATG. Entsprechend breit und vielfältig ist das Angebot des Vereins, das vom Eltern-Kind-Turnen bis zu Angeboten für Senioren alle Lebensphasen abdeckt. Wer in den Leistungs- und Wettkampfsport will, wird ebenfalls fündig. In Sachen Breitensport versteht sich der ATG als Dienstleister. „Diesem Anspruch kommen wir auch insofern nach, als eine breite Palette an Familientarifen und besonders günstige Konditionen für Mehrkindfamilien eine finanzielle Erleichterung darstellen.“ Sich vorab schlau zu machen und zu vergleichen, macht sich bezahlt – und kann ein Ansporn sein, nicht allein, sondern gleich mit Kind und Kegel zu sporteln. QUALITÄT HAT VORRANG Vielen Eltern ist die Qualität des Bewegungsangebots, speziell die Kompetenz der Übungsleiter, ein Anliegen. Durch das „Fit-Qualitätssiegel“ von Fit Sport Austria hat sich auch beim ATG hier viel getan: Rund 50 Prozent des Angebots für den Breitensport zählen zum Gesundheitssport. „Fachliche und soziale Kompetenz, laufende Fortbildungen und die Berücksichtigung des individuellen Gesundheitszustands jedes Einzelnen spielen da eine große Rolle. Neben Freude an Bewegung und Sport soll eben auch Gesundheitskompetenz vermittelt werden“, betont Bernd Pazolt und begrüßt es, dass das Qualitätssiegel bereits an etliche Angebote seines Vereines vergeben wurde, „denn damit sind auch die Qualitätsstandards bestätigt“. Gleichzeitig bleibt man beim ATG der eigenen Philosophie treu: Unverbindliches Kennenlernen als „Gast“ und eine soziale Staffelung der Mitgliedsbeiträge unterstützt auch sozial Schwache. Denn der Zugang zu Sport und Bewegung sollte keine Frage des Geldes sein – damit man auch im Alter aktiv bleibt. Nr. 6; Dezember ‘16 / Jänner ‘17 99

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