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SPORTaktiv Dezember 2017

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MIT DEM RAD DER SONNE

MIT DEM RAD DER SONNE ENTGEGEN TRAININGSLAGER IM WINTER MÜSSEN NICHT IMMER SCHWEISSTREIBEND SEIN. MAN KANN ES AUCH MIT URLAUB IN THAILAND ODER SÜDAFRIKA VERBINDEN. UND DABEI NEBEN EINEM WELTSTAR WIE TONY ROMINGER KURBELN. Der Winter, die ersten Flocken und die Eiseskälte – da reiben sich die Wintersportler freudig die Hände. Radfahrer drücken ihre Nasen hingegen verzweifelt an die Fensterscheiben und fragen sich beim Blick nach draußen: Wie und wo soll ich da meine Trainingskilometer herunterspulen? Schließlich soll die nächste Radsaison zumindest so gut werden wie die heurige. Im Idealfall möchte man sogar noch ein Schäuferl drauflegen. Ein paar Hartgesottene verwandeln sich sogleich schichtenweise in Zwiebeln und legen alles an, was gegen die Kälte schützt. Sehr viele andere setzen sich aber zum Laptop oder greifen zum Smartphone und schauen nach, wo auf der Erdkugel gerade fahrradfreundliche Temperaturen zu finden sind. Der Klassiker im Winter sind die Radausflüge in den nahen Süden wie Kroatien und Italien, am besten düst man aber gleich nach Mallorca, wo sich den Winter über ganze Pelotons an pedalierwütigen Hobby- und Amateur-Racern über die Insel jagen. Wer weiter weg will (und Triathlet ist) jettet sogar auf die Kanarischen Inseln und trainiert auf Lanzarote. „Das sind halt die klassischen Trainingslager“, sagt einer, der es wissen muss: Tony Rominger, Schweizer Rad-Superstar der 90er-Jahre, der rund 40.000 Kilometer pro Jahr für seine drei Siege bei der Vuelta (Spanien-Rundfahrt, 92, 93, 94) und den Triumph beim Giro d’Italia 1995 herunterspulte. Nach zehn Jahren ohne Radfahren sitzt der 56-Jährige jetzt wieder regelmäßig im Sattel seines geliebten Velos und kommt auf 9000 Radkilometer pro Saison. Denn Rominger ist Marketing-Chef bei den Huerzeler Bicycle Holidays des ebenfalls radsportbegeisterten Firmengründers Max Hürzeler. Angeboten werden im Winter Rad-Trainingslager auf Mallorca, Lanzarote und in Andalusien sowie spezielle Angebote für Triathleten. Fotos: Huerzeler 102 SPORTaktiv

WEITERE INFOS UND ANMELDUNG Überblick über alle Reiseangebote und Rückblick auf vergangene Highlights auf www.huerzeler.com/de Aber die Schweizer haben noch mehr im Talon. Die Besonderheiten Hürzelers sind die Radrundfahrten. „Das sind keine Trainingslager, wir sind keine Rennfahrer“, betont der Ex-Champion, der oft selbst als Organisator und Guide dabei ist. „Es geht eher darum, Land und Leute kennenzulernen, gut zu essen, zu genießen und Rennrad zu fahren.“ Mitfahren kann im Grunde jeder, es werden meistens vier unterschiedlich schnelle Gruppen (von „Plausch“ bis „Speed“) zu je 12 bis maximal 15 Personen mit je einem Gruppenleiter zusammengestellt. „In der Plauschgruppe fuhr zuletzt eine 72-jährige Dame“, erzählt Rominger, „und ich bin auch schon mit einem 74-Jährigen über die Pyrenäen.“ Nicht alltäglich: Überholmanöver mit Elefant und Affen als Radfans. Pflicht: das Gruppenbild vor der Golden Gate Bridge. Die ersten Schmankerln des Winters sind die Rennradreisen durch Thailand und durch Südafrika. „Speziell Thailand im Jänner ist wunderbar, die Straßen sind so schön wie in Europa, aber die Autofahrer viel rücksichtsvoller“, weiß Rominger. Im Spätwinter lockt es radfahrende Genießer nach Südafrika. Vom 22. Februar bis 10. März kann man mit Rominger rund um Kapstadt und den Tafelberg fahren. „Die Landschaft und das Essen sind dort wirklich sensationell“, schwärmt er. Rominger ist schon in vielen Gegenden der Welt Rad gefahren, eines seiner Highlights ist die Radreise in den USA, die Ende August wieder angeboten wird: von Seattle entlang der legendären Küstenroute nach San Francisco. „Das ist eine eher anspruchsvolle Tour, das gönnen sich im Spätsommer viele als Abschluss einer tollen Radsaison.“ Die zerklüftete Küste, die Mammutbäume im Redwood-Nationalpark und zum Finale die Fahrt über die Golden Gate Bridge sorgen für unvergessliche Momente. Und lassen spätestens jetzt den kalten Winter davor verblassen. SÜDTHAILAND – VON BANGKOK NACH KRABI Vom 16. bis 28. Jänner 2018 dauert die Reise und ist damit eine ideale Saisoneröffnungstour, die in sieben flachen Tagesetappen (im Schnitt 120 km) von Bangkok nach Krabi führt. Auch ein Ausflug zum James-Bond- Felsen in der Phang-Nga-Bucht ist eingeplant. Um diese Jahreszeit ist es tropisch warm mit 30 bis 32 Grad, kaum Regen. Je nach Angebot und Abflugsort in Europa kostet der knapp zweiwöchige Radurlaub pro Person umgerechnet zwischen rund 2200 und 3300 Euro. SÜDAFRIKA – WESTERN CAPE Paradiesische Landschaften mit berühmten Weinanbaugebieten bietet die Reise über 17 Tage (22. Februar bis 10. März 2018) und die Radrundfahrt mit 10 Tagesetappen von 62 bis 132 Kilometer von Stellenbosch in den Osten und retour nach Kapstadt. Kosten: je nach Angebot rund 3700 bis 5300 Euro. USA, VON SEATTLE NACH SAN FRANCISCO Über die legendäre Küstenroute 101 und die Golden Gate Bridge: von 29. August bis 15. September 2018, 18 Tage Reisedauer und 13 Tagesetappen zwischen 80 und 137 km, nicht für Anfänger geeignet, keine Plauschgruppe. Kosten je nach Angebot von 3700 bis 5800 Euro. SPORTaktiv 103

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