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SPORTaktiv Dezember 2017

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DIE SKIPISTE ALS

DIE SKIPISTE ALS BEGEGNUNGSZONE PISTENTOURENGEHEN IST BINNEN WENIGER JAHRE ZUM MASSENSPORT GEWORDEN. DAS SORGT FÜR SPANNUNGEN UND BEFEUERT KONFLIKTE – INSBESONDERE ZUM SAISONSTART. DER INNSBRUCKER BERG- UND SKIFÜH- RER KLAUS KRANEBITTER BESCHÄFTIGT SICH INTENSIV MIT DER PROBLE- MATIK UND SUCHT LÖSUNGEN, MIT DENEN ALLE SEITEN LEBEN KÖNNEN. INTERVIEW: OLIVER PICHLER Warum streben immer mehr Skitourengeher auf die Piste? Pistentourengehen ist heute für viele ein Feierabend-Sport. Es geht dabei nicht um das Abenteuer Skitour, sondern darum, sich zu bewegen. Es ist weitestgehend frei von alpinen Gefahren, insbesondere Lawinen. Man kann auf der Piste ohne alpinistisches Grundwissen loslegen. Es ist skitechnisch einfacher – man muss keine Spur machen, nicht im Tiefschnee abfahren. Wohin geht der Trend: Touren auf der Skipiste oder im freien Gelände? Von den Mengen her beobachte ich einen eindeutigen Trend Richtung Piste. Das hat damit zu tun, dass sich Tourengeher auf der Piste sicherer fühlen. Viele von ihnen haben zu wenig Zeit oder zu wenig Wissen für Touren im freien Gelände. Dazu kommt, dass man eine Pistenskitour problemlos alleine machen kann, während man im freien Gelände mit Partnern unterwegs sein sollte. Das Wachstum findet also vor allem auf der Piste statt? Soweit ich das überblicken kann, ja. Verlässliche Zahlen liegen allerdings nicht vor. Sicher ist, dass es Skitouren-Einsteiger nach ersten Erfahrungen auf der Piste ins freie Gelände zieht. Überdies beobachten wir, dass viele der klassi- Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 126 SPORTaktiv

Fotos: Klaus Kranebitter schen Tourengeher, die das freie Gelände bevorzugen, Pistentouren zusätzlich zum Trainieren und für eine abendliche Sport einheit nutzen. Was bedeutet die Zunahme an Pistentourengehern? Es ist eine neue Sportart entstanden. Erst durch das Gehen auf den Pisten wurde das Tourengehen zum Massenphänomen. Deshalb sind Gemeinden und Länder, der Tourismus und die Seilbahnwirtschaft gemeinsam gefordert. Für das Pistentourengehen begeistern sich die regionale Bevölkerung gleichermaßen wie bestehende oder potenzielle neue Urlaubsgäste. „ERST DURCH DAS| PISTENGEHEN WURDE| SKITOURENGEHEN ZUM| MASSENPHÄNOMEN.| GEMEINDEN UND LÄNDER, | DER TOURISMUS UND DIE | SEILBAHNWIRTSCHAFT| SIND DAHER GEMEINSAM| GEFORDERT.“ | Oft wird mit dem Unfallrisiko argumentiert. Wie groß sind die Gefahren denn wirklich, wenn aufsteigende Pistengeher und abfahrende Skifahrer aufeinander treffen? Bezogen auf die Mengen der Personen, die abfahren beziehungsweise bergauf gehen, passiert glücklicherweise nicht viel. Gefährliche Situationen gibt es aber relativ oft. Und es dürfte eine gewisse Dunkelziffer geben, da es nur zu einer Unfallmeldung kommt, wenn ein Verletzter die Bergrettung benötigt. Was sollten also Pistentourengeher speziell bedenken? Das Kuratorium für alpine Sicherheit (www.alpinesicherheit.at) hat zehn sehr SPORTaktiv 127

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