Aufrufe
vor 8 Monaten

SPORTaktiv Dezember 2017

  • Text
  • Sportaktiv
  • Dezember

mung war irgendwie

mung war irgendwie erdrückend. Das Wasser ist alt und abgestanden, vielleicht tausende Jahr alt, deshalb kann es nicht mehr gefrieren. So ein schwarzes Wasser habe ich noch nie gesehen.“ 2014 schwamm Köberl als erster Österreicher in seiner steirischen Heimat im Grundlsee die „Ice-Mile“, 1600 Meter in unter 5 Grad kaltem Wasser. Dass er danach (als Sicherheitsmaßnahme) auf der Intensivstation landete, ist für ihn nur eine Anekdote. Er war bei der WM der Eisschwimmer und schwamm in 14 Stunden über den Ärmelkanal von England nach Frankreich. Im Sommer scheiterte er am Projekt, die 35 Kilometer von Irland nach Schottland zu schwimmen. Nach 15 Stunden musste er abbrechen, denn die Strömung war zu stark, er schaffte nur noch 1 km/h im 13,8 Grad kalten Wasser. Von Begegnungen mit Quallen-Teppichen, Seehunden und aggressiven Möwen erzählt er wie andere von Goldfischen, Perserkätzchen und Wellensittichen. In Wien organisiert Köberl „Vollmondschwimmen“ in der Donau und löste damit einen regelrechten Boom aus, zuletzt kamen 220 Schwimmer, vorrangig aus Studenten- und Medizinerkreisen. „Veranstaltungen und begleitete Schwimmreisen könnte ich wie ein Reisebüro fast hauptberuflich machen“, lacht Köberl, der als Zivilbeamter im Verteidigungsministerium arbeitet. Der Jungbrunnen „Kälte hält jung, davon bin ich überzeugt“, sagt Köberl. Seine Oma habe sich einst im Grundlsee immer die Haare gewaschen, sie fuhr mit 89 noch Fahrrad. Und man müsse sich einmal die glatte und gesunde Haut von russischen Eisschwimmerinnen anschauen. „Derzeit schwimme ich in der Früh in der 6 Grad kalten Donau. Das Gefühl der Kälte und die Schmerzen zögere ich regelrecht hinaus, ich ziehe mich ganz langsam an, das härtet ab. Dann im Büro bin ich wie aufgeladen und voller Tatendrang. Und der Smile im Gesicht vergeht den ganzen Tag nicht.“ Was auf den ersten Blick wie nackter Wahnsinn aussieht („Von den zehn Geboten der Baderegeln gelten für mich nur ein paar“), wird medizinisch genau überwacht. Für den Nordkanal schluckte Köberl eine Kapsel, die via Bluetooth seine Kernkörpertemperatur übermittelte, die bis auf 32 Grad sank. Ständig melden sich Mediziner (und sogar die US-Armee), die seine Daten haben wollen oder Projekte anbieten. Für seine Abenteuer isst er sich mit spezieller Ernährung „braunes Fett“ an, das vor allem Neugeborene haben. Diese Zellen produzieren durch die Oxidation von Fettsäure Wärme. Dazu ist viel Fisch, Q10 und Vitamin D3 nötig. „Darüber und wie unsere Mitochondrien funktionieren, weiß man noch sehr wenig. Aber es gibt neue Forschungen, wie man Foto: Josef Köberl ALPENTHERME IN BAD HOFGASTEIN SKI UND THERME PERFEKT KOMBINIERT PFLANZLICHE NATURKRAFT bewährt bei Heiserkeit & Hustenreiz 34 SPORTaktiv FT Genießen Sie wohlig warmes Thermalwasser, ein vielfältiges Saunaerlebnis sowie Beauty und Sport. DIE PREMIUM PARTNER DER ALPENTHERME GASTEIN: Zimmer und Appartements mit Thermen- & Saunaeintritt inklusive. info@alpentherme.com • www.alpentherme.com

„KÄLTE HÄLT JUNG.| MEINE OMA FUHR| MIT 89 NOCH FAHRRAD.“| unsere Organe länger kühlen kann, oder warum man nach Unfällen im eiskalten Wasser länger überlebt.“ Ein ewiges Leben in der Kälte? Für einen wie Köberl ein wohlig warmer Gedanke. Er organisiert die österreichische Meisterschaft am 17./18. Februar in der Donau, träumt von einem mobilen 25-Meter-Eisschwimmbecken, Weltcups und dem Olympia-Status. Nur Hitze mag er nicht. Ins Meer geht Köberl nur bis April. In Schwimmbäder und Thermen muss er zwangsläufig bei Familienausflügen. „Aber bei warmem Wasser stellt es mir die Zehennägel auf, ich krieg fast Kreislaufprobleme“, sagt Köberl und erzählt vom Besuch in einer ungarischen Therme. „Ich hab die Wärme nicht ausgehalten und bin in den Saunabereich geflüchtet. Dort habe ich mich im Tauchbecken versenkt. 30 Minuten bei 13 Grad, herrlich! Nur der ungarische Saunawart ist ein bissl nervös geworden.“ FÜR DEN GUTEN ZWECK Foto: Parktherme Das 24h-Schwimmen in Bad Radkersburg brachte 10.000 Euro für „Licht ins Dunkel“. SPORTaktiv war mit einer Staffel dabei. Zum 12. Mal sprangen die Schwimmer in der Parktherme Bad Radkersburg für den guten Zweck ins Wasser. Jede Länge beim 24-Stunden-Schwimmen bedeutet bares Geld für „Licht ins Dunkel“. Den Sieg holten sich zum dritten Mal Claudia Müller (70 km) und Mario Kainz (67 km). Auch Prominente wie Ivica Vastic, Radio-Legende Udo Huber oder Songwriter Leo Aberer stellten sich in den Dienst der guten Sache. Die SPORTaktiv-Leser-Staffel (v. l.): Franz Frühauf, Margit Helfenbein, Klaus Streit, Lydia Ploder, Alexander Böhm) brachte es auf beachtliche 1298 Längen oder 65 km – Platz 20 unter 45 Staffeln. Für das angenehme Gefühl im Wasser sorgte die EARWEAR Swim Line, eine individuell angepasste Gehörschutzlösung, welche unsere Staffelmitglieder erhalten haben. www.earwear.me SPORTaktiv 35

Magazin

SPORTaktiv April 2016
SPORTaktiv 1 2016
SPORTaktiv Bikeguide 2016
SPORTaktiv Laufguide 2016
SPORTaktiv Winterguide 2015