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SPORTaktiv Dezember 2019

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E-BIKE AUF KRANKENSCHEIN

E-BIKE AUF KRANKENSCHEIN Fotos: iStock 90 SPORTaktiv

ÄRZTE SCHLAGEN ALARM, DIE WELT WIRD IMMER DICKER. KEIN WUNDER, DASS GESUNDHEIT EIN SCHWERPUNKT BEIM OFFENEN MOUNTAIN BIKE- KONGRESS IN SAALBACH WAR. Kontraste: Auch Österreichs Kinder machen zu wenig Bewegung und werden immer dicker. VON CHRISTOPH HEIGL ie neueste Studie war noch gar nicht veröffentlicht, aber es hätte sie gar nicht gebraucht. Denn beim Mountainbike- Kongress in Saalbach war die Gesundheit – vor allem die Nichtgesundheit – schon beim Treffen im Saalbacher Spätherbst ein riesengroßes Thema. Die neuesten Zahlen lassen die Alarmglocken umso schriller läuten: Die aktuelle Studie der WHO vom November, veröffentlicht im Fachmagazin „The Lancet“, ist umfassend und erhob Daten von 1,6 Mio. Kindern und Jugendlichen (11 bis 17 Jahre) aus 146 Ländern. Erschreckendes Ergebnis: Nur ein Fünftel der Befragten kommt auf genug Bewegung – was die WHO mit dem Minimum von einer Stunde Bewegung pro Tag als Richtwert definiert. Weltweit sind 81 Prozent der Jungen nicht aktiv genug, am schlechtesten wurde die Situation in südostasiatischen Ländern mit hohem Einkommen bewertet, wo 95,6 Prozent der Mädchen zu wenig Bewegung machen. Wer jetzt denkt, im gesunden, gebildeten, sportlichen Österreich sind die Daten wesentlich besser, wird sich wundern. Auch unsere Kinder sind laut Studie und WHO-Einstufung körperlich nicht aktiv genug. Im Erhebungsjahr 2016 hatten 71,2 Prozent der Burschen und 84,5 Prozent der Mädchen zu wenig Bewegung. „Danke, Gameboy, Nintendo und iPhone!“, ist man geneigt zu rufen. Doch die Gründe liegen tiefer, sind mannigfaltig und reichen von Fragen des Bildungsstandards, des technologischen Wandels bis zum Couchpotato-Lebensstil und hin zu den ebenfalls nicht aktiven Eltern und damit fehlenden Vorbildern. Fortschreitende Unbeweglichkeit und Fettleibigkeit (Adipositas) sind die Folgen. Oder wie es Dr. Hans Peter Wagentristl am Mountainbike-Kongress drastisch auf den Punkt bringt: „Die dicken Kinder von heute sind unsere Patienten von morgen.“ Der Kinderfacharzt aus Eisenstadt berichtet, dass alimentäre Adipositas in den letzten 30 Jahren weltweit um das Achtfache gestiegen und ein erhebliches Gesundheitsrisiko geworden ist. Falsches Ess- und Trinkverhalten sind genauso schuld wie der markante Bewegungsmangel. „Wir haben jetzt Kinder mit DIE DICKEN KINDER VON HEUTE SIND UNSERE PATIENTEN VON MORGEN. Fettleber, das hat es früher nicht gegeben.“ In der EU gibt es bereits 14 Millionen fettleibige Kinder. Innerhalb Österreichs sieht Wagentristl beim Thema Bewegung ein starkes West-Ost-Gefälle. „Kinder im Westen scheinen noch mit mehr Bezug zu Bewegung, Sport und Natur aufzuwachsen als Kinder im Osten Österreichs, das ist ganz klar zu erkennen.“ Laut seinen Zahlen ist neuerdings auch ein sozialer Faktor wie Migrationshintergrund ein starkes Indiz für Adipositas. Unterstützung bekommt er am Kongress von Dr. Sven Malte John, Professor für Humanwissenschaften an der Universität Osnabrück, internationaler SPORTaktiv 91

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