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SPORTaktiv Februar 2021

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eise mit dem Schiff

eise mit dem Schiff gemacht. „Bei der Vorbereitung darauf hab ich drei Marathons an der Strecke eingeplant.“ Das Laufen hat ihm Freude und Freunde gebracht. Mit den heimischen Männern und Frauen, die 100 Marathons und mehr gesammelt haben, tauscht er sich regelmäßig aus. Dazu ist er Mitglied im Country Marathon Club. Ein elitärer Zirkel, der nur Läufern Zutritt gewährt, die Marathons in zumindest 30 verschiedenen Ländern absolviert haben. Seit 2016 ist Reiter dabei, hält Kontakt mit den anderen Sammlern, hofft, dass man sich bald wieder sehen wird auf den Strecken dieser Welt. Ihnen allen fehlt ihre Leidenschaft, das Marathonlaufen. Immerhin: Luxor und die Seychellen sind sich 2020 für Reiter ausgegangen, ehe die Pandemie alles gestoppt hat. Eigentlich wäre Reiter jetzt in Kuwait. „Aber Corona“, seufzt er. Das Reisen fehlt ihm, gehörte es doch nicht nur privat dazu, sondern auch beruflich. Auf einer Konferenz trifft er einmal sogar Apple-Gründer Steve Jobs und kann sich mit der IT-Ikone austauschen. „Jobs ist auch gelaufen, aber nur ein bisserl in der Früh und zum Ausgleich, keine Marathons.“ Die Bewerbe fehlen ihm. „Aber ich habe in der Zeit auch reflektieren können und schätzen, was ich alles erlebt habe.“ Rasten war trotzdem nicht sein Ding. Also hat er mit John Wallace ein Buch herausgegeben. „Country Marathon Collecting“ heißt es. Viele Mitglieder des elitären Klubs erzählen darin von ihren Highlights, von Herausforderungen und Mühsal. „Das Marathonlaufen ist eine Parabel auf das Leben“, sinniert Reiter. Man muss dranbleiben, Hürden überwinden, Rückschläge einstecken und wird am Ende fürs Durchhaltevermögen belohnt. Reiter weiß, wovon er spricht. Auf seiner Südostasien-Tour ANTON REITER Der gebürtige Lienzer lebt in Wien und begann 2001 Marathons zu laufen. Seine Bestzeit liegt bei knapp unter vier Stunden. Sein Bestwert bei 53 Marathons im Jahr (2013, 2017). Insgesamt hält er bei mehr als 420 Marathons in 74 Ländern. countrymarathonclub.com Das fast bewerbslose Jahr 2020 nutzte Reiter für sein Buch „Country Marathon Collecting.“ 2018 ist er beim Penang Bridge Marathon in einem Tropensturm gestürzt und hat sich am Knie verletzt. „Den Singapur-Marathon konnte ich ein paar Tage später bei drückend schwüler Hitze nur gehend absolvieren.“ Überhaupt läuft er keinen Marathon mehr am Anschlag, sondern, wie er sagt, „auf Vorrat“. Damit am Ende Kraft überbleibt und man auch einmal einen „Doppler“ einstreuen kann, also zwei Marathons hintereinander. 100 Länder sollen es also werden und 500 Marathons. Und dann? „Die Ziele gehen mir nicht aus. Das hält jung und fit.“ Viele Rennen hat er noch auf einen Fingerschnipper parat. „In Indien hat mich ein Scooterfahrer versetzt, der mich zum Start bringen sollte. Da hab ich einen anderen aufgeweckt, der vor dem Hotel geschlafen hat. Wir kommen zum Startbereich, da krieg ich mit, dass der Start kurzfristig eine Stunde vorverlegt wurde. Ich bin also gerade noch in den Startblock gekommen und losgerannt.“ Seit einigen Jahren hat er auch immer eine Kamera dabei, dreht sich unterwegs um, fotografiert, fängt das Erlebnis ein. „Laufen ist auch perfekt, um neue Leute kennenzulernen, man kommt sehr schnell in Kontakt.“ Fit bleiben, beweglich – körperlich und geistig, für diese Effekte des Laufsports ist Anton Reiter ein Vorzeigebeispiel. Keinen einzigen Lauf möchte er missen, ist dankbar, alles erlebt zu haben. Nur eines wurmt ihn ein bisschen. „Dass ich nicht früher mit dem Laufen angefangen habe. Was da noch möglich gewesen wäre.“ Wie meinen? „Na ja, also von der Zeit her.“ 42 SPORTaktiv

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