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SPORTaktiv Freerideguide 2018

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lides Krafttraining. Auf

lides Krafttraining. Auf dem Programm stehen vor allem Ganzkörperübungen wie Kniebeugen und Planks in vielen Varianten. Kraftpakete aus dem alpinen Rennlauf wie Aksel Lund Svindal und Marcel Hirscher sind dabei aber keine Vorbilder. Bei Freeride-Contests sind Cliffdrops mit akrobatischen Einlagen und eleganten Landungen gefordert, ein massiver Körperbau ist da hinderlich. Die Verbesserung der Akrobatik bildet dann den zweiten Schwerpunkt in der Saisonvorbereitung. Stefan setzt dazu auf Life-Kinetik-Übungen: dabei müssen die Kids etwa Bälle jonglieren, während sie einander einen Fußball zukicken. Durch solche komplexen Bewegungen verbessert sich die Zusammenarbeit verschiedener Gehirnregionen. Diese Fähigkeit lässt sich dann auf andere komplexe Bewegungsmuster übertragen – und Ski fahren, dabei ein Cliff droppen und im Flug einen Trick ausführen erfordert Bewegungsabläufe, die an Komplexität schwer zu übertreffen sind. Die Tricks werden vorm Winter im Schwimmbad und am Trampolin geübt. Erst wenn die Bewegungsabläufe beim 360°, bei Frontund Backflip sitzen, können die Tricks am Schnee sicher umgesetzt werden. Im Sommer und Herbst gehen die Jungs auch Klettersteige oder rasen mit Mountainbikes eine Downhillstrecke runter. Auch solche Aktivitäten sind ideal zur Saisonvorbereitung, denn sie verbessern Schwindelfreiheit und Nervenstärke. Das hilft dann im Winter am Berg: Sowohl Zustiege als auch Abfahrten führen oft durch ausgesetztes Gelände und ein zügiger Run mit Sprüngen über hohe Felsen kann ziemlich scary werden. Angst und Panik sollten dabei nicht aufkommen. Im Winter geht’s dann ab zum Schneetraining. Natürlich ist staubender Pulverschnee immer am schönsten, doch mit solchen Verhältnissen ist bei Contests nicht unbedingt zu rechnen. Deshalb wird auch in verspurten und eisigen Hängen trainiert. Ein guter Rider kommt eben auch mit schlechtem Schnee zurecht. Bei Schlechtwetter oder hoher Lawinengefahr üben die Jungs ihre Tricks am Kicker oder im Funpark. Wer ein guter Freerider werden will, muss ein Gefühl fürs Gelände entwickeln. „Vor einem Contest musst du den Berg studieren und deine Schwünge planen“, erklärt Stefan. Dabei ist es gar nicht so leicht, die Line, die man sich bei der Besichtigung von gegenüber ausgedacht hat, im Hang wiederzufinden. Auch das lässt sich üben. Dazu wird der Abfahrtshang von der gegenüberliegenden Seite fotografiert. Wenn sie dann im Hang stehen, müssen die jungen Rider die Felsen, Rinnen und Baumgruppen, die sie am Foto sehen, in der Natur richtig zuordnen. Freerider sind oft in großen und steilen Hängen unterwegs, die selten befahren werden. In so einem Gelände „ MAN MUSS LERNEN, AUCH MAL NEIN SAGEN ZU KÖNNEN. ist es viel wahrscheinlicher, eine Lawine auszulösen, als in einer vielbefahrenen Touristen-Variante. Bei der Ausbildung der Nachwuchs-Rider spielt deshalb das Thema Lawinengefahr eine besonders große Rolle. Gemeinsam mit seinen Jungs studiert Stefan regelmäßig die Lawinenlageberichte. Dazu graben sie Schneeprofile, identifizieren Schwachschichten und verfolgen, wie sich die Schneedecke im Laufe des Winters entwickelt. Sie analysieren Windspuren, um herauszufinden, wo mit Windverfrachtungen zu rechnen ist. Die Jungs sollen lernen, eigene Entscheidungen zu treffen. „Und dazu muss man lernen, auch mal Nein sagen zu können“, sagt er. „Auch wenn der Schnee noch so verlockend aussieht: Es gibt Tage, da bleibst du besser auf der Piste.“ Leider haben nur sehr wenige Talente die Chance auf eine so professionelle Betreuung. Das Programm, das Stefan für den Skiclub Arlberg anbietet, ist in Österreich bisher einzigartig. Und da er sich um jeden Burschen intensiv kümmert, bleibt die Teilnehmerzahl auf neun beschränkt. „Deshalb wünsch ich mir, dass Freeriden, wie alpiner Rennlauf und Skispringen, auch in einem Skigymnasium unterrichtet wird.“ Bis es so weit ist, werden die Jungs vom Skiclub Arlberg die Stellung halten müssen. Foto: Mallaun/KJUS 24 SPORTaktiv

ENFORCER RAISE YOUR EXPECTATIONS. STEFAN HÄUSL; PIC: SIMONRAINER.COM Ski Enforcer 100 NORDICA.COM/ENFORCER NORDICA.COM #FITFORTHELONGRUN

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