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SPORTaktiv Juni 2016

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FIT WISSEN, WAS (B)RENNT

FIT WISSEN, WAS (B)RENNT UM OPTIMALE „TREIBSTOFFE“ FÜR SPORTLER ranken sich viele Mythen und Gerüchte. Als Gegenpol dazu will die Österreichische Gesellschaft für Sporternährung (ÖGSE) das Fachwissen, das durch Studien abgesichert ist, unter die Sportler bringen. Jetzt fand das 1. ÖGSE-Symposium unter dem Titel „Trends in der Sporternährung“ statt – wir fassen die wichtigsten Inhalte zusammen. TEXT: Christof Domenig 46 SPORTaktiv

Sporternährung ist ein weites Feld, das von der täglichen, ans Sportpensum angepassten Nahrungsaufnahme bis zum Nahrungsergänzungsmittel, und vom Hobby- bis zum Hochleistungssport reicht. Dementsprechend kursieren gerade unter Freizeit sportlern viele Meinungen und Mythen, aber wenig gesichertes Wissen. Vor diesem Hintergrund formierte sich 2013 die Österreichische Gesellschaft für Sporternährung (ÖGSE). Ziel des Vereins ist es, „evidenzbasiertes“ (wissenschaftlich abgesichertes) Wissen unter die Sportler zu bringen. Auch mit Hilfe von SPORTaktiv, das Medienpartner der ÖGSE ist. Jetzt, im Frühling 2016, ging das 1. ÖGSE-Symposium als bislang größte Sporternährungs-Fachveranstaltung in Österreich mit namhaften Vortragenden über die Bühne. Ein Highlight in der jungen ÖGSE-Geschichte – und SPORTaktiv war bei dem Symposium mit dem Titel „Trends in der Sporternährung“ natürlich vor Ort. Die Veranstaltung, die 300 Besucher aus ganz Österreich nach Graz brachte, zeigte auch deutlich, wie breitgefächert das Thema Sporternährung ist: ÖGSE-Gründer DDr. Manfred Lamprecht, im Hauptberuf Nährstoffforscher, machte etwa gleich in seinem Eingangsstatement klar, dass man die Thematik nicht nur mit Blick auf Leistungsfähigkeit, sondern auch auf die Gesundheit betrachten müsse. Außerdem wolle die ÖGSE „allen kursierenden Mythen wissenschaftlich basiert gegensteuern“. VEGAN ODER STEINZEIT? Erste Vortragende war Jane Bergthaler, ,MSc, Diätologin mit Schwerpunkt Sport. Die Expertin nahm sich zwei Ernährungstrends vor, die derzeit durchaus auch in (hobby-)sportlichen Kreisen beliebt sind: Veganismus und „Paläo“-Ernährung. Und sie ergründete aus Sicht der Wissenschaft, inwiefern sich diese beiden Ernährungsweisen auch für Sportler wirklich eignen. „Auf tierische Produkte zu verzichten, hat zum Teil tatsächlich gesundheitliche Vorteile“, beschied die Expertin zum Beispiel der veganen Ernährungsweise, betonte andererseits aber auch die Gefahren: „Das Risiko eines Nährstoffdefizits ist hoch, die Notwendigkeit, manche Nährstoffe zu supplementieren, kaum zu vermeiden.“ Positiv an der veganen Ernährungsform sieht Jane Bergthaler den üblicherweise hohen Kohlenhydratanteil („als Energiesubstrat für jeden Menschen“), auch mit den meisten Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen seien Veganer in der Regel gut versorgt. „Als Nachteil ist ein tendenziell zu hoher Fettanteil bei zu geringem Eiweißanteil in der Nahrung festzuhalten. Und bei Vitamin B12, Vitamin D oder Kalzium ist die Gefahr, mangelhaft versorgt zu sein, relativ hoch.“ Die „Paläo“-Ernährung, die sich an einer (angenommenen) Ernährungsweise der Steinzeit orientiert, sieht die Diätologin noch um einiges kritischer. „Die beste Ernährungsbasis für Sportler ist unverändert eine ausgewogene Mischkost mit Produkten aus pflanzlichen und tierischen Quellen.“ JANE BERGTHALER, MSC, Diätologin mit Schwerpunkt Sport FOTO: iStock Üblicherweise werden bei der „Steinzeit-Ernährung“ vor allem alle Getreideprodukte, aber zum Beispiel auch Hülsenfrüchte vom Ernährungsplan verbannt. „Hier erschwert ein zu geringer Anteil an Kohlenhydraten die Energieversorgung für Sportler deutlich“, hielt Jane Bergthaler fest. Umgekehrt sei der üblicherweise sehr hohe Eiweißanteil dieser Ernährungsform vom gesundheitlichen Apsekt als kritisch einzustufen: Über 35 Prozent der zugeführten Nahrungsenergie dauerhaft aus Eiweißquellen zu beziehen, würden starke Belastungen für Leber, Nr. 3; Juni / Juli 2016 47

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