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SPORTaktiv Juni 2016

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RUN Eintönige

RUN Eintönige Aussichten: Beim „Bergwerk-Marathon“ wird 700 m unter der Erde im dunklen Tunnel system gelaufen. TEXT: Klaus Höfler 56 SPORTaktiv

AUF DEN SPUREN VON DRACULA Der „Transylvania Ultra“ in Rumänien führt Langstreckenläufer durch die wilde Bergwelt der Karpaten rund um das legendäre Schloss von Graf Dracula. „SPORTaktiv“-Marathonmann Klaus Höfler traf dabei auf Schnee, Geschichten von Bären – und auf die Grenzen seiner Kräfte. FOTOS: Klaus Höfler Hier hält er sich also versteckt: der Schnee, der vor unserem Winter geflüchtet war. Knietief hat er sich Mitte Mai am Gipfelplateau rund um den 2.500 Meter hohen Varful Omu zusammengeschoben. Beste Skitourenverhältnisse, aber nicht die optimale Unterlage für einen Trailrun. Immer wieder bricht die dünne Firnschicht unter den Schritten ein, immer wieder verlieren die Schuhe entlang der abschüssigen Traverse den Halt, immer wieder ziehen Wolkenfetzen über den Bergkamm, der bis 1918 die Grenze zwischen der österreichisch-ungarischen Monarchie und Rumänien bildete. Ganz oben, angelehnt an einen Felsblock, steht seither eine Schutzhütte. Sie gilt als das höchstgelegene permanent genutzte Gebäude in Rumänien. An diesem Samstag dient sie als Checkpoint für Läufer, die hier nach und nach eintreffen, sich kurz bei Keks und Fruchtgummis stärken und wieder weiterhetzen. Es ist kurz nach halb neun in der Früh. Die ersten zweieinhalb Wettkampfstunden sind bereits um – und gerade einmal 16 Kilometer geschafft. Dafür stecken mir bereits 2.000 Höhenmeter in den Beinen. „Wenn du am Omu bist, hast du das Schlimmste schon hinter dir“, hat Till Schneemann am Abend davor erzählt. Er kennt die Strecke von den letzten beiden Jahre. Auch heuer hat er über seinen Sportreiseveranstalter (www. trailrunning-tours.com) wieder eine Gruppe abenteuerlustiger Sportler Unser Mann fürs Grobe KLAUS HÖFLER stellte sich diesmal am 21. Mai für SPORTaktiv in Rumänien der nicht alltäglichen Herausforderung „Transylvania Ultra“ – ein Lauf über die Distanzen 30, 50 oder 100 km. „Unser Mann fürs Grobe“ ist die 50-km-Strecke gelaufen, in 9 Stunden 16 min – der Sieger, Radu Milea, schaffte es in sagenhaften 6 Stunden 28 min. Und Sieger über 100 km wurde Robert Hajnal in unglaublichen 15 Stunden 19 min. Wer mehr über diesen außergewöhnlichen Bewerb wissen will: www.transylvania100k.com Wer 2017 mitlaufen will: www.trailrunning-tours.com zum „Transylvania Ultra“ gebracht, einem Trailrun über wahlweise 30, 50 oder 100 km im Bucegi-Nationalpark im Herzen Rumäniens. Viele sind „Wiederholungstäter“, angezogen von der familiären Organisation, vor allem aber von der wilden Gebirgslandschaft rund um das sagenumwobene „Dracula-Schloss“ in Bran, das historische Vorlage für die legendäre Blutsauger-Geschichte Bram Stokers war. Diese Kulisse zieht bei der 3. Auflage knapp 500 Starter aus 25 Nationen in die Karpaten, darunter gerade einmal drei Österreicher. WIE EINE AMEISENSTRASSE Sie hatten sich auf anstrengende Stunden eingestellt – von der extravaganten Routenlegung im heurigen Jahr hatten aber auch sie noch nichts gewusst. Hinauf geht es dieses Mal nämlich unter anderem durch eine enge Schneerinne. Wie eine Ameisenstraße wirken die kleinen dunklen Punkte, die entlang einer Seilversicherung nach oben kraxeln. Im Näherlaufen wächst die Passage zu ihrer tatsächlichen Dimension an. Da rauf? Auch der Kollege, der ein Stück weiter unten noch ein verzücktes „Ist das schön hier!“ in den atemberaubenden Kessel aus schroffen Felswänden gebrüllt hatte, ist jetzt …. nein, verstummt ist er nicht. Vielmehr schnauft er wie eine Dampflok durch die Trittlöcher hinauf und – fest ans Seil geklammert – über die letzte Schneewechte. Unwillkürlich wird man hier in eine demütige Defensivhaltung gegenüber der Natur gepresst. Sie zehrt einen aus. Ob beim steilen und gefühlt endlosen Anstieg durch den Wald und die Felsrinne hinauf oder bei der Rutschpartie über die Schneefelder wieder hinunter: Die Oberschenkel sind das erste Mal ziemlich leer. Und noch immer 30 Kilometer! Leichter wird es nicht. Dichte Lat- Nr. 3; Juni / Juli 2016 57

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